Willkommen bei "Save Our Seeds"
Konventionelles und biologisches Saatgut soll auch weiterhin frei bleiben von gentechnisch veränderten Organismen. Gentechnik darf Landwirten und Verbrauchern nicht aufgezwungen werden. Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern ein Reinheitsgebot für Saatgut.
Aktuelle Nachrichten
01.09.2010
Lobbyisten und ihr kleines Brüderle
Bild: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern
Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) hat gestern Seite an Seite mit dem BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht die Ernte der umstrittenen Gentechnik-Kartoffel Amflora eingeleitet. Schon im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass der Anbau der Amflora von der Regierung unterstützt werden soll. Ein von Greenpeace vorgelegtes Gutachten belegt die Rechtswidrigkeit der Zulassung für den Anbau, doch diese Tatsache kann den Lobbyismus der FDP nicht brechen. Brüderle´s Amtskollegin Christel Happach-Kasan, agrarpolitische Sprecherin der FDP, stellt in einem Interview bei der tageszeitung ihre positive Einstellung gegenüber Agro-Gentechnik dar und macht ihre unkritische Haltung deutlich. Weder die Tatsache dass es keine Langzeitstudien zu Gentechnik-Pflanzen gibt, noch, dass die meisten Studien von den Firmen geliefert werden, die an diesen Pflanzen verdienen, scheint eine kritische Betrachtung wert. Indes hält selbst die BASF die Knolle schon jetzt für verbesserungswürdig und hat zeitgleich mit der ersten Ernte von Amflora einen EU-Zulassungsantrag für Amadea gestellt, einer Gentechnik-Stärkekartoffel, von der sich der Konzern bessere agronomische Eigenschaften verspricht. Sie soll in der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden. Bleibt abzuwarten ob die Lobby-Kräfte bei der geplanten Markteinführung 2013/2014 noch gleich stark sind.
...weitere Nachrichten
- Die Gen-Kartoffel wird geerntet
- Indien: Gentechnik-Aubergine wartet vor der Hintertür
- Russlands Präsident schaltet sich in den Streit um die Saatgutkollektion in Pawlowsk ein
Aktuelles Dossier

Aktionen und Kampagnen
Petition: Russlands größte Gen-Bank in Gefahr
Seit 1926 bewahrt das Wawilow-Institut von St. Petersburg eine Saatgut- und Pflanzenkollektion von Weltrang. Zahllose Arten von Getreide, Kartoffeln, Beerenobst, Äpfel, Kirschen gibt es in der ältesten Samenbank der Welt, die meisten von ihnen in Form von Pflanzen auf den Feldern der Forschungseinrichtung in Pawlowsk. Doch dieser Schatz soll nun Luxuswohnungen weichen, da das Wawilow-Insituts an chronischer Finanznot leidet. Tausende Unterschriften wurden bereits gesammelt, um den Präsidenten Dmitry Medvedev unter Druck zu setzen und Abstand zu nehmen von diesem Vorhaben.
Lesenswert: Risiken und Nebenwirkungen

Mit mehr als 30.000 Saatgutmustern nur für Weizen gehört die Gaterslebener Genbank zu den größten Erhaltungsstellen für Weizen weltweit. Die mit einer Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizens in unmittelbarer Nähe „zwangsläufig verbundene Gefahr der Auskreuzung hätte rechtlich möglicherweise in Kauf genommen werden dürfen, nicht aber die Gefahr einer gentechnischen Kontamination der Bestände einer Genbank, die alte Kultursorten erhält und damit eine „Schatztruhe der Vielfalt“ ist, die zudem die Aufgabe hat, eine der Haupternährungsquellen Europas zu sichern.“ Wie es dennoch dazu kam und was der kafkaeske Prozess jene Menschen, die das Versuchsfeld zerstört haben, an die Öffentlichkeit brachte haben Katrin Brockmann und Ihre Wegbeschreiter zusammengetragen. Knapp 70 Seiten für nur 4Euro zu bestellen beim Abl Verlag, oder HIER direkt zum Download. Mehr zum Thema Weizen...







