News

13.06.2013 |

Glyphosat in Urin und Getreideprodukten entdeckt

Glyphosat-Expertenkommission bei der Arbeit. Glyphosat-Expertenkommission bei der Arbeit.

Eine Studie des BUND und Friends of the Earth wies im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten das Herbizid Glyphosat nach. Bei 70 Prozent aller Proben in Deutschland konnte das Mittel, welches unter Verdacht steht das Erbgut zu schädigen und Krankheiten wie Krebs auszulösen, im Urin festgestellt werden. Den Wirkstoff Glyphosat ließ sich bereits in den 70er Jahren der US-Agrarmulti Monsanto patentieren und brachte ihn in Form des Spritzmittels „Roundup“ auf den Markt; heute ist es das meistverkaufte Pflanzengift weltweit und wird auf Äckern, Bahndämmen, Autobahnrandstreifen und in Privatgärten benutzt. Für Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin beim BUND, hat sich der Verdacht bestätigt, „dass die Bevölkerung in Europa zu weiten Teilen mit Glyphosat belastet ist“. Woher die Rückstände im Einzelnen stammen, muss noch genauer untersucht werden. Das Verbrauchermagazin „ÖKO-TEST“ ließ aktuell Mehl, Haferflocken und Backwaren auf das Pestizid untersuchen und wurde in 14 von 20 Proben fündig. Vor allem waren acht der zehn untersuchten Brötchen belastet, wodurch bewiesen wurde, dass Glyphosat auch Backtemperaturen übersteht.

12.06.2013 |

Monsanto-Tochter erhält Patent auf Brokkoli

Brokkoli Dieser Brokkoli ist noch frei verfügbar - aber Saatgut-Konzerne sichern sich mehr und mehr Patente (Foto: David Monniaux / CC BY-SA 3.0)

Trotz der Kritik aus Europäischem Parlament, Bundestag und über zwei Millionen Unterschriften für ein Verbot der Patentierung von Pflanzen, erteilt das Europäische Patentamt (EPA) heute erneut ein Patent auf konventionelle Züchtung. Bei den Pflanzen handelt es sich um Brokkoli der Firma Seminis, einer Tochter des Konzerns Monsanto. Laut Seminis soll der Brokkoli höher wachsen, um mit Erntemaschinen leichter abgeschnitten werden zu können. Organisationen wie „Keine Patente auf Saatgut!“ sehen darin jedoch einen weiteren Schritt in Richtung „Monopolisierung unserer Lebensgrundlagen“. Neben dem Saatgut konnte Seminis auch die Brokkoli-Pflanzen, die Ernte und die geernteten Köpfe als ihre „Erfindung“ eintragen lassen. Kritiker der Saatgutpatente starteten eine Unterschriftenaktion gegen das Brokkoli-Patent. Sie protestieren damit gegen die zunehmende Marktkonzentration und weniger Vielfalt auf dem Acker, außerdem fordern sie von der Politik das Patentrecht so zu ändern, dass Patente auf konventionelle Züchtung generell verboten werden. Innerhalb der Bundesregierung gibt es dazu bisher keine Einigkeit, vor allem die FDP blockiert solche Initiativen. Laut einem Arbeitspapier der Welternährungsorganisation FAO plant die Industrie derzeit große Geschäfte mit patentierten Pflanzen, demnach soll der derzeitige Umsatz von etwa 700 Mio. Dollar bis 2020 auf 3 Mrd. Dollar gesteigert werden.

31.05.2013 |

Gentech-Weizen in Oregon - Japan und Korea stoppen US-Importe

Nach dem Fund von Gentechnikweizen im US-Bundesstaat Oregon haben Japan und Südkorea aus Angst vor Verunreinigungen den Import von US-Weizen verboten. Monsanto teilte mit, dass es sich offensichtlich um GMOs aus ihrem Hause handelt und man mit den Behörden eng zusammenarbeite. Zugelassen ist der Weizen nirgends. Seine Vermarktung wurde gestoppt, weil Weizenanbauer in Kanada und den USA um ihre Exporte fürchteten.

31.05.2013 |

Monsanto gibt Gentechnik-Anbau in der EU verloren

Brandon Mitchener, Monsanto Europe's Public Affairs Lead Foto: Investigative Denmark

„Unsere Politik ist: Wir verkaufen es da wo die Leute es wollen, wenn die Bauern es wollen, die Regierung es will und wenn es funktionierende, wissenschaftlich basierte Rechtsbestimmungen gibt. Gegenwärtig ist das nur in Spanien und Portugal der Fall“, gibt Monsanto's neuer EU- und Afrika-Sprecher Brandon Mitchener in einem youtube-Interview mit dänischen Journalisten bekannt. Das sei Monsantos Politik übrigens schon seit 2011. Der jahrelange Versuch, die Europäer von GVOs zu überzeugen sei gescheitert; „gut, wir haben eine Menge anderer Dinge zu verkaufen“. Sieht so das Ende des Gentechnikanbaus in Europa aus? Noch nicht ganz. Aber wir kommen der Sache offensichtlich näher.

27.05.2013 |

Weltweiter Protest gegen Monsanto

Dem Regen zum Trotz: March against Monsanto in Berlin Dem Regen zum Trotz: March against Monsanto in Berlin

Am Wochenende fand in 436 Städten in 52 Ländern der „Marsch gegen Monsanto“ (#March against Monsanto) statt, Tausende Menschen beteiligten sich um gemeinsam gegen den Saatgut-Konzern zu protestieren. Mit Transparenten mit Aufschriften wie „Echtes Essen für echte Menschen“ forderten die Demonstranten ein Ende der kriminellen und unfairen Geschäftspraktiken des Konzerns, in der argentinischen Stadt Córdoba protestierten beispielsweise mehrere Tausend Menschen gegen den Bau einer Gen-Saatgutfabrik und in Wangeningen, dem Zentrum der niederländischen Lebensmittelindustrie versammelten sich rund 3.000 Menschen vor dem Sitz von Monsanto um gegen den Konzern und Gentechnik in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Auch in Berlin brachten trotz des anhaltenden Regens etwa 300 Gegner ihren Protest auf die Straße.

24.05.2013 |

Protest gegen Gentechnik bei Video World

Aktive fordern Verkaufsstopp von GVO-Snacks. (Foto:Greenpeace Berlin) Aktive fordern Verkaufsstopp von GVO-Snacks. (Foto:Greenpeace Berlin)

Bereits vor 2 Jahren deckte die Berliner Greenpeace-Gruppe auf, dass die Filmverleih-Kette „Video World“ in 26 ihrer 36 Filialen, Schokolade und Chips mit gentechnisch veränderten Zutaten anbietet. Greenpeace Berlin macht seitdem immer wieder mit Aktionen auf die einhergehenden Probleme durch Gentechnik aufmerksam und sammelte Unterschriften, die der Geschäftsleitung klar machen sollen, dass auch die KundInnen keinen Appetit auf gesundheitliche Risiken und Gefahren für die Umwelt haben. Bisher zog jedoch nur eine Filiale die, aus den USA importierten, „Butterfinger“ und „Reeses“ Riegel aus ihrem Angebot. So protestierten am 19. Mai wieder Greenpeace-AktivistInnen vor einem Geschäft in Berlin-Schöneberg um KundInnen und Öffentlichkeit über die Gentechnik in den süßen Snacks aufmerksam zu machen.

11.05.2013 |

Protest gegen Syngenta's Chillipatent

Capsicum annuum - Spanischer Pfeffer oder Paprika Capsicum annuum - Spanischer Pfeffer oder Paprika nach Franz Eugen Köhlers Medizinalpflanzen 1887

„Es hat es wieder getan!“, beschwert sich eine NGO-Koalition um die Münchner Gruppe „Kein Patent auf Saatgut“. Obwohl das Europäische Parlament und der Deutsche Bundestag dagegen intervenierten und das Europäische Patentabkommen Patente auf Pflanzensorten grundsätzlich ausschließt, erteilt das Europäische Patentamt weiterhin Patente auf Pflanzen, die das Ergebnis herkömmlicher Züchtung sind. Diesmal war es eine Chili-Sorte von Syngenta.

07.05.2013 |

Saatgutverordnung veröffentlicht - Ab in die Nische?

Vorrang für Vielfalt Vorrang für Vielfalt

Der massive Protest gegen die Verarmung der Saatgutvielfalt in Europa hat bei der EU Kommission sichtlich Wirkung gezeitigt: Spezielle Ausnahmen für den Aufwand bei der Registrierung von „Nischenprodukten“ und alten Sorten sollen den Sturm der Entrüstung besänftigen, der durch Medien und Internet ging. Die Auseinandersetzung um die Ziele und Methoden der Saatgutpolitik der EU hat damit allerdings erst begonnen.

26.04.2013 |

Saatgut-Streit zieht Kreise und Fäden

Tomatenfaden Foto: pro specia rara

Österreichs Umweltminister Berlakovich (ÖVP) hat die Saatgut-Petition „Freiheit für die Vielfalt“ unterzeichnet. Die Schwester-Petition von Save Our Seeds und Campact wurde an einem Tag von 100.000 unterschrieben. Dagegen warnt die taz vor einer facebook-Ente und der neue Agrarminister von Niedersachsen läßt sich vom leider gar nicht zuständigen Agrarkommissar Ciolos beruhigen. Österreichs „Paradeiser-König“ Erich Stekovics jedenfalls sagt: „Wenn die Verordnung kommt, kann ich zusperren.“

25.04.2013 |

Aufstand gegen EU Saatgut-Verordnung

EU Kommissar Tonio Borg EU Kommissar Tonio Borg

Die Neuregelung der Saatgutgesetze der EU schlägt dieser Tage hohe Wellen. Am 6.Mai will EU-Kommissar Tonio Borg seinen Entwurf einer neuen Verordnung vorstellen, die 12 Richtlinien und ungezählte nationale Gesetze vereinheitlichen soll. Für kleine Züchter, Landwirte und Gärtner würden freier Austausch und Verkauf von alten wie neuen Sorten dadurch noch weiter eingeschränkt als bisher und damit die Vielfalt auf dem Acker und in den Gärten. Nicht alles was der Kommission im Netz unterstellt wird, stimmt allerdings.

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