Als Vertreter des Agrar- und Lebensmittelsektors appellieren wir an die politischen Entscheidungsträger der EU, die Wahlfreiheit sowie die Rechte von Verbraucher:innen, konventionell und ökologisch wirtschaftenden Landwirt:innen, Züchter:innen und Akteuren entlang der gesamten Lieferkette zu schützen. Dazu gehört insbesondere die verpflichtende Kennzeichnung von mit Neuen Genomischen Verfahren (NGV) erzeugten GVO (gentechnisch veränderte Organismen) sowie deren vollständige Rückverfolgbarkeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.…

In einer gemeinsamen Erklärung fordern 49 zivilgesellschaftliche Organisationen aus ganz Europa, darunter Save Our Seeds, eine verpflichtende Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit auch von Gentechnik-Pflanzen, die mit neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas hergestellt wurden.

Am 6. Mai beginnen die abschließenden Verhandlungen über die Deregulierung von Pflanzen, die mit neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas hergestellt wurden. Im sogenannten Trilog müssen sich das Europäische Parlament, der Ministerrat und die Europäische Kommission auf eine gemeinsame Version der vorgeschlagenen Verordnung über Pflanzen aus neuer Gentechnik (NGT) einigen.

Einem neuen Rechtsgutachten zufolge verstoßen die Vorschläge zur Lockerung des EU-Gentechnikrechts gegen internationales Recht. In mindestens zwei Punkten sei das geplante EU-Gesetz zu „neuen genomischen Techniken“ (NGT) nicht mit dem Biosicherheitsprotokoll des UN-Abkommens über die biologische Vielfalt vereinbar.

Mehr als 60.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich an einer Postkartenaktion von bayrischen Biounternehmen und Umweltschutzorganisationen gegen die Deregulierung von Pflanzen aus sogenannten „neuen genomischen Verfahren“ (NGT) beteiligt. Die Aktion „Kein Freiflug für Gentechnik“ forderte eine konsequente Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Risikoprüfung für NGT-Pflanzen. Sie sprach sich weiterhin gegen Patente auf Saatgut, Pflanzen oder Tiere aus.

Brüssel, 14. März 2025 – Der Ministerrat der EU hat sich heute auf eine Position zur Deregulierung von Gentechnik-Pflanzen geeinigt. Im Ausschuss der Ständigen Vertreter (AStV) konnte der polnische EU-Vorsitz eine hauchdünne Mehrheit für seinen Vorschlag vom 19. Februar gewinnen.

Am Freitag, den 14. März 2025, haben die 27 EU-Mitgliedstaaten eine Einigung über die Deregulierung von Pflanzen erzielt, die mit neuen Gentechniken (sogenannten „neuen genomischen Techniken“) produziert wurden. Eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten unterstützte den Kompromissvorschlag der polnischen EU-Präsidentschaft. Viele Landwirtschafts- und Umweltverbände hatten zuvor scharfe Kritik an diesem Vorschlag geäußert.

Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA sieht keine neuen Risiken durch die Anwendung von neuen gentechnischen Verfahren an Tieren. Ihr Entwurf steht noch bis 19. März zur Kommentierung im Netz und wird bereits jetzt von Testbiotech deutlich kritisiert.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern mehr als 200 Organisationen von kleinen und ökologischen Züchtern, Bauernverbänden, Lebensmitteleinzelhändlern und zivilgesellschaftlichen Gruppen – darunter auch Save Our Seeds – die EU-Institutionen auf, die vorgeschlagene Deregulierung von genmanipulierten Pflanzen abzulehnen.

Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) hat eine tiefgreifende Transformation der Biotechnologie eingeleitet. Einerseits könnte dies die Präzision und Effizienz der CRISPR-Methode verbessern. Andererseits ist die KI-gesteuerte Gentechnik anfällig für die bekannten Risiken der KI, wie etwa den Black-Box-Effekt, Halluzinationen und Datenverzerrungen. Dies wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich der Sicherheit dieser Pflanzen auf.