Save Our Seeds

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung. Es steht am Anfang und am Ende eines Pflanzenlebens. Die Vielfalt und freie Zugänglichkeit dieses Menschheitserbes zu erhalten, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, ist die Aufgabe von Save Our Seeds.

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Ursula Schulz-Dornburg

Chronologie der Ereignisse

6. Juni 2019 / Invasive neue Gentechnik braucht strengere Sicherheitsauflagen, als es Landwirtschaftsministerin Klöckner wünscht

Gene-Drive-Organismen könnten erstmals im Gentechnikrecht reguliert werden
Bei einer am Freitag, den 07.06.2019 im Bundesrat erwarteten Abstimmung könnten die Bundesländer dazu beitragen, die Artenvielfalt vor einer Bedrohung durch ein neues Gentechnikverfahren besser zu schützen, als es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in der Novelle der Gentechniksicherheitsverordnung vorsieht. Dabei geht es um Sicherheitsauflagen für sogenannte Gene-Drive-Organismen (GDO), die mit besonders
hohen Risiken für die Umwelt einhergehen.

Mücken, Fliegen, Mäuse, aber auch Pflanzen können durch ein neues Gentechnikverfahren namens Gene Drive so verändert werden, dass sie eine neue Eigenschaft schnell und flächendeckend in wildlebenden Populationen verbreiten. Durch eine spezielle Anwendung der sogenannten CRISPRCas-Technologie kann hier die gentechnische Manipulation selbst weitervererbt werden und so eine zeitlich und räumlich nicht kontrollierbare gentechnische Kettenreaktion in der Natur auslösen. Durch die Freisetzung solcher Gene-Drive-Organismen sollen ganze Populationen oder Arten in der Natur gentechnisch verändert oder auch ausgerottet werden. Bei Experimenten mit Gene-Drive-Organismen im Labor besteht die Gefahr, dass Versuchstiere entkommen. Bereits wenige freigesetzte GDO könnten theoretisch zur Ausrottung ihrer Art in der Natur führen.

Nachdem ein Bündnis aus NGOs (der AbL, dem BUND, dem GeN, der IG-Saatgut, Testbiotech und Save Our Seeds) in einem Brandbrief auf diese Gefahr hingewiesen hatte wurden die für die Gentechniksicherheit zuständigen Bundesländer aktiv. Agrar- und Umweltausschuss des Bundesrates forderten mit deutlichen Mehrheiten, einschließlich CDU-geführter Bundesländer, aus Vorsorgegründen strengere Sicherheitsauflagen für Arbeiten mit Gene-Drive-Organismen in geschlossenen Systemen. Die Bundesregierung hatte in einer Novelle der Gentechniksicherheitsverordnung erstmals GDO in die Verordnung aufgenommen und für Laborexperimente nur die Sicherheitsstufe 2 (von vier) vorgesehen. Der Haken: Nach einer Einzelfallprüfung wäre eine Herabstufung in die niedrigste Sicherheitsstufe 1 nicht ausgeschlossen. Die Sicherheitsstufe 1 signalisiert ein vernachlässigbares Risiko durch GVO für die Umwelt und die menschliche Gesundheit und erfordert keine speziellen Sicherheitsauflagen. Die Fachausschüsse des Bundesrates verlangen die Sicherheitsstufe 3.

Das Landwirtschaftsministerium und das Kanzleramt setzen die Länder nun unter Druck, ihre Forderung abzuschwächen*. „Die Festlegung niedriger Sicherheitsmaßnahmen für GDO wäre fahrlässig und widerspricht der Anwendung des Vorsorgeprinzips, wie es für Gene Drives erst im November vom Plenum der UN-Konvention für biologische Vielfalt gefordert wurde“, warnt Mareike Imken von Save Our Seeds.

Die NGOs appellieren an die Bundesländer, dem Druck aus dem Landwirtschaftsministerium nicht nachzugeben und die Gentechniksicherheitsverordnung am Freitag auf jeden Fall mit höchstmöglichen Sicherheitsauflagen für Gene-Drive-Organismen zu verabschieden. „Dies kann nur der erste, dringend gebotene Schritt sein“, ergänzt Mareike Imken, „denn die Gentechniksicherheitsverordnung ist für die von Gene-Drive-Organismen ausgehenden Gefahren für die Artenvielfalt und Umwelt bislang nicht ausgelegt. Als Nächstes müssen die Länder deshalb möglichst zügig in ihren Vollzugsgremien spezifische Sicherheitsmaßnahmen für diese neue Klasse von gentechnisch veränderten Organismen erarbeiten.“

*Auch „Der Spiegel“ berichtet in seiner Ausgabe 23/2019 über die Kontroverse. Hier gehts zum Artikel.
 

Link zur Pressemitteilung

Weitere Informationen:

Erläuterung zum Tagesordnungspunkt der GenTSV im Bundesratsplenum am 07.06.2019

Empfehlungsdrucksache von Umwelt- und Agrarausschuss des Bundesrates zu GDO

Gentechniksicherheitsverordnung wie von der Regierung beschlossen

Der Beschluss der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt zu GDO

Brief des NGO-Bündnisses an die Bundesländer

24. Mai 2019 / Gene Drive-Symposium in Bern - Mit CRISPR-Cas unliebsame Arten ausrotten?

Auf auf dem Gene Drive-Symposium am 24. Mai 2019 in Bern diskutierten Gene Drive-Entwickler Kevin Esvelt vom MIT in Boston mit Ignacio Chapela, Professor für mikrobielle Ökologie an der University of California in Berkeley und Ernst-Ulrich von Weizsäcker über mögliche Anwendungen, ökologische und soziale Folgen der Gene Drive-Technologie.

CRISPR-Cas macht’s möglich: Gene Drives sind ein gentechnisches Verfahren, das unter anderem mit Hilfe des gentechnischen Werkzeugs CRISPR-Cas dazu genutzt wird, um bestimmte Eigenschaften - zum Beispiel Unfruchtbarkeit - schnell und dauerhaft in wildlebenden Tier- und Pflanzenpopulationen zu verbreiten. Durch die Freisetzung solcher Gene-Drive-Organismen sollen ganze Populationen oder Arten in der Natur gentechnisch verändert oder auch ausgerottet werden. Über Anwendungsmöglichkeiten, soziale, ethische und ökologische Konsequenzen sowie regulatorische Bedingungen für die Nutzung dieser bislang nur im Labor getesteten Technologie, wurde auf dem Gene Drive-Symposium in Bern diskutiert. Der dort veröffentlichte Gene Drive-Bericht fasst die Erkenntnisse zusammen.

Wie funktioniert ein Gene Drive? CRISPR-Cas ist ein gentechnisches Werkzeug, das im Erbgut nach bestimmten DNA-Sequenzen suchen und an diesen Stellen die DNA-Stränge zerbrechen kann. Gentechnologen machen sich die zelleigenen Reparaturmechanismen für die Genmanipulation zunutze: Um einen Gene Drive herzustellen, wird die Erbanlage für CRISPR-Cas der Zelle als Reparaturvorlage zur Verfügung gestellt. Die Zelle kopiert diese Gensequenz in die Bruchstelle und kittet auf diese Weise die zerbrochene DNA. Da so das gentechnische Werkzeug selbst in aktiver Form im Erbgut des Organismus vorliegt, kann es bei jeder Fortpflanzung des Organismus aktiv werden und sich selbst ins Erbgut des Fortpflanzungspartners hineinkopieren. Auf diese Weise erben nahezu alle Nachkommen eines Gene Drive-Organismen den Gene Drive und die damit verbreitete Eigenschaft.

Anwendungsgebiete: Das in Zukunft größte Anwendungsgebiet von GDO (Gene Drive Organismen) könnte in der Landwirtschaft liegen. Vor allem US-amerikanischeForscher*innen  und Anbau-Vereinigungen hoffen, in Zukunft mit dieser Technologie Insekten wie die Kirschessigfliege, Blattläuse oder den Mehlkäfer dezimieren zu können. Auch die Überwindung von Herbizid- und Pestizidresistenzen in ertragsmindernden Beikräutern oder Insekten steht auf der Wunschliste zukünftiger kommerzieller Nutzungen. Gene Drives könnten aber auch als Biowaffen gegen Pflanzen, Tiere und Menschen eingesetzt werden. Das Forschungsinstitut des US-amerikanischen Militärs (DARPA) ist aus diesem Grund eines der größten Finanziers der Gene Drive-Forschung.

Am weitesten entwickelt und nach Aussagen des Projektteams von Target Malaria in frühestens fünf bis zehn Jahren für Freilandtests bereit, ist die Nutzung von Gene Drives in malariaübertragenden Mücken. Das von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung geförderte Projekt Target Malaria setzt sich zum Ziel, die Anopheles-Mücke in Burkina Faso auszurotten oder flächendeckend gentechnisch so zu verändern, dass die Übertragung von Malaria gestoppt wird.

Die Naturschutzorganisation Island Conservation hingegen hofft, mit Gene Drive-Organismen gegen eingeschleppte invasive Nagetiere vorgehen zu können, die den Artenreichtum auf Inseln bedrohen. Die Idee, Gene Drive-Organismen für den Naturschutz zu nutzen, wird aus diesem Grund seit einigen Jahren in der Weltnaturschutzorganisation IUCN kontrovers diskutiert.

Offene ökologische, soziale und ethische Fragen: Mit Gene Drives wird die Natur zum Gentechniklabor. Werden die im Labor geschaffenen Gene Drive-Organismen, zum Beispiel Mücken, Fliegen oder Mäuse in die Natur freigelassen, setzen sie eine gentechnische Kettenreaktion in Gang, die derzeit weder räumlich noch zeitlich begrenzbar ist. Eine globale Ausbreitung der auf diese Weise gentechnisch veränderten Organismen wäre die Folge. Die Entwicklung des für Mutationen und Fehler anfälligen gentechnischen Werkzeugs CRISPR-Cas in wilden Populationen ist kaum vorhersehbar. Unbeabsichtigte ökologische Folgen durch entstehende Resistenzen und Mutationen, durch die Auskreuzung in verwandte Arten oder durch unerwartete Effekte auf Nicht-Zielarten wären vermutlich irreversibel. Störungen der tierischen Nahrungsketten und daraus folgende negative Konsequenzen für die menschliche Ernährungssicherung wären nicht auszuschließen. Ob freigesetzte Gene Drive-Organismen rückholbar wären, oder sich die dadurch veränderten Ökosysteme je wieder in ihren Urzustand zurückversetzen ließen, ist fraglich.

Auch aus ethischer und sozialer Perspektive gibt es Bedenken: Sollten wir es uns anmaßen, die evolutionären Regeln der Natur so fundamental außer Kraft zu setzen? Kann eine so invasive, totalitäre und disruptive Technologie, die von Beginn an auf Patentansprüchen beruht, überhaupt ausreichend kontrolliert werden? Ist eine solche Technologie beherrschbar? Welche bestehenden Alternativen oder mögliche, weniger risikoreiche und demokratischere Lösungsansätze werden vernachlässigt oder gar nicht erst entwickelt, wenn aktuell Milliarden in diese Hochrisiko-Technologie investiert werden?

SOS-Kampagne für ein globales Gene Drive-Moratorium

Für Save Our Seeds sind Gene Drives die bislang gefährlichste Anwendung der Gentechnik in der Umwelt. Deshalb fordern Save Our Seeds und hunderte andere zivilgesellschaftliche Organisationen ein weltweites Moratorium für die Freisetzung von Gene Drive-Organismen in die Natur. Save Our Seeds möchte eine breite, kritische Diskussion über diese Technologie in die Gesellschaft und Politik tragen und Entscheidungsträger*innen sowie Wissenschaftler*innen auf nationaler, europäischer und globaler Ebene für einen Anwendungsstopp dieser Technologie gewinnen, bevor die ersten Exemplare in die Natur ausgesetzt werden. Gleichzeitig wirbt SOS für einen respektvollen Umgang mit der Natur, der die Artenvielfalt erhält und sie für uns nutzbar macht – anstatt einzelne Arten auszurotten oder auf so totalitäre Weise für kurzfristige Zwecke zu manipulieren.

Wer dieses Anliegen unterstützen möchte, kann die Petition für ein globales Gene Drive-Moratorium hier unterzeichnen.

Vertiefte Informationen zu Gene Drives aus wissenschaftlicher, ökologischer, sozialer, ethischer und regulatorischer Perspektive finden sich im Gene Drive-Report, der von ENSSER, VDW und CSS beim Gene Drive-Symposium in Bern veröffentlicht wurde.

22. Mai 2019 / Parteien für Gene Drive-Moratorium

Im Vorfeld der Europawahlen sprechen sich SPD, Linke und Grüne für ein Gene Drive Moratorium aus. Die CDU will die Notwendigkeit eines Moratoriums prüfen.
Bei einer Abfrage der Spitzenkandidaten für die Europawahl zu ihrer Haltung bezüglich neuer Gentechnik und Gene Drives zeigt sich die Mehrheit der großen deutschen Parteien besorgt über die Risiken, welche von einer Freisetzung von Gene Drive-Organismen in die Natur ausgehen könnten.

Die SPD hält eine Freisetzung von Gene Drive-Organismen für „nicht mit den Grundsätzen und Zielen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt vereinbar.“

Die CDU/CSU verweist insbesondere in Bezug auf das Ausbreitungspotenzial auf „erhebliche Risiken“ durch transgene Gene Drive-Organismen.

Die Linke betonte in ihrer Antwort eine erschwerte Risikobewertung sowie fehlende Rückholoptionen.

Bündnis90/Die Grünen schreiben, es sei „nicht zu verantworten, gentechnisch veränderte Populationen mit einer derartigen Eingriffstiefe in die Umwelt zu entlassen.“  Die Folgen seien nicht abschätzbar, ein sinnvoller Kampf gegen Krankheiten dürfe nicht ganze Ökosysteme verändern. Eine Freisetzung sei „unkontrollierbar und unumkehrbar“.

Zu dem von uns geforderten Gene Drive-Moratorium schreiben die Parteien wörtlich:

CDU/CSU: „In der EU liegen keine Anträge zu Freilandversuchen mit Organismen vor, die mithilfe von Gene Drives verändert wurden. Es sind auch keine Pläne in diese Richtung bekannt. Gleichwohl sprechen sich CDU und CSU dafür aus, dass ergänzende Regelungen oder auch die Notwendigkeit eines Moratoriums geprüft werden.“

SPD: „Wir setzen uns für ein internationales Moratorium von Gene-Drives ein, da der Mangel an Wissen, Daten und Verständnis mit Blick auf ihre potenziellen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zur Folge haben.“

Bündnis90/Die Grünen: „Wir setzen uns für ein weltweites Moratorium gegen den Einsatz von Gene Drives ein. Das ist notwendig um dem Vorsorgeprinzip Rechnung zu tragen und Ökosysteme zu schützen.“

Die LINKE: „DIE LINKE setzt sich deshalb für ein sofortiges Moratorium gegen die Freisetzung von GVO insgesamt und insbesondere GVO mit Gene Drives ein.“

 Die FDP hat unsere Frage leider nicht beantwortet.

Die vollständigen Antworten der Parteien auf unsere Abfrage anlässlich der Europawahlen am 26.05.2019

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Antwort von CDU/CSU

Antwort DIE LINKE

Antwort der SDP

 

29. November 2018 / Biodiversitätskonvention versagt bei Regulierung neuer Gentechnik

Bei der Konferenz der UN-Biodiversitätskonvention zum Schutz der biologischen Vielfalt haben sich 196 Nationen am 29.11.2018 leider nur auf den denkbar kleinsten gemeinsamen Nenner bezüglich der Erforschung und Freisetzung von sogenannten Gene Drive Organismen geeinigt. Statt klarer Vorsorge und globaler Kontrolle finden sich in der gemeinsamen Erklärung nur weit interpretierbare, allgemeine Appelle an die Regierungen.

„Damit hat sich das millionenschwere Lobbying der Bill & Melinda Gates Foundation sowie der Interessensvertretungen der Gentechnik weitgehend durchgesetzt“ kritisiert Mareike Imken von Save Our Seeds. „Dieser Beschluss muss der Beginn einer globalen Kampagne für ein Moratorium bei dieser Hochrisikotechnologie werden.“

Anstatt ein Moratorium für die Freisetzung von Gene Drive Organismen zu beschließen, wie dies über 200 zivilgesellschaftliche Organisationen und einige Regierungen gefordert hatten, erschöpft sich der nun verabschiedete Beschluss in einem fast beliebig interpretierbaren Appell zur Vorsorge bezüglich der Freisetzung von Gene Drives in die Umwelt. Regierungen und Wissenschaftler*innen bietet er die Möglichkeit, Forschung und Freisetzungen nach eigener Definition der Angemessenheit von Vorsorgemaßnahmen, Risikobewertung und der Einbindung lokaler und indigener Gruppen zu gestalten.

Damit hat das einzige internationale Forum zur Regulierung globaler Gefahren für die Biodiversität und des grenzüberschreitenden Umgangs mit gentechnisch veränderten Organismen eklatant versagt bei der Regulierung des bisher gefährlichsten Einsatzes von Gentechnik in der Umwelt. Die von der CBD geforderte Berücksichtigung und Einbindung „möglicherweise betroffener“ lokaler und indigener Gemeinschaften ist zwar zu begrüßen. Doch die nur für diese Gruppen geforderte vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung (prior informed consent) müsste zuerst für alle betroffenen Nationen verbindlich vorgeschrieben werden.

Gene Drive Organismen enthalten die Programmierung für eine gentechnische Veränderung, die sie an alle Nachfahren weitergeben, um so eine gentechnische Kettenreaktion in der Umwelt in Gang zu setzen. Diese kennt bisher keine räumliche oder zeitliche Beschränkung und Kontrolle. Sich global ausbreitenden Gene Drive Organismen betreffen deshalb grundsätzlich die gesamte Menschheit. Deshalb erfordert der Einsatz dieser Technologie in der Natur einen Konsens der Weltgemeinschaft.

Save Our Seeds nimmt den Beschluss der CBD zum Anlass für den Start einer Kampagne mit dem Ziel, ein weltweites Moratorium für die Freisetzung von Gene Drives bei der nächsten Konferenz der CBD 2020 in Peking verbindlich zu verankern.

Link zum Beschluss der CBD:

https://www.cbd.int/doc/c/2c62/5569/004e9c7a6b2a00641c3af0eb/cop-14-l-31-en.pdf

15.Oktobe.2018 / Weltweites Moratorium für "Gene Drives" gefordert

Einige der Erstunterzeichner/innen von Via Campesina, ETC Group, FIAN, Inkota, Save Our Seeds und anderen in Rom

"Gene Drives" könnten die Welt verändern. Wenn das, was derzeit in verschiedenen Gentechniklabors der Welt entwickelt und erprobt wird, tatsächlich funktioniert, könnten mit dieser Technologie in kurzer Zeit Organismen geschaffen werden, die gentechnisch so manipuliert sind, dass sie ihre gesamte Art verändern können, oder auch ausrotten. Zusammen mit 200 Erstunterzeichnern fordert Save Our Seeds ein Moratorium für diese Technologie.

Eine gespenstische, neue Form von Gentechnik: Nicht einzelne Sorten werden hier verändert und dann möglichst daran gehindert, ihre gentechnischen Eigenschaften an natürliche Verwandte weiterzugeben, sondern gesamte Populationen in der Natur werden zum Gegenstand der gentechnischen Veränderung. Gene Drive Organismen sollen ihre neuen Eigenschaften zu 100 Prozent weitervererben, einschließlich eines gentechnischen Suchmechanismus, mit dessen Hilfe, auch das Genom der Folgegenerationen entsprechend manipuliert wird.

Wir meinen, dem muss ein Riegel vorgeschoben werden bevor es zu spät ist und haben deshalb am Welternährungstag zusammen mit der ETC Group, der Heinrich-Böll-Stiftung und über 200 weiteren Erstunterzeichner*innen einen internationalen Appell für ein Gene-Drive-Moratorium veröffentlicht, in Berlin und Rom.

Gemeinsame Presseerklärung auf Deutsch

Der Appell (demnächst auch auf Deutsch)

Studie der ETC Group zu Gene Drives in der Landwirtschaft

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern!

Im Mai 2019 fand in Bern ein interdisziplinäres Symposium über die wissenschaftlichen, ethischen, sozio-ökonomischen und regulatorischen Aspekte von Gene Drives statt. Zudem wurde ein 350 Seiten starker Bericht zu der neuen Technologie prsäentiert.

Bei unserer Mitmach-Aktion "Samba für die Vielfalt" auf der Wir haben Agrarindustrie satt Demo
am 19.01.2019 tanzten wir für eine gentechnikfreie und vielfältige Landwirtschaft.

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