Internationaler La Via Campesina Tag in Kobani, Syrien

15. Garden ist die erste Bewegung in Syrien, die sich dem internationalen Tag des (klein-)bäuerlichen Widerstandes angeschlossen hat. Im Video ist zu sehen, dass inzwischen ein Teil des gespendeten Saatguts in der Erde ist und wächst.

Saatgut-Spenden aus ganz Europa

Heute haben wir ein buntes Paket mit samenfestem Saatgut aus England erhalten. Vielen Dank!

Samenfestes Saatgut für Syrien

Eine der ersten Saatgut-Spenden: ein Päckchen voll mit samenfestem Mangold-Saatgut. Ganz toll beschriftet in Englisch und Arabisch, vielen Dank an die Spenderin! Wir schicken es mit anderem Saatgut nach Syrien. Die Aktivisten von The 15th Garden unterstützen dort Urban Farming Projekte in belagerten Städten, wo viele Menschen hungern. Gerne nehmen wir noch weiteres Saatgut entgegen. Wenn auch Sie was von Ihrer eigenen Saatgut-Ernte abgeben möchten, schreiben Sie uns eine Email.

Bereits letztes Jahr haben wir Saatgut nach Syrien geschickt. Beim Soup&Talk nach der großen "Wir haben es satt!"-Demo am 16. Januar 2016 war ein Aktivist aus Syrien zu Gast. Im folgenden Video erzählt Abdallah Al Shaar über die Urban Farming Projekte des Ernährungssouveränitäts-Netzwerkes The 15th Garden und was aus unserer Saatgut-Spende geworden ist.

THE 15th GARDEN - das Netzwerk zur Nahrungssouveränität in Syrien

Der 15.Garten ist ein Netzwerk von unten, ein Netzwerk aus urbanen Gärten in Syriens bombardierten, belagerten und abgeriegelten Städten, regional vernetzten Familiengärten, gemeinsamer bäuerlicher Organisation und Produktion in den ländlichen Regionen, Landwirtschaftsinitiativen von Flüchtlingen in den Flüchtlingslagern der syrischen Anrainerstaaten. Das Netzwerk hat sich in Syrien im Laufe der letzten anderthalb Jahre rasant entwickelt: Wir als Bauern, Bäuerinnen, Gärtner_innen, und Aktivist_innen sind nicht bereit, die „größte humanitäre Katastrophe“ unserer jüngeren Geschichtuntätig zu beobachten. Wir wissen, wir haben als bäuerliche Bewegung sehr  praktische Fähigkeiten, um an der Seite der Menschen zu stehen, die betroffen sind. 

Über Den 15.Garten wird in und um Syrien samenfestes Saatgut getauscht und reproduziert, werden Fähigkeiten in nachhaltiger Landwirtschaft und Gärtnerei Workshops und Kursen weitergegeben, wird Wissen über die Gefahren geteilt die mit den Versprechen der Agrarindustrie verbunden sind, wird gemeinsam und ohne sektiererische Trennung eine Bewegung für Nahrungssouveränität geschaffen und verteidigt. The 15.Garden ist ein immer wichtigerer Bestandteil der syrischen Zivilgesellschaft, dem nach wie vor lebendigen Teil eines revolutionären Aufbruchs, der fortbesteht.

Wenn Frieden etwas Essbares wäre, wie würdest du es beschreiben? „Der Arme würde es als Brot beschreiben. Der Reiche würde es als Kaviar beschreiben. Für mich, wenn Frieden etwas Essbares wäre, so würde ich mir wünschen, dass es Gemüse ist- sodass ich es in jedem fruchtbaren Boden dieser Erde pflanzen kann.“ – ein Gärtner in Syrien

Die Nahrungssouveränität verteidigen – gerade in Zeiten des Krieges! Kriege sind keine Naturkatastrophen, die zufällig über die eine oder andere Region hereinbrechen, sie werden von Menschen geführt. Jene, die Nutzen aus den Kriegen ziehen, spielen bei dessen Fortbestehen die entscheidende Rolle. In Kriegen wird Nahrung als Waffe und als politisches Druckmittel eingesetzt, Kriege sind der Schauplatz, um sich Märkte zu erschließen und sich gesamte Regionen und ihre Menschen Untertan zu machen.

Es kann – wie in Syrien – das diktatorische Regime sein, das mit dem Mittel des Aushungerns Macht über die Bevölkerung auszuüben versucht. Oder es sind andere Akteure: bewaffnete Gruppen, die den Zugang zur Nahrung kontrollieren und die Menschen auf diese Weise unter ihre Kontrolle bringen. Es können multinationale Konzerne sein, die den Konflikt nutzen, um sich in der gebeutelten Region zu etablieren – und dies oft Hand in Hand mit korrupten Regimes, bewaffneten Kräften, mit Militär und Gewalt oder auch mit Entwicklungsprojekten westlicher Regierungen. Der Irak ist hierfür tragendes Beispiel: durch den diktierten § 81, mit dem die Patentierung des irakischen Saatguts und der Beginn der Hybrid- und GMO-Ära im Irak von den Besatzern durchgesetzt wurde.

Die irakische Landwirtschaft und mit ihr viele andere Sektoren sind nachhaltig und so massiv zerstört, dass es nicht verwundert, zehn Jahre „nach dem Krieg“ festzustellen: der Krieg dauert an. Immer wieder wird Nahrung als Waffe und als politisches Machtmittel missbraucht.

Kontakt:  15thgarden (at) riseup.net

Greening the Rubble: Syrians Embrace Urban Farming to Stave off Starvation
Ansar Hevi of 15th Garden explains how the program teaches urban Syrians how to grow their own food, empowering people to feed themselves

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