Breites Bündnis gegen EU-Gentechnikpläne

In einer gemein­sa­men Reso­lu­ti­on zur Grü­nen Woche 2026 for­dern 45 Ver­bän­de aus Verbraucher‑, Umwelt- und Tier­schutz, Land­wirt­schaft, Lebens­mit­tel­er­zeu­gung sowie Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit, die geplan­ten neu­en EU-Gen­tech­nik-Regeln abzu­leh­nen. Die Ver­bän­de, dar­un­ter Save Our Seeds, ver­lan­gen eine ver­pflich­ten­de Kenn­zeich­nung auch für Pro­duk­te der neu­en Gen­tech­nik, ver­bind­li­che Nach­weis­ver­fah­ren, Risi­ko­prü­fun­gen, kla­re Regeln zu Koexis­tenz und Haf­tung sowie ein Ver­bot der Paten­tie­rung von Saat­gut. Solan­ge die­se zen­tra­len Anfor­de­run­gen nicht erfüllt sind, dür­fen Euro­päi­sches Par­la­ment und Minis­ter­rat dem neu­en Gesetz nicht zustim­men, so die For­de­rung.

EU-Parlament muss Deregulierung stoppen

Die EU plant eine weit­ge­hen­de Auf­wei­chung des Gen­tech­nik­rechts für Pflan­zen aus neu­en gen­tech­ni­schen Ver­fah­ren wie der „Gen­sche­re“ CRISPR/Cas. Ende Dezem­ber hat­te sich eine Mehr­heit der EU-Mit­glied­staa­ten hin­ter eine ent­spre­chen­de Eini­gung gestellt. Sie zielt dar­auf ab, zen­tra­le Ele­men­te des EU-Gen­tech­nik­rechts – dar­un­ter Kenn­zeich­nungs­pflicht und Risi­ko­prü­fung – für den Groß­teil der neu­en Gen­tech­nik­pflan­zen abzu­schaf­fen.

Die Bun­des­re­gie­rung hat­te sich ent­hal­ten, nach­dem SPD-Minister:innen Cars­ten Schnei­der und Ste­fa­nie Hubig sich gegen die Eini­gung aus­ge­spro­chen hat­ten. CSU-Minister:innen Alo­is Rai­ner und Doro­thee Bär begrüß­ten den Kom­pro­miss hin­ge­gen.

Die for­ma­le Abstim­mung im Minis­ter­rat wird in den kom­men­den Wochen erwar­tet. Anschlie­ßend muss das EU-Par­la­ment über die Neu­re­ge­lung ent­schei­den. Das Par­la­ment hat­te 2024 für eine Kenn­zeich­nungs­pflicht und ein Patent­ver­bot gestimmt. „Die Abge­ord­ne­ten soll­ten sich an ihre beschlos­se­ne Posi­ti­on erin­nern und die­sem Plan eine kla­re Absa­ge ertei­len“, for­dert Fran­zis­ka Ach­ter­berg, Lei­te­rin Poli­tik bei Save Our Seeds.

Ab heu­te kön­nen Bürger:innen die EU-Abge­ord­ne­ten über ein E‑Mail-Tool dazu auf­ru­fen, ihrer Ver­ant­wor­tung nach­zu­kom­men.

Soll­te der man­gel­haf­te Geset­zes­vor­schlag den­noch auf EU-Ebe­ne ange­nom­men wer­den, for­dern die Ver­bän­de natio­na­le Gegen­maß­nah­men: Deutsch­land müs­se alle recht­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen, um eine gen­tech­nik­freie Land- und Lebens­mit­tel­wirt­schaft zu erhal­ten, Umwelt­stan­dards zu schüt­zen und Trans­pa­renz für Verbraucher:innen sicher­zu­stel­len.

Nur Aldi schließt neue Gentechnik im Regal aus

Laut Green­peace wol­len bis­lang nur Aldi Nord und Süd neue Gen­tech­nik für ihre Pro­duk­te kon­se­quent aus­schlie­ßen. Gemein­sam mit Rewe und Pen­ny for­dern sie eine Kenn­zeich­nung und strik­te Regu­lie­rung aller Gen­tech­nik-Pro­duk­te. Rewe hat­te im Novem­ber die EU-Par­la­men­ta­ri­er auf­ge­for­dert, die Kenn­zeich­nungs­pflicht auch für neue Gen­tech­nik zu erhal­ten. Ede­ka, Net­to, Lidl und Kauf­land wol­len sich dazu bis­lang nicht posi­tio­nie­ren.

Laut Green­peace zeigt sich hier eine deut­li­che Spal­tung im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del. Die Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on hat­te im Rah­men ihres jähr­li­chen Super­markt-Checks auch die Posi­tio­nen der Unter­neh­men zur Gen­tech­nik abge­fragt. Sie kri­ti­siert, dass sich die Schwarz-Grup­pe (mit Lidl und Kauf­land) sowie Ede­ka und Net­to ihrer Ver­ant­wor­tung gegen­über Verbraucher:innen und Umwelt ent­zie­hen.

Green­peace for­dert den Han­del auf, Geschlos­sen­heit zu zei­gen. „Markt­rie­sen wie Ede­ka, Lidl und Kauf­land müs­sen jetzt Far­be beken­nen. Es braucht ein kla­res und geschlos­se­nes Signal an die Poli­tik: Wir wol­len kei­ne Gen­tech­nik durch die Hin­ter­tür!“, so Anne Hames­ter, Land­wirt­schafts­exper­tin bei Green­peace.

Die gemein­sa­me Reso­lu­ti­on der 45 Ver­bän­de fin­den Sie hier.

Hier geht’s zur Email-Akti­on an die EU-Abge­ord­ne­ten.

Bild © Nor­mal Kom­mu­ni­ka­ti­on / Ver­band Lebens­mit­tel Ohne Gen­tech­nik (VLOG)

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