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01.08.2017 |

Überlastete Erde: nachhaltig nutzbare Ressourcen am 2. August aufgebraucht

Erde
Die Ressourcen für 2017 sind weg (Foto: CC0)

Am 2. August sind die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für 2017 aufgebraucht: Für den Rest des Jahres lebt die Weltbevölkerung wieder auf Pump und belastet die Erde stärker, als sie sich regenerieren kann. Darauf machen INKOTA, Germanwatch, die BUNDjugend, FairBindung und die Naturschutzjugend aufmerksam. Die Organisationen haben Daten des Global Footprint Network ausgewertet, das sowohl für einzelne Länder als auch die Welt insgesamt berechnet, wann die natürliche Belastungsgrenze der Erde erreicht ist – das heißt die Ressourcen verbraucht sind, die rein rechnerisch im gesamten Jahr nachhaltig genutzt werden könnten. Dabei wird der Bedarf an Acker-, Weide- und Bauflächen, die Entnahme von Holz, Fasern oder Fisch, aber auch die Belastung durch den Ausstoß von CO2 oder die Müllproduktion berücksichtigt.

Während die Menschheit im Jahr 2000 am 23. September und 1980 sogar erst am 4. November über ihre Verhältnisse lebte, sind die Ressourcen dieses Jahr so früh erschöpft wie noch nie – 6 Tage früher als noch 2016. Die Ausbeutung der Ressourcen nimmt also weiterhin an Fahrt auf. Die Menschheit beansprucht mittlerweile rein rechnerisch 1,7 Erden, um ihren Bedarf an Rohstoffen, Ackerland, Wasser und Wäldern zu decken – auf Kosten künftiger Generationen. „Die Erde ist kein Online-Shop mit scheinbar unbegrenztem Angebot. Jetzt ist der Laden leer. Alles, was wir nun verbrauchen, ist Diebstahl an künftigen Generationen. Es ist Aufgabe der Politik, das zu verhindern“, kritisiert Christoph Röttgers von der Naturschutzjugend. Würden alle Länder der Welt so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 3,2 Planeten nötig. Der deutsche Erdüberlastungstag wurde bereits am 24. April 2017 erreicht. „Vor allem in den Bereichen Verkehr, Energieversorgung und Landwirtschaft ist Deutschland alles andere als ein umweltbewusster Vorreiter. Das muss sich dringend ändern, damit wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen können“, betont Lena Michelsen vom INKOTA-netzwerk. Deutschland hat sich mit den 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtet. Dies betrifft nicht nur das 12. SDG, das nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster anstrebt, sondern erstreckt sich auf alle 17 Ziele.

Noch verschwenderischer mit den natürlichen Ressourcen als Deutschland gehen Australien und die USA um: Würde die gesamte Welt diesen Konsum- und Lebensstil übernehmen, wären 5,2 bzw. 5,0 Erden notwendig, Südkorea und Russland beanspruchen 3,4 Erden. Indien hingegen verbraucht rein rechnerisch nur 0,8 Erden. Doch das Global Footprint Network zeigt sich optimistisch, dass der Trend des steigenden Ressourcenverbrauchs umkehrbar ist. Wenn es gelingen würde, jedes Jahr den Erdüberlastungstag um 4,5 Tage in die Zukunft zu schieben, würde die Menschheit bis 2050 wieder innerhalb der Kapazitäten der Erde leben. „Unser Planet ist endlich, aber unsere Möglichkeiten sind es nicht“, betonte Dr. Mathis Wackernagel, Leiter des Global Footprint Network und Entwickler des Ökologischen Fußabdrucks. „Innerhalb des Ressourcenbudgets unseres Planeten zu leben ist nicht nur technologisch machbar, sondern auch finanziell von Vorteil. Es ist unsere einzige Chance für eine blühende Zukunft“, so Wackernagel. Würde zum Beispiel die Lebensmittelverschwendung weltweit halbiert werden, würde sich das Datum des Erdüberlastungstages um 11 Tage im Kalender nach hinten verschieben. Eine Halbierung des CO2-Ausstoßes würde sogar 89 Tage einbringen. (ab)

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