Gene Drive Organismen erstmals im Gentechnikrecht reguliert

Mit dem Inkraft­tre­ten der Ände­run­gen an der Gen­tech­nik­si­cher­heits­ver­ord­nung (GenTSV) wer­den Gene Dri­ve Orga­nis­men expli­zit in den Gel­tungs­be­reich des deut­schen Gen­tech­nik­rechts auf­ge­nom­men. Im Jahr 2019 wur­de im Zuge einer Novel­lie­rung ein Ver­fah­ren für die Bestim­mung von Sicher­heits­auf­la­gen für Labor­ex­pe­ri­men­te mit Gene Dri­ve Orga­nis­men (GDO) fest­ge­legt.

Gene Dri­ve Orga­nis­men müs­sen dem­nach grund­sätz­lich in die Sicher­heits­stu­fe 3 von 4 ein­ge­stuft wer­den. Das hat zur Fol­ge, dass vor Beginn jedes Labor­ex­pe­ri­men­tes eine Geneh­mi­gung der zustän­di­gen Lan­des­be­hör­de ein­ge­holt wer­den muss.

„Die Ein­füh­rung einer Geneh­mi­gungs­pflicht für Expe­ri­men­te mit hoch­in­va­si­ven gen­tech­nisch ver­än­der­ten Gene Dri­ve Orga­nis­men ist ein wich­ti­ger ers­ter Schritt. Die­ser ist dem Ein­grei­fen des Bun­des­rats nach Inter­ven­ti­on von Umwelt- und Land­wirt­schafts­ver­bän­den zu ver­dan­ken. Die Mög­lich­keit einer Ein­stu­fung in Sicher­heits­stu­fen 1 und 2 nach einer Ein­zel­fall­be­wer­tung durch die ZKBS hal­te ich jedoch für gefähr­lich“ so Marei­ke Imken, Koor­di­na­to­rin der euro­päi­schen Stop Gene Dri­ve Kam­pa­gne.

Das lie­ge dar­in begrün­det, dass die Gen­tech­nik­si­cher­heits­ver­ord­nung wei­ter­hin nicht auf die von Gene Dri­ve Orga­nis­men aus­ge­hen­den Gefah­ren für Arten­viel­falt und Umwelt durch die selbst­stän­di­ge und inva­si­ve Aus­brei­tung von gen­tech­nisch ver­än­der­ten Gene Dri­ve Orga­nis­men aus­ge­legt sei.

„Bereits das Ent­kom­men ein­zel­ner Ver­suchs­tie­re, etwa von Gene Dri­ve Flie­gen oder Mücken aus einem For­schungs­la­bor, könn­te erheb­li­chen Scha­den in der Umwelt ver­ur­sa­chen und theo­re­tisch zur Aus­rot­tung wild­le­ben­der Popu­la­tio­nen oder der gesam­ten Art füh­ren. Des­halb soll­ten drin­gend spe­zi­fi­sche Sicher­heits­auf­la­gen für Labor­ex­pe­ri­men­te mit Gene Dri­ve Orga­nis­men ent­wi­ckelt wer­den, wie es die Erfin­der die­ser Gen­tech­no­lo­gie und der Bun­des­rat for­dern. Außer­dem muss die seit Jah­ren vakan­te Sach­ver­stän­di­gen­stel­le zu Natur­schutz­fra­gen inner­halb der ZKBS nun schnell nach­be­setzt wer­den. Eine Sicher­heits­ein­stu­fung und Risi­ko­be­wer­tung von Gene Dri­ve Orga­nis­men ohne die Bera­tung durch eine Natur­schutz­ex­per­tin darf es nicht mehr geben,“ so Imken.

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