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10.03.2010 | permalink
Schweiz verlängert Gentechnik-Moratorium
Bundeshaus
In der Schweiz bleibt der kommerzielle Gentechnik-Anbau weiterhin verboten . Bis 2013 wurde das 2005 in Kraft getretene Moratorium mit Zustimmung aller Kantone verlängert. Zulässig sind lediglich streng kontrollierte Freisetzungsversuche zu Forschungszwecken. Im Vorfeld hattte der Bund ein nationales Forschungsprogramm lanciert um die Möglichkeit einer Koexistenz von gentechnikfreier und gentechnisch veränderter Landwirtschaft zu untersuchen . Die Forschungsinitiative läuft noch bis 2012 und gab für den Bundesrat letztendlich den Ausschlag, dem Parlament eine Verlängerung des Moratoriums vorzuschlagen. Bereits im Herbst letzten Jahres hatte der Ständerat dem Antrag zugestimmt nun ist ihm auch der Nationalrat mit 108 zu 68 Stimmen gefolgt. Am engagiertesten hatte sich die FDP gegen das Moratorium ausgesprochen. Allerdings ohne Erfolg SP und Grüne plädierten uneingeschränkt für das Moratorium und auch die CVP beugte sich dem Volkswillen und votierte mit großer Mehrheit für die Verlängerung.
07.03.2010 | permalink
In Rumänien bleibt Saatgut gentechnikfrei
GVOs in Maissaatgut
Die Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen ist innerhalb Europas verboten. Bisher gilt die technisch nachweisbare Grenze von 0,1% als Ausschlusskriterium bei der Reinheitskontrolle von Saatgut. Über diese Gesetzgebung hatte sich der rumänische Minister für Landwirtschaft hinweggesetzt und die zulässigen Grenzen für eine Verunreinigug von herkömmlichem Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen mittels einer neuen Verodnung auf 0,3-0,5% erhöht. Per Gerichtsurteil wurde diese selbsterlassenen Rechtsverordnung nun außer Kraft gesetzt. „Praktisch gesehen würden diese neuen Grenzwerte die Tore für den vollständigen Einzug der Gentechnik in die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelkette bedeuten. Landwirten wird mit diesen neuen Schwellenwerten die Möglichkeit genommen sich zwischen einem genteichnikfreien Anbau und dem Anbau von gentechnisch veränderten Organismen zu entscheiden. Das Urteil des Berufungsgerichts ist richtig und ein klares Zeichen in Richtung Verbraucher- und Umweltschutz“. erklärte Dan Craioveanu, Viezepräsident von The Ecological Club Transylvania, die das Gerichtsverfahren gegen das Ministerium für Landwirtschaft angesträngt hatten .
02.03.2010 | permalink
EU-Kommision gibt grünes Licht für Amflora-Anbau
©Fotografenname: tommyS, www.pixelio.de
Gerade eine Woche ist die neue EU-Kommission im Amt, da bezieht sie mit der raschen Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora bereits deutlich Stellung in Sachen Grüne Gentechnik. Obwohl Amflora bei der Bevölkerung, der EU-Arzneimittelbehörde (EMEA)und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf breite Ablehnung stößt erteilte die Kommission dem genteichnisch veränderten Erdapfel heute eine Zulassung.In wissenschaftlichen Kreisen ist Amflora besonders umstritten, weil sie ein Resistenzgen für ein Antibotikum besitzt das auch in der Humanmedizin zum Einsatz kommt. Wissenschaftler befürchten daher, dass es zu Resistenzbildungen gegen das Antibotikum kommt, sollte Amflora in die Nahrungskette gelangen. Zwar wird die gentechnisch veränderte Kartoffel nicht als Lebens- oder Futtermittel zugelassen, doch wird, um den deutschen Chemie-Riesen Bayer vor Haftungsansprüchen zu bewahren, eine Verschmutzung in der Lebensmittelkette von bis zu 0,9 Prozent toleriert. "Dies ist ein Kniefall vor der Biotech-Lobby. Man gibt zu,dass die Risikobewertung nicht ausreicht, um die Gentech-Pflanze für den Verzehr von Mensch und Tier zuzulassen und legalisiert dennoch,die Kontamination der Lebensmittelkette. Ein mieser Taschenspieler-Trick auf Kosten unserer Gesundheit", kritisierte Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Sogar zwei Wissenschaftler der ureigenen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kamen in ihrer Risikobewertung zu dem Schluss das ein Transfer in die Lebensmittelkette zwar "unwahrscheinlich", sollte er dennoch stattfinden seine Folgen aber bislang "unabsehbar" seien. "Was hier stattfindet ist reiner Interessensvertretung zu Gunsten der Biotech-Industrie. Es gibt Alternativen mit den gleichen gewünschten Stärkeeigenschaften ohne Risiko, z.B. die klassisch gezüchtete Kartoffel der Emsland Group und der EUROPLANT", bemerkt Karg abschließend.
01.03.2010 | permalink
EU-Kommission plant 'Verwässerung' der Risikoprüfung von gentechnisch veränderten Organismen
Foto: Greenpeace
Erneut warnte heute das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Testbiotech e. V.vor einer schleichenden Verwässerung des EU-Gentechnikrechts. Die neue EU-Kommission plant die Richtlinien der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) zur Prüfung gesundheitlicher Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen in Teilen in das EU-Regelwerk aufzunehmen. Die Richtlinien der EFSA sind jedoch stark umstritten, da sie sich vor allem an den Interessen der Industie orientieren und im Vergleich zu Arzneimitteln oder Pestiziden nur wenig verbindliche Vorgaben zu gesundheitlichen Risiken machen. Langzeituntersuchungen zur Auswirkungen von gentechnisch verändeten Organismen auf Umwelt und Gesundheit sind überhaupt nicht im Regelwerk der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit vorgesehen. Testbiotech kritisiert auch, dass die Kommission eine derartige Initiative startet, während die EFSA selbst an neuen Richtlinien zur Abschätzung der Risiken für die Umwelt arbeitet, deren Entwurf demnächst vorgestellt werden soll. „Die geplante EU-Regelung liest sich zu großen Teilen wie 'copy and paste' der EFSA-Richtlinien. Setzt sich die Kommission mit ihrem Vorhaben durch, bekommt die Industrie Rückenwind, kritisierte Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech e. V. Die Kommission hat das entsprechede Dokument im Entwurf bereits bei der WTO hinterlegt. Es soll im Mai unterzeichnet werden und im Juni in Kraft treten.
24.02.2010 | permalink
Wer profitiert vom Gentechnik-Anbau?
2009 - Erfolge für eine gentechnikfreie Landwirtschaft, die wir auch 2010 brauchen!
Wie in jedem Jahr veröffentlicht der International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications (ISAAA) auch 2010 einen detalierten Bericht über den weltweiten Anbau von Gentechnik- Pflanzen. Häufig übernehmen die Medien diese Daten ungeprüft. Grund hierfür ist jedoch nicht immer die Verlässlichkeit der Ergebnisse sondern vor allem der Mangel an alternativen Datenquellen. Die Statistik der Lobbyorganisation sollte aber nur unter größter Vorsicht als Referenz dienen. Denn die Tatsache das sich unter den Geldgebern vor allem prominente Firmen aus dem Biotechnologie-Sektor, unter anderem Bayer Crop Science und Monsanto befinden zeigt deutlich die Ausrichtung von ISAAA und lässt die Meldungen über einen weltweiten Boom der Agro-Gentechnik in einem etwas nüchterneren Licht erscheinen. Friends of the Earth hat es sich daher zur Aufgabe gemacht mit ihrem jährlich erscheinenden Bericht WHO BENEFITS FROM GM CROPS? einen kritischen Blick auf die Entwicklung im Gentechnik-Sektor zu werfen falsche Versprechungen der Gentechnikindustrie zu entlarven und aufzuzeigen, wie gering die eigentliche Akzeptanz dieser hochriskanten Technologie nach wie vor ist.
Friends of the Earth: Who benefits from GM Crops?
GLOBAL 2000: GLOBAL 2000 entlarvt falsche Angaben der Gentech-Lobby
International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications (ISAAA). Executive summary: Global Status of Commercialized Biotech 2009
transgen: Anbau Gentechnik-Mais in der EU 2009
Friends of the Earth Europe, Belgium (FoEE): New report: GM crops failing to tackle climate change
17.02.2010 | permalink
Neue Wege für eine nachhaltige Landwirtschaft
©Fotografenname: Mariocopa, www.pixelio.de
Das Landwirtschaft auch ohne Gentechnik und Pestizide funktionieren kann hat Hans Herren bereits bewiesen. 1995 erhielt er den Welternährungspreis, weil er und sein Team die Maniok-Schmierlaus mit einer kleinen Schlupfwespe erfolgreich bekämpfen konnte – ohne Chemie, und für die Bauern kostenlos. Die Schmierlaus hatte in weiten Teilen Afrikas den Maniokanbau massiv gefährdet. Herren ist überzeugt davon, dass nur eine nachhaltige Landwirtschaft die Nahrungsmittelsicherheit auch zukünftig gewährleisten kann. Für die Trockenregionen in Afrika hat er eine simple aber effektive Methode zur Steigerung der Ernten entdeckt: das "Push-Pull" System. Dabei werden natürliche Stoffe, etwa Pflanzendüfte oder Farben, eingesetzt, um Schädlinge zu vertreiben beziehungsweise anzulocken. Dr. Zeyaur Khan, Wissenschaftler in der Feldstation des internationalen Insektenforschungsinstituts "icipe" am Viktoriasee, hat im Kampf gegen den Stängelbohrer die wirksame "Push-Pull"-Methode entwickelt. Mittlerweile bewirtschaften rund 25.000 Kleinbauern in Kenia und Uganda auf diese Weise ihr Land.
11.02.2010 | permalink
EU-Kommission plant neue Gentechnik-Politik
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Pünktlich mit dem Arbeitsbeginn der neuen EU-Kommissare kündigte die Kommission nun auch eine politische Neuorientierung in Sachen Gentechnik an. Neben einem vereinfachten Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen steht auch mehr Freiheit für die einzelnen Mitgliedstaaten bei der Erteilung von Anbauzulassungen auf dem Verhandlungsplan. Meldungen wonach eine Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora kurz bevor stehe dementierte ein Kommissionssprecher jedoch. Viel später als geplanzt nahmen die neuen Kommissare um Jose Manuel Barosso ihre Arbeit auf. Nach wochenlangen Querelen um Posten und Präsidien - und einer Umbesetzung in letzter Minute. Als neuer Verbraucherschutz-Kommissar wird zukünftig John Dally für die EU-Politik im Bereich Gentechnik zuständig sein.
11.02.2010 | permalink
Hamburg pflanzt gentechnikfrei
©Fotografenname: Nadine Taperla, www.pixelio.de
In Sachen Gentechnikfreiheit geht Hamburg mit gutem Beispiel voran. Am Mittwoch hatte sich die Hamburger Bürgschaft parteiübergreifend für eine gentechnifreie Metropolregion ausgesprochen. Hamburg möchte mit diesem Schritt regionale Produkte stärker fördern und ein nicht akzeptables Risiko für den Obst- und Gemüseanbau unterbinden. Denn tatsächlich zählt die Region zu den größten Gemüseanbaugebieten Deutschlands. Linda Heitmann von den Grünen in Hamburg (GAL) bergüßte den gemeinsamen Konsens der Bürgerschaftsfraktionen: "Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind nicht besser, nicht gesünder, nicht schöner, nicht billiger - sie sind schlicht überflüssig." In ihrem gemeinsamen Papier appellieren die Parteien unter anderem an die Wirtschaft, freiwillig auf gentechnisch veränderte Produkte zu verzichten.
05.02.2010 | permalink
Gentechnik lässt 'Superunkräuter' sprießen
©Fotografenname: knipseline, www.pixelio.de
Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat in einer Pressemitteilung scharfe Kritik an dem Gentechnik-Konzern Monsanto geübt. Grund hierfür sind die falschen Versprechungen die Monsanto in der Vergangenheit gemacht hat. So hatte der Konzern Landwirten in Aussicht gestellt, dass durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen der Pestizideinsatz auf den Felder gesenkt werden könne. Die Realität ist jedoch eine andere. "Der Einsatz von Gentech-Baumwolle und Gentech-Soja von Monsanto führt in den USA bereits zu massiven Ernteschäden und zu einem ökologischen Desaster. Es werden immer mehr und stärkere Pestizide eingesetzt, um die Gentechpflanzen gegen mittlerweile resistent gewordene Unkräuter zu schützen", berichtet Jens Karg, Gentech-Sprecher von GLOBAL 2000. Erstmals bestätigten, laut dem Wissenschaftjournal 'Proceedings of the National Academy of Science' (PNAS), nun auch Mitarbeiter von Monsanto diesen Zusammenhang. "Obwohl Monsanto in wissenschaftlichen Kreisen zu gibt, dass die Unkräuter auf den Gentech-Äckern außer Kontrolle sind, wird den Farmern weiterhin das Märchen von den mit Gentechnik erzeugten Wunderpflanzen erzählt. Monsanto treibt die US-Farmer fahrlässig in den Ruin", kritisiert Karg. Und auch auf seiner Hompage preist der Konzern weiterhin 'die Vorteile der Verbesserten Unkrautkontrolle' gentechnisch veränderter Baumwolle und Soja an, die resistent gegen das Unkrautvernichtungsmitel Roundup sind.
01.02.2010 | permalink
MON 810 geht-Amflora kommt?
©Fotografenname: tommyS, www.pixelio.de
Ein Anbau des in Deutschland derzeit verbotenen gentechnisch veränderten Maises MON810 wird in diesem Jahr immer unwahrscheinlicher. In Braunschweig ist das Verfahren um den Gentechnik-Mais von Monsanto weiterhin anhängig. Eine gerichtliche Entscheidung wäre jedoch notwendig, denn beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) müssen Anmeldungen für den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) spätestens drei Monate vor der Aussaat im Standortregister gemeldet werden. Bei einer Maisaussaat Mitte April bis Anfang Mai müssten damit alle MON810-Flächen bis Ende Januar registriert sein. Auch wenn verschiedene Bundesländer, darunter Sachsen und Bayern, vorsorglich Anbauflächen angemeldet hatten, scheint ein rechtzeitiger gerichtlicher Beschluss unwahrscheinlich. Allerdings ist die Debatte um den Gentechnik-Anbau in Deutschland damit keineswegs vom Tisch. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission bald über die Zulassung der genmanipulierten Kartoffel Amflora in Europa entscheidet. Landwirtschaftsministerin Aigner hatte angekündigt, in diesem Fall eine Zulassung und den Anbau hinnehmen zu wollen.


