Willkommen bei "Save Our Seeds"

"Save Our Seeds" ist eine europaweite Initiative zur Reinhaltung des Saatguts von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Über 300.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern in einer gemeinsamen   Petition ein verbindliches Reinheitsgebot für konventionelles und biologisches Saatgut.

Darüber hinaus koordiniert Save Our Seeds viele weitere  Projekte rund um die Auseinandersetzung mit Gentechnik, nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährungssouveränität.  mehr 

 Save Our Seeds Jahresrückblick 2013

Aktuelles


Brief an Abgeordnete: Gentechnik-Verbote müssen stärker werden

Einige Organisationen, darunter auch SOS, haben am 6. August einen Brief an die deutschen Abgeordneten und die zuständigen Berichterstatter im EU-Parlament geschickt. Sie fordern mit den anderen Verbänden, dass die Mitgliedstaaten der EU Gentech-Verbote erlassen können, welche diesen Namen auch verdienen. Im Juni wurde beschlossen dass die Regierungen mehr Möglichkeiten bekommen, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf ihrem Territorium zu untersagen („Opt-Out“). Voraussetzung dafür ist, dass die Regierung zunächst beim jeweiligen Antragsteller, meist Konzerne wie Monsanto, Bayer oder BASF, nachgefragt hat, ob dieser freiwillig auf die Zulassung im jeweiligen Land verzichten würde. Das ist unnötig und demokratisch: „Das brächte die gewählten Repräsentanten und souveräne Regierungen in die Rolle eines Bittstellers gegenüber Monsanto und Co – den Bürgerinnen und Bürgern Europas ist das nicht zu vermitteln“, heißt es in dem Brief. Die Parlamentarier sollten sich dafür einsetzen, dass dieser Punkt wegfällt, fordern die NGOs.
 NGO-Brief zum Opt-Out an deutsche MEP (06.08.14)

Arnold Go Home

Helft Friends of the Earth Indonesien, Arnold Schwarzenegger’s Palmöl-Investment aus ihrem Wald zu vertreiben!

Mehr als Toxikologie

Zum Tod von Professor Andrés Carrasco

„Wissen Sie, es geht hier nicht allein um Toxikologie,“ ich weiß noch wie der etwas übernächtige und schlecht rasierte Professor aus Argentinien mich dabei ansah, „das ist doch auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit!“

Was mir selbstverständlich war, kam ihm in schlechtem Englisch wie eine bedeutende, neue Erkenntnis über die Lippen. Natürlich ist das mehr als Toxikologie: Wenn Mütter am Rande von Sojafeldern in Argentinien mit Glyphosat besprüht werden, auf Kinder in den Feldern keine Rücksicht genommen wird und die Folgen jahrelang totgeschwiegen werden, dann geht es um mehr als scheinbar abstrakte Risiko-Bewertungen. Wenn ein mutiger Professor in Laborexperimenten nachweist und publiziert, dass die Missgeburten und Fehlgeburten,  über die die Betroffenen seit Jahren klagen, keine „Anekdoten“ sind, sondern mit dem übereinstimmen was seine Frosch-Experimente ergaben - Monsanto’s Roundup ist embryotoxisch - dann ist das nicht nur eine wissenschaftliche Feststellung, sondern mehrfache Majestätsbeleidigung:  Von Monsanto, der steinreichen Soja-Barone der argentinischen „Sociedad Rural“ und auch der peronistischen Regierung Kirchner, die am Devisentropf der Soja-Exporte nach Europa und China hängt.

Als Andrés Carrasco seine Ergebnisse im Jahre 2010 erstmals öffentlich und wissenschaftlich präsentierte[i], war dies sehr viel mehr als eine weitere Veröffentlichung in seiner dreißigjährigen wissenschaftlichen Karriere als führender Embryotoxikologe des Landes. Der Mann, der für das argentinische Verteidigungsministerium arbeitete, das Labor für molekulare Embryologie an der Universität von Buenos Aires leitete und viele Jahre Mitglied und Vorsitzender des Wissenschaftsrates der argentinischen Regierung war, wurde fast über Nacht zu einem Außenseiter, weil er das argentinische Geschäftsmodell in Frage stellte. Roundup ist nicht ungefährlich. Der Gentechnikboom auf den Feldern Argentiniens fordert einen hohen Preis, nicht nur von der Natur, sondern auch unter den Menschen. Das weltweit meistgebrauchte Pestizid kann schwere Gesundheitsschäden verursachen.

Diese Erkenntnis gilt bis heute nicht nur in Argentinien als schwer verdaulich. Erst kürzlich haben das Bundesinstitut für Risikoforschung[ii]  und das Bundesamt für Verbraucherschutz als zuständige Berichterstatter der EU die weitere Verwendung von Glyphosat mit diesen Worten empfohlen: „Nach heutigen Stand haben mögliche Ersatzmittel keine besseren Eigenschaften als glyphosathaltige Mittel“[iii].

Aus der Diskussion ab welcher Konzentration das Herbizid, das sich heute im Urin der meisten Bundesbürgerinnen und -bürger nachweisen lässt, bei Erwachsenen welche Schäden hervorruft, hielt sich Professor Carrasco heraus. Dazu war er wohl ein zu gewissenhafter Toxikologe. Dazu war er auch zu sehr den Frauen verpflichtet, die ihn vor über einem Jahrzehnt um Hilfe baten, weil niemand ihnen glauben wollte, dass das „glifosato“, das die Sprühflugzeuge über ihnen und ihren Kindern versprühten, die Schäden hervorrief, mit denen sie allein gelassen wurden. Auf einer Konferenz gentechnikfreier Regionen Europas in Brüssel, zu der wir ihn im Jahre 2010 eingeladen hatten, wusste Carrasco seine Worte wohl zu wägen. Gerade deshalb blieb seine Erkenntnis bis heute unwiderlegt. Die Konsequenzen daraus, müssen noch immer gezogen werden. Am vergangenen Samstag ist Andres Carrasco gestorben. Wir danken ihm für seine Arbeit, seine wissenschaftliche Unbestechlichkeit und seine unerschrockene Konsequenz und werden daran weiter arbeiten, dass sie zu einem Verbot von „Roundup“ führt.

Weitere Links:

 http://www.diarionorte.com/article/106109/fallecio-el-cientifico-andres-carrasco

 http://www.aimdigital.com.ar/2014/05/11/210511/

 http://kurzlink.de/carrasco_gmwatch


[i] Glyphosate-Based Herbicides Produce Teratogenic Effects on Vertebrates by Impairing Retinoic Acid Signaling, pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/tx1001749

[iii] Dr. Hans-Gerd Nolting, Zulassungsstand von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln und die weitere Entwicklung im Zulassungsverfahren, Präsentation, Januar 2014

EP Ablehnung der Saatgutverordnung: Ein wichtiger Etappensieg

Europaparlament weist Kommissionsvorschlag komplett zurück – Bürgerprotest hat sich durchgesetzt – nächste Runde Ende des Jahres

Strassburg / Berlin 11.3.2014     Die Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“ begrüßt die überwältigende Mehrheit, mit der das Europäische Parlament heute den Entwurf der EU-Kommission für eine neue europäische Saatgutverordnung zurückgewiesen hat. „Ein entscheidender Erfolg für alle, die gegen die Gängelung der kleinen und biologischen Züchter gekämpft haben und für den freien Austausch unter Landwirten und Gärtnerinnen“, freute sich Benedikt Haerlin von der Kampagne.

 Pressemitteilung herunterladen

EU-Agrarausschuss gegen Saatgutverordnung

Mit einer überwältigenden Mehrheit hat der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments am 11. Februar den umstrittenen Entwurf einer europäischen Staatgutverordnung zurückgewiesen. Der Ausschuss rief die EU-Kommission dazu auf, diesen nun ebenfalls zu annullieren und grundlegend zu überarbeiten. „Wir begrüßen die fast einstimmige Ablehnung“, so Benedikt Haerlin von „Save Our Seeds“ und der  Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“, „Wir erwarten allerdings nicht nur Ablehnung von den Abgeordneten, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Vielfalt“. Hier finden Sie die  Pressemitteilung sowie  mehr Informationen...

170.000 in 48 Stunden gegen Gentechnik - Regierung enthält sich trotzdem

Erinnern Sie sich: „Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.“ so lautete der Minimalkonsens von CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag der großen Koalition vom 16.Dezember 2013. Nicht einigen konnte sich die GroKo damals auf den zweiten Satz von SPD und CSU: „Wir lehnen dementsprechend den Anbau, die Freisetzung und die Zulassung gentechnisch veränderter Sorten in Deutschland und Europa im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ab.“
Jetzt wird klar was dies bedeutet, wenn es um Deutschlands Stimme in der EU bei der Zulassung neuer Gentechnik-Pflanzen geht. Bei Uneinigkeit ist Stimmenthaltung üblich. Das EU-Verfahren sieht allerdings vor, Zulassungen nur abzulehnen, wenn eine qualifizierte (2/3) Mehrheit der Mitgliedsstaaten mit Nein stimmt.
Wie Regierungssprecher Steffen Seibert bereits am fünften Februar  klarmachte, wird sich Deutschland bei der Abstimmung zur DuPont-Pflanze am 11. Februar in Brüssel enthalten. Mit dieser Entscheidung ist es sehr wahrscheinlich, dass der gentechnisch veränderte Mais zukünftig auf den europäischen Feldern wachsen darf.
Bei der der entscheidenden Debatte der Europaminister gab es nun zwar eine breite Ablehnung, insgesamt konnte jedoch keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung erreicht werden, auch durch die tatsächliche Enthaltung Deutschlands. Da es zudem keine klare Mehrheit für den Anbau gab, liegt die Entscheidung nun bei der EU-Kommission, welche wohl für den Anbau stimmen wird. Mehr dazu  hier...

Schon  Ende Januar schmetterte die Große Koalition im Bundestag mit 452 Stimmen einen Antrag der Grünen ab, der die Regierung auffordert mit Nein zu stimmen. Nur 5 CDU/CSU-Abgeordnete stimmten gegen die Linie der Regierung, 18 SPD- und CDU/CSU-Abgeordnete enthielten sich!

EU-Saatgutverordnung vor dem Scheitern

Der Vorschlag der EU-Kommission für eine neue europäische Saatgut-Verordnung steht vor dem Scheitern: Alle Fraktionen des Europäischen Parlaments haben Anträge eingebracht, den Vorschlag abzulehnen und an die Kommission zurück zu verweisen. Ein wichtiger Etappensieg für unserer Kampagne " Freiheit für die Vielfalt" und die über 250.000 Menschen, die unseren Appell seit Sommer vergangenen Jahres unterstützt haben.

Banner gegen große Gentechnik-Koalition

Aktivisten machten sich am 26.11. vor dem Willy-Brandt-Haus für ein Gentechnikverbot stark. Mehr dazu  hier und in der  Pressemitteilung.

150.000 Bürger wollen keine Gentechnik auf dem Acker

Bauern und Bürger fordern von Merkel, Seehofer und Gabriel ein Gentechnik-Verbot im Koalitionsvertrag.

150.000 Protestschreiben sind an CDU, CSU und SPD losgegangen. Gemeinsam mit campact und einem breiten Bündnis anderer Organisation appelliert Save Our Seeds an Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel, Freisetzung und Anbau von Gentechnik-Pflanzen abzulehnen und dies im Koalitionsvertrag zu verankern.

 Gemeinsame Pressemitteilung vom 15.11.2013

Aufstand gegen EU-Saatgut-Verordnung

Am 6. Mai legte die EU-Kommission den  Entwurf einer Verordnung zur Neuregelung des Saatgutrechtes vor, die künftig 12 EU-Richtlinien und deren Umsetzung in 27 nationalen Saatgutgesetzen ersetzen soll. Alte und lokale Obst-, Getreide- und Gemüsesorten, vor allem aber die Fortentwicklung der Vielfalt auf dem Acker stehen auf dem Spiel. Der freie Tausch von Saatgut könnte weiter erschwert werden, industrielle Sorten würden noch alternativloser, so die Befürchtung von Save Our Seeds und über 240.000 Freundinnen und Freunden der Vielfalt auf dem Acker und im Garten, die unsere  gemeinsame Aktion mit campact unterstützten und damit erste Erfolge erzielten.  Weitere Informationen

Konzernmacht über Saatgut – Nein danke!

EU-Gesetzesreform braucht eine radikale Richtungsänderung -
das Menschenrecht auf vielfältiges Saatgut und Nahrung steht auf dem Spiel!

 Gemeinsame Erklärung zur Reform des EU-Saatgutrechts

 

Aktuelle Nachrichten


05.08.2014

Umweltschutz-Studie: Das können wir besser!

Folgen der intensiven Landwirtschaft: Monokultur Folgen der intensiven Landwirtschaft: Monokultur

Eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene, umfangreiche Studie macht deutlich: Um die negativen Auswirkungen der Landwirtschaft in den Griff zu bekommen, müssen die bestehenden Instrumente und Regelungen noch viel effektiver gestaltet werden. „Keines der Umweltziele ist gegenwärtig in Deutschland vollständig bzw. flächendeckend erreicht. [...] Gerade im Bereich der Landwirtschaft bestehen die größten Defizite“, so Umweltjurist Dr. Stefan Möckel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, welches die Studie durchgeführt hat. Während im Gewässerschutzrecht und im Luftreinhalterecht die Umweltziele relativ hoch sind, fehle es im Natur- und Bodenschutzrecht an genügend konkreten Bestrebungen. Doch diese sind wichtig, denn die Intensivierung der Landwirtschaft hält an, die Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich bearbeitet. Um effiziente Umweltpolitik zu betreiben und die Landwirtschaft an ihren Umweltkosten zu beteiligen, gibt die Studie einige Lösungsansätze. So werden beispielsweise einheitliche Standards für alle Dünge- und Pflanzenschutzmittel, eine Vereinheitlichung des Schutzes von Dauergrünland und die Anhebung der Anforderungen zum Atmosphärenschutz nahegelegt.

Aktuelle Tipps


Film: Seeds of freedom

Der neue Film „Seeds of Freedom“, herausgebracht von der Gaia Stiftung und dem „African Biodiversity Network“ (ABN), demonstriert die Veränderungen die die globale Landwirtschaft seit Jahrzehnten durchlebt und die Erfahrungen von Landwirten weltweit mit GVOs.  Der Film zeigt die inspirierende Vielfalt und das Wissen welches in der Hand lokaler Gemeinschaften liegt und welches uns helfen wird die vor uns liegenden Herausforderungen zu überkommen. Erzähler des Films ist der Schauspieler Jeremy Irons. Indigene Völker des ABN sowie unter anderem Vandana Shiva, Percy Schmeiser, Henk Hobbelink und Kumi Naido kommen in dem 30 minütigen Film zu Wort. Weitere Informationen finden sie  hier.

Der Film kann auch auf  Youtube gesehen werden. Für eine CD Ausgabe kontaktieren Sie bitte:  helen (at) gaianet.org

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