Save Our Seeds

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung. Es steht am Anfang und am Ende eines Pflanzenlebens. Die Vielfalt und freie Zugänglichkeit dieses Menschheitserbes zu erhalten, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, ist die Aufgabe von Save Our Seeds.

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Ursula Schulz-Dornburg

"Save Our Seeds" startete 2002 als Initiative zur Reinhaltung des Saatguts von Gentechnik. Mittlerweile betreiben wir viele weitere Projekte für Saatgutvielfalt, nachhaltige Landwirtschaft und globale Ernährung. mehr

Lasche Sicherheitsstandards für invasive Gentechnik-Organismen

Die Gentechniksicherheitsverordnung muss das Entweichen von Gene Drive-Organismen zuverlässig verhindern!

Am Mittwoch, den 27.03.2019 will die Bundesregierung in einer Novelle der Gentechniksicherheitsverordnung erstmals Sicherheitsstandards für den Umgang mit sogenannten Gene Drive-Organismen (GDO) festlegen. Dabei handelt es sich um eine neue Klasse gentechnisch veränderter, hochinvasiver Organismen, die gezielt in die Natur freigesetzt werden sollen, um dort ganze Populationen von Tieren, Mikroorganismen oder Pflanzen gentechnisch zu verändern. Ihre Einstufung in die Sicherheitsstufe 2 (von vier) halten SOS und Testbiotech für grob fahrlässig.

GDO werden vor allem mit Hilfe der Gentechnikmethode CRISPR-CAS so verändert, dass sie ihre neue Eigenschaften zusammen mit dem Bauplan für die gentechnische Veränderung an alle ihre Nachkommen weitervererben. Auch ihre Nachkommen sollen diese Eigenschaft und den gentechnischen Manipulationsmechanismus zu 100 Prozent weitervererben. Auf diese Art haben Gene Drive das Potential, gesamte Arten zu verändern, oder auch auszurotten. Einmal in die Umwelt freigesetzt, können sie kaum kontrolliert werden; auch dann nicht, wenn sie sich in der Natur anders entwickeln, als vorgesehen.

Der Sicherheitssttufe 2 sind laut Gentechnikgesetz "gentechnische Arbeiten zuzuordnen, bei denen nach dem Stand der Wissenschaft von einem geringeren Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt auszugehen ist". Dies wird dem von GDO ausgehenden Risiko für die Artenvielfalt nicht gerecht, kritisiert Mareike Imken von Save our Seeds.

"Schon das Entkommen einzelner Versuchstiere, etwa von Fliegen oder Mücken, könnte zur Ausrottung wildlebender Populationen oder der gesamten Art führen. Gene-Drive-Organismen gehören, auch weil sie als Biowaffen genutzt werden könnten, zu den gefährlichsten Gentechnik-Konstrukten, die bisher entwickelt wurden."

"Mit Gene Drive-Organismen entsteht ein neues Umweltrisiko, dem die Sicherheitsstufe 2 nicht gerecht wird", erklärt Christoph Then von Testbiotech. Die Verordnung konzentriert sich auf Gefahren durch Krankheitserreger oder Giftsstoffe. "Umweltgefahren, welche durch die invasive Ausbreitung von Gene Drive-Organismen entstehen, werden vernachlässigt."

Erst im Oktober 2018 hatte die Konvention für biologische Vielfalt an ihre Mitglieder appelliert, beim Umgang mit Gene Drives Vorsorge walten zu lassen. Deshalb fordern Save our Seeds und Testbiotech, für Laborarbeiten mit Gen Drive-Organismen bis auf Weiteres, die höchste Sicherheitsstufe 4 vorzuschreiben. Ihr sind "gentechnische Arbeiten zuzuordnen, bei denen nach dem Stand der Wissenschaft von einem hohen Risiko oder dem begründeten Verdacht eines solchen Risikos für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt auszugehen ist." Im Sinne des Vorsorgeprinzips und einer verantwortungsbewussten Forschung muss dies mindestens so lange gelten, wie keine spezifischen Sicherheitsmaßnahmen für diese Gefahrenkategorie entwickelt wurden.

Die Novelle der Gentechniksicherheitsverordnung muss von der Bundesregierung noch dem Bundesrat zur Zustimmung vorgelegt werden. Die Hoffnung ruht deshalb auf dem Verantwortungsbewusstsein der Landesregierungen, die eine entsprechende Änderung fordern und durchsetzen können.

SOS und Testbiotech fordern zudem internationale Maßnahmen, um absichtliche Freisetzungen von Gene Drive-Organismen in die Umwelt zu verhindern, solange Risiken für Mensch und Umwelt nicht ausgeschlossen werden können.

Link zur Pressemitteilung


Biodiversitätskonvention versagt bei Regulierung neuer Gentechnik

Bei der Konferenz der UN-Biodiversitätskonvention zum Schutz der biologischen Vielfalt haben sich 196 Nationen am 29.11.2018 leider nur auf den denkbar kleinsten gemeinsamen Nenner bezüglich der Erforschung und Freisetzung von sogenannten Gene Drive Organismen geeinigt. Statt klarer Vorsorge und globaler Kontrolle finden sich in der gemeinsamen Erklärung nur weit interpretierbare, allgemeine Appelle an die Regierungen.

„Damit hat sich das millionenschwere Lobbying der Bill & Melinda Gates Foundation sowie der Interessensvertretungen der Gentechnik weitgehend durchgesetzt“ kritisiert Mareike Imken von Save Our Seeds. „Dieser Beschluss muss der Beginn einer globalen Kampagne für ein Moratorium bei dieser Hochrisikotechnologie werden.“

Anstatt ein Moratorium für die Freisetzung von Gene Drive Organismen zu beschließen, wie dies über 200 zivilgesellschaftliche Organisationen und einige Regierungen gefordert hatten, erschöpft sich der nun verabschiedete Beschluss in einem fast beliebig interpretierbaren Appell zur Vorsorge bezüglich der Freisetzung von Gene Drives in die Umwelt. Regierungen und Wissenschaftler*innen bietet er die Möglichkeit, Forschung und Freisetzungen nach eigener Definition der Angemessenheit von Vorsorgemaßnahmen, Risikobewertung und der Einbindung lokaler und indigener Gruppen zu gestalten.

Damit hat das einzige internationale Forum zur Regulierung globaler Gefahren für die Biodiversität und des grenzüberschreitenden Umgangs mit gentechnisch veränderten Organismen eklatant versagt bei der Regulierung des bisher gefährlichsten Einsatzes von Gentechnik in der Umwelt. Die von der CBD geforderte Berücksichtigung und Einbindung „möglicherweise betroffener“ lokaler und indigener Gemeinschaften ist zwar zu begrüßen. Doch die nur für diese Gruppen geforderte vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung (prior informed consent) müsste zuerst für alle betroffenen Nationen verbindlich vorgeschrieben werden.

Gene Drive Organismen enthalten die Programmierung für eine gentechnische Veränderung, die sie an alle Nachfahren weitergeben, um so eine gentechnische Kettenreaktion in der Umwelt in Gang zu setzen. Diese kennt bisher keine räumliche oder zeitliche Beschränkung und Kontrolle. Sich global ausbreitenden Gene Drive Organismen betreffen deshalb grundsätzlich die gesamte Menschheit. Deshalb erfordert der Einsatz dieser Technologie in der Natur einen Konsens der Weltgemeinschaft.

Save Our Seeds nimmt den Beschluss der CBD zum Anlass für den Start einer Kampagne mit dem Ziel, ein weltweites Moratorium für die Freisetzung von Gene Drives bei der nächsten Konferenz der CBD 2020 in Peking verbindlich zu verankern.

Link zum Beschluss der CBD:

https://www.cbd.int/doc/c/2c62/5569/004e9c7a6b2a00641c3af0eb/cop-14-l-31-en.pdf


Gentechnikfreie Regionen Europas

Am 6. und 7. Septembe r2018  trafen sich in Berlin die gentechnikfreien Regionen Europas zum neunten Mal seit 2005. Der NGO-Tag wurde von Save Our Seeds, der Regionalregierungstag von Hessen ausgerichtet. Dessen Staatssekretärin für Umwelt und Landwirtschaft Beatrix Tappeser ist derzeit Präsidentin des GMO Free Netzwerks von 64 Regionalregierungen der EU. Zentrale Themen an beiden Tagen: CRISPR-Cas und "Gene Drives". Gemeinsam verabschiedet wurde auch eine Berliner Erklärung, in der sich die Regionen unter anderem gegen den Einsatz von Gene Drives aussprechen. Am Vorabend der Konferenz ging es bei einer öffentlichen Debatte in der GLS Bank mit 5 internationalen hochkarätigen Wissenschaftler*innen um die provokante Frage was Gentechnik nach 30 Jahren eigentlich geleistet hat und was sie mit des Kaisers neuen Kleidern zu tun hat. Hier das Programm im Überblick.


EuGH: CRISPR ist Gentechnik

Kollegium des EuGH, Bild: Europäischer Gerichtshof

Der Europäische Gerichtshof hat gesprochen, klar und eindeutig: CRISPR-Cas ist Gentechnik im Sinne der EU-Gesetze. Ausgenommen von deren Regulierung sind ausschließlich alte Verfahren der Zufalls-Mutagenese mit Hilfe von Bestrahlung und Chemie, die bei der Verabschiedung der EU-Richtlinie bereits seit Jahrzehnten in Gebrauch waren.

Seit über einem Jahr war über diese Frage von verschiedenen Seiten mit wissenschaftlichen Gutachten, Kasuistik und bemerkenswerten Wortneuschöpfungen eine neue Gentechnik-Debatte entfacht worden: Ist CRISPR-Cas, sind andere Formen des sogenannten "gene editing" überhaupt noch Gentechnik, vielleicht nur unter ganz bestimmten Bedingungen und unter anderen nicht? Sind die neuesten Formen "naturidentischer Mutagenese" nicht im Grunde noch viel sicherer als natürliche Züchtungsverfahren? Die Dramaturgie der Kampagne spitzte alles auf das am 25. Juli nun entschiedene Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof zu. Dabei ging es hier ursprünglich gar nicht um CRISPR-Cas, sondern darum wie bestimmte Formen traditioneller Mutagenese einzuschätzen sind. Ein schwer nachvollziehbares Playdoyer des Generalanwaltes Bobeck hatte Anfang des Jahres vielen Hoffnung gemacht, mit einer wilden Interpretation des Allerweltswortes "Mutagenese" den Gentechnikbegriff aus den Angeln heben zu können. Nun ist es anders gekommen und über den 15 EuGH Richter*innen ist nur noch der blaue Himmel: Berufung kann gegen ihr Urteil nicht eingelegt werden.

Auch die Regierungsparteien in Deutschland wollen laut Koalitionsvertrag nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes "auf europäischer und gegebenenfalls nationaler Ebene Regelungen vornehmen, die das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit gewährleisten".Dazu besteht nun Gelegenheit. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, bei dem bereits einige Anträge für den Einsatz von CRISPR und anderen "gene editing" Verfahren auf dem Tisch liegen, gehörte bisher zu den aktiven Verfechtern der These, hier handle es sich nicht um Gentechnik. Mit besonderem Gusto betonten einige Vertreter des Amtes und anderer Institutionen, eigentlich könne man den Einsatz der "Genschere" gar nicht nachweisen, sie allein schon deshalb kaum regulieren.  Wir sind gespannt auf ihre Reaktionen und weiteren Bemühungen, Recht und Gesetz auch technisch einzuhalten.

Der heilsame Effekt des EUGH-Urteils ist, dass es Hintertürchen-Politik und Grauzonen bei der Gentechnikfrage verhindert. Die logische Konsequenz für die Bayer-AG, die hierzulande bereits die meisten CRISPR-Patente hält, wird sein, dass sie, nachdem dessen Uminterpretation misslungen ist, nun auf eine Änderung des europäischen Gentechnikrechtes drängen wird. Mit den gleichen Argumenten, die schon vor 30 Jahren zum Thema Gentechnik zu hören waren: Es gebe in Wahrheit keinen Unterschied zwischen bisheriger Züchtung und diesen neuen, "viel präsziseren" Formen der genetischen Veränderung.

Sich dieser Debatte erneut zu stellen, schadet weder der Wissenschaft noch dem Umwelt- und Verbraucherschutz. Sie bringt selbst die etwas verdruckste Initiative des Grünen-Vorstandes, der im Rahmen der Programmdebatte bestimmte neue Techniken für bestimmte Zwecke dann für denkbar hält, wenn gewisse Utopien gewährleistet würden, auf den einfachen Punkt: Nicht "ist das Gentechnik oder was anderes", sondern "wollen wir Gentechnik einsetzen" und wenn ja wofür ist hier die Frage. 

"Wir begrüßen das Urteil des EuGH als einen Sieg des gesunden Menschenverstandes, der wissenschaftlichen Redlichkeit und als eine heilsame Absage an semantische Manipulationsversuche in einer offensichtlich interessengeleiteten Diskussion über den Umgang mit Technologien und ihren Risiken," sagte Benny Haerlin von Save Our Seeds, "und wir stellen uns nun auf eine neue Gentechnikdebatte mit der Bayer-AG und einer breiten Palette von Freundinnen und Freunden der neuen Technologien ein. Das Urteil des EuGH gibt dieser Auseinandersetzung eine solide Grundlage."

CRISPR ist eine neue Methode, die es kurz gesagt erlaubt, mit Hilfe einer Immunreaktion gezielt an ganz bestimmten Orten der DNA diese zu schneiden und anschließend einzelne Basenpaare zu verändern, Abschnitte stillzulegen oder auch neue Abschnitte einzufügen, macht seit einiger Zeit Furore in der Wissenschaft, unter Pharma- und Agrarunternehmen und in  der Politik. Ihr Acronym CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Pallindormic Repeats) ist für viele gleichbedeutend mit einer neuen Ära dere genetischen Veränderung.

Eine gute Erklärung der Technologie findet sich bei der neuen Fachstelle Gentechnik und Umwelt.

Viele Nichtregierungsorganisationen, auch Save Our Seeds, hatten in einer gemeinsamen Resolution bereits im Vorfeld des Urteils an die Bundesregierung apelliert, dem Vorsorgeprinzip treu zu bleiben. Mehr dazu auch beim Informationsdienst Gentechnik.


NACHRICHTEN

18.04.2018 |

Rechte
Mehr Rechte für Kleinbauern: auf dem Papier und in der Praxis (Foto: CC0)

Starke UN-Erklärung für die Rechte von Kleinbauern gefordert

Auch dieses Jahr stand der internationale Tag des kleinbäuerlichen Widerstandes am 17. April wieder ganz im Zeichen der Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Rund um den Globus fanden Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen statt, bei denen Bauernorganisationen und zivilgesellschaftliche Gruppen auf die Probleme von Kleinbauern und Landlosen aufmerksam machten. Während die einen auf die Straße gingen, verhandelte in Genf eine Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats vom 9. bis 13. April eine Erklärung für die Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten. Seit 2012 wird daran schon gearbeitet und gefeilt, nun ging es in die fünfte und letzte Verhandlungsrunde. Im Juni 2018 soll das Endergebnis dem UN-Menschenrechtsrat zur Annahme vorgelegt werden. Mit der Rolle der EU und Deutschlands in diesem Prozess nicht unbedingt zufrieden zeigte sich ein Bündnis deutscher NGOs, zu dem unter anderem die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland oder das entwicklungspolitische INKOTA-Netzwerk gehören. Sie werfen der EU und Deutschland vor, die Erklärung zu torpedieren und zu verwässern.

„Leider hat sich die Bundesregierung nicht direkt in die Verhandlungen eingebracht, sondern hat sich von der EU vertreten lassen. Diese brachte vor allem Vorschläge ein, die die Wirkkraft der Erklärung schwächen würden“, kritisiert FIAN-Referentin Gertrud Falk, die die Verhandlungen beobachtete. Die EU weigere sich bisher, grundlegende Rechte von Kleinbauern anzuerkennen, wie zum Beispiel das Recht auf Saatgut, das Recht auf Land oder auf eine gesunde Umwelt, obwohl diese Rechte Voraussetzung für die Verwirklichung anderer Menschenrechte dieser Bevölkerungsgruppe seien. Der bisherige 14 Seiten und 28 Artikel umfassende Textentwurf sieht zum Beispiel in Artikel 21 das Recht auf Wasser vor. Hier etwa wollte die EU erreichen, dass der Titel in „Zugang zu Wasser“ abgeändert wird, um den rechtlichen Aspekt herauszunehmen, berichtet Falk: Das Recht auf Wasser ist viel umfassender als allein der Zugang, sagte sie gegenüber dem Deutschlandfunk: „Es geht dabei darum, dass Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und Kleinfischer und Kleinfischerinnen vor allen Dingen natürlich auch ihre Wasserressourcen pflegen dürfen, ihre gemeinschaftlichen Nutzungsweisen daran weiter kultivieren dürfen und ausüben können, und dass Wasserressourcen wie Quellen, aber auch die Seen und Bachläufe nicht privatisiert werden, wie das leider zunehmend der Fall ist, da große Konzerne versuchen, diese Ressourcen zu privatisieren und dann für ihren alleinigen Profit zu nutzen.“

Ebenfalls ein Dorn im Auge seien der EU kollektive Rechte. Doch Kleinbauern leben und arbeiten in vielen Regionen der Welt als Gemeinschaft und pflegen auch die natürlichen Ressourcen gemeinsam. „Rechte werden ihnen oft als Gemeinschaft streitig gemacht und müssen deshalb auch als gemeinschaftliche Rechte geschützt werden“, fordert Falk. Ein weiterer strittiger Punkt ist ein Recht auf Saatgut. Bäuerin Paula Gioia, die für die AbL am Verhandlungstisch saß, erklärte dazu: „Wir Bauern und Bäuerinnen kultivieren seit Jahrtausenden Saatgut und garantieren damit eine Sortenvielfalt, die für nährstoffreiche Nahrungsmittel, biologische Vielfalt und Anpassungen an Klimaveränderungen sorgt.“ Die Agrarindustrie strebe hingegen überall auf der Welt die Vereinheitlichung von Landwirtschaft und Nahrungsmitteln an und übernehme zunehmend die Kontrolle über die landwirtschaftlichen Grundlagen wie Land, Wasser und Saatgut. „Unser Recht auf Ernährungssouveränität muss dagegen geschützt werden“, fordert Gioia. „Dazu braucht es dringend die Unterstützung auch der Bundesregierung und der EU für eine starke UN-Erklärung.“

Rechte auf dem Papier sind das eine und die Umsetzung in der Realität das andere. Dennoch ist Falk überzeugt von der Notwendigkeit des Papiers: „Diese Erklärung fasst bestehendes Völkerrecht, was Kleinbauern betrifft, zusammen und interpretiert es für ihre Bedürfnisse. Das heißt, es stärkt sehr stark das Rechtsbewusstsein, das Menschenrechtsbewusstsein dieser Gruppe, sodass sie wissen, sie können politisch diese Rechte einfordern. Die Rechte werden nicht einklagbar sein, aber die Staaten, die hinterher der Erklärung zustimmen, verpflichten sich damit politisch, diese Rechte auch umzusetzen“, sagte sie dem Deutschlandfunk. (ab)

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Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern!

Am 24. Mai 2019 findet in Bern ein interdisziplinäres Gene Drive Symposium statt. Es beleuchtet die wissenschaftlichen, ethischen, sozio-ökonomischen und regulatorischen Aspekte dieser neuen Technologie. Hier mehr erfahren!

Bei unserer Mitmach-Aktion "Samba für die Vielfalt" auf der Wir haben Agrarindustrie satt Demo
am 19.01.2019 tanzten wir für eine gentechnikfreie und vielfältige Landwirtschaft.

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