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11.04.2018 |

Symposium: Agrarökologie im großen Stil für Agrar- und Ernährungswende

Farmer
FAO: Kleinbauern müssen bei Ausweitung der Agrarökologie im Zentrum stehen (Foto: CC0)

Die Agrarökologie erntet immer mehr Beachtung – nicht zuletzt, da eine Vielzahl von Positivbeispielen aus aller Welt das enorme Potenzial agrarökologischer Methoden belegen. Sie muss jedoch weiter gefördert und ausgeweitet werden, damit eine Transformation der Ernährungs- und Agrarsysteme und das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) gelingt. Das ist eine der Hauptbotschaften, die vom 2. Internationalen Agrarökologiesymposium ausgeht, das vom 3. bis 5. April in Rom stattfand. Das wachsende Interesse an Agrarökologie zeigt der Andrang auf der Veranstaltung: Über 700 Teilnehmende aus aller Welt tummelten sich bei der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), darunter Vertreterinnen und Vertreter von 72 Regierungen, 350 zivilgesellschaftlichen Gruppen und sechs UN-Organisationen.

Vorausgegangen war 2014 ein erstes Symposium zum Thema Agrarökologie bei der FAO, gefolgt von einer Reihe regionaler Treffen. Während FAO-Generalsekretär José Graziano da Silva 2014 noch davon sprach, dass mit dem ersten Forum „ein Fenster für die Agrarökologie in der Kathedrale der Grünen Revolution” geöffnet worden sei, steht nun der nächste Schritt an: „Es ist an der Zeit für eine Umsetzung der Agrarökologie im großen Stil“, sagte da Silva letzten Donnerstag in seinen Schlussbemerkungen. „Es ist uns gelungen, nicht mehr nur darüber zu reden, was Agrarökologie ist, sondern wir haben nun genaue Programmziele, die in den nächsten paar Jahren erreicht werden sollen und zudem eine starke Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft und jener Regierungen, die hart daran gearbeitet haben, dass dieses Symposium ein Erfolg wird.“

Der Vorsitzende des diesjährigen Symposiums, Braulio Ferreira de Souza Dias, fasste am Ende der Veranstaltung zusammen, warum der Agrarökologie eine Schlüsselrolle bei der Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen zukommt: Sie biete viele Vorteile und trage etwa zur Verbesserung der Ernährungssicherheit, Diversifizierung der Lebensmittelproduktion, Bewahrung von natürlichen Ressourcen, Biodiversität und Ökosystemfunktionen, Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit, Anpassung an den Klimawandel und dessen Abschwächung und zur Bewahrung traditioneller Wissenssysteme bei. Doch trotz vieler positiver Erfahrungen mit agrarökologischen Methoden in allen Weltregionen mangele es wichtigen Entscheidungsträgern immer noch an Bewusstsein für das Potenzial der Agrarökologie für die Bewältigung vieler Herausforderungen und das Erreichen der SDGs. Der Vorsitzende präsentierte auch seine Vision für die Ausweitung der Agrarökologie sowie eine To-Do-Liste für alle Akteure. Regierungen forderte er dazu auf, den Rahmen für die Förderung von Agrarökologie zu schaffen und „perverse Anreize“ für nicht nachhaltige Landwirtschaft abzuschaffen. „Es ist entscheidend, dass rechtliche und politische Rahmenbedingungen auf eine Art und Weise geschaffen werden, die einen echten Wandel hin zu nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen auf der Basis von Agrarökologie sicherstellt und die Rechte von Bauern und ihr Zugang zu produktiven Ressourcen wie Land, Wasser und Saatgut respektiert, schützt und gewährleistet.“

In seiner Zusammenfassung forderte Dias die FAO auf, einen ausführlichen 10-Jahres-Aktionsplan für Agrarökologie zu entwickeln und mit der Umsetzung der „Scaling up Agroecology Initiative“ zu beginnen, die auf dem Symposium an den Start ging. In einem 17-seitigen Dokument wurde die Initiative vorgestellt und dargelegt, welche Rolle die Agrarökologie für die Agenda 2030 spielen kann, welche Stolpersteine einer Ausweitung im Wege stehen könnten und welche Chancen sie bietet, was die Kernarbeitsbereiche der Initiative sein werden und wie es der Initiative durch die umfassende Zusammenarbeit eines breiten Spektrums an Akteuren und Institutionen gelingen kann, die Agrarökologie im großen Stil zu verbreiten. FAO-Chef da Silva betonte auch, dass in diesem Prozess Kleinbauern weiterhin eine zentrale Rolle spielen müssen: „Wenn wir von Agrarökologie sprechen, geht es nicht um rein technische Fragen. Ich möchte den sozialen Aspekt unterstreichen: Wenn wir also sagen, dass wir die Rolle der Agrarökologie in der Arbeit der FAO verstärken werden, bedeutet dies, dass wir die Rolle von Familienbetrieben und Kleinbauern, Fischern, Viehhaltern, Frauen und der Jugend stärken werden.“ Na dann los geht's! (ab)

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