Bundesregierung soll Moratorium erwirken

In einem gemein­sa­men Brief for­dern 29 Orga­ni­sa­tio­nen die Minis­te­rin­nen Kar­lic­zek, Klöck­ner und Schul­ze auf, sich bei den anste­hen­den inter­na­tio­na­len Ver­hand­lun­gen und wäh­rend ihrer EU-Rats­prä­si­dent­schaft für ein glo­ba­les Gene Dri­ve Mora­to­ri­um aus­zu­spre­chen.

Anlass für den gemein­sa­men Brief war, dass in Bezug auf die Gene Dri­ve Tech­no­lo­gie in den nächs­ten Mona­ten wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen anstehen:Bei der im Okto­ber statt­fin­den Ver­trags­staa­ten­kon­fe­renz der UN-Bio­di­ver­si­täts­kon­ven­ti­on in Chi­na wird die Bun­des­re­gie­rung im Rah­men Ihrer EU-Rats­prä­si­dent­schaft eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Auch bereits bei den vor­ab statt­fin­den­den Expert*innenkonferenzen, dar­un­ter vor allem der SBSTTA 24 im Mai, kann die Bun­des­re­gie­rung ent­schei­den­de Wei­chen für die Regu­lie­rung die­ser Tech­no­lo­gie stel­len. Zusätz­lich fin­det der­zeit inner­halb der Welt­na­tur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on IUCN ein Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess statt, in dem alle IUCN-Mit­glie­der, dar­un­ter Deutsch­land, auf­ge­for­dert sind, bezüg­lich des Reso­lu­ti­ons­ent­wurfs 075 zur Rol­le der syn­the­ti­schen Bio­lo­gie (ein­schließ­lich Gene Dri­ves) für den Schutz der Arten­viel­falt Kom­men­ta­re bei­zu­steu­ern. Die­se Reso­lu­ti­on soll die Grund­la­ge für einen inklu­si­ven Dis­kus­si­ons­pro­zess inner­halb der IUCN bie­ten, in dem sich deren Mit­glie­der über die mög­li­che Rol­le von Anwen­dun­gen der syn­the­ti­schen Bio­lo­gie, dar­un­ter Gene Dri­ves, für den Schutz der Arten­viel­falt aus­tau­schen sol­len. Beim IUCN Welt­kon­gress 2024 will die Welt­na­tur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on dann sei­ne offi­zi­el­le Posi­ti­on dazu abstim­men.

Das Bünd­nis for­dert die Bun­des­re­gie­rung in ihrem Brief dazu auf, dem Votum des Euro­päi­schen Par­la­ments vom 16. Janu­ar 2020 zur CBD COP 15 zu fol­gen, in dem das Euro­päi­sche Par­la­ment die EU in einem Ent­schlie­ßungs­an­trag dazu auf­for­der­te, zum Schutz der welt­wei­ten Arten­viel­falt bei der nächs­ten Ver­trags­staa­ten­kon­fe­renz der UN-Bio­di­ver­si­täts­kon­ven­ti­on einen glo­ba­len Frei­set­zungs­stopp (mora­to­ri­um) für Gene Dri­ve Orga­nis­men in die Natur zu for­dern, um ver­früh­ten Expe­ri­men­ten mit der Tech­no­lo­gie in der Natur vor­zu­beu­gen.

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