Initiativen von Save Our Seeds
Aktion Bantam-Mais

Ein „Zwergenaufstand“ geht durch Deutschland: Um sich gegen den Anbau von Gentechnik-Mais vor Ort zu wehren und ein Zeichen für den freien Austausch gentechnikfreien Saatgutes zu setzen, bauen Gärtnerinnen und Gärtner, Bäuerinnen und Bauern sowie viele Balkon-Botaniker den samenfesten Traditionsmais „Golden Bantam“ an. Mittlerweile blüht nicht nur Bantam-Mais, sondern eine bunte Vielfalt von Maissorten, deren Saatgut (anders als bei Hybridmais) selbst nachgebaut und vermehrt werden kann, auf Deutschlands Äckern, Balkonen und in Gärten.
Der Gentechnik-Anbau ist zur großen Freude aller Bantamesen seit 2009 in Deutschland wieder verboten. Doch die Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten. 2010 kam der gentechnikfreie Leinsamen „Blaues Wunder“ hinzu. Seit 2011 ergänzen weitere Sorten, deren Samen weitergezüchtet und untereinander ausgetauscht werden können, die Vielfalt, die auch im Gartenbereich von Hybriden und Monokulturen bedroht ist.
Informationdienst Gentechnik

Der „Informationsdienst Gentechnik“, den Save Our Seeds im Auftrag des „Runden Tisches Gentechnik“ herausgibt, informiert tagesaktuell über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Agro-Gentechnik. Er stellt Nachrichten, Dossiers und Hintergrundinformationen zusammen, produziert Flyer und Postkarten und hat neuerdings auch eigene Lehrer- und Schülerseiten zum Thema Gentechnik.
Ein Termin-Kalender informiert über Veranstaltungen in den Regionen, eine Aktions-Seite über Initiativen und Aktivitäten rund um die Agro-Gentechnik. Ein 14-tägiger Newsletter hält alle, die sich kritisch mit der Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln auseinandersetzen, auf dem Laufenden. Der Infodienst ist so zur gemeinsamen Plattform der gentechnikfreien Bewegung in Deutschland geworden. Per E-Mail oder telefonisch beantworten die zwei Mitarbeiterinnen gerne Fragen zum Thema Gentechnik oder vermitteln Kontakte.
Meine Landwirtschaft

„Meine Landwirtschaft – Unsere Wahl“ ist eine Initiative zahlreicher Bauern-, Umwelt-, Verbraucher-, Entwicklungs- und Tierschutzorganisationen. Sie wollen gemeinsam die aktuelle Reform der Agrarpolitik der Europäischen Union in die Mitte der gesellschaftlichen Diskussion und Verantwortung bringen. Diese Reform entscheidet über die Existenz von Millionen Bäuerinnen und Bauern in Europa, aber auch in sogenannten Entwicklungsländern. Ebenso ist sie das vielleicht wichtigste Umwelt-, Klima- und Tierschutzgesetz, das die EU in den nächsten Jahren beschließen könnte; damit kann sie die Weichen für unsere Gesundheit, globale Gerechtigkeit und Hungerbekämpfung stellen.
Deshalb sollten sich alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler einmischen und gemeinsam fragen: Welche Landwirtschaft wollen wir in Zukunft mit unserem Geld unterstützen und welche Auswüchse von Monokulturen und Tierfabriken verhindern? Sollen aus unserer Kulturlandschaft Ölfelder für Sprit und Energie werden? Soll „wachse oder weiche“ das Dogma unserer Agrarpolitik bleiben? Wird bäuerliche, regionale Landwirtschaft unter dem Schlagwort „Bioökonomie“ zum Opfer der Agrarindustrie, von Rohstoff-Spekulanten und Risikotechnologien?
Diese Fragen sind zu wichtig, als dass wir sie der industriellen Agrar-Lobby überlassen könnten.
Weltagrarbericht

„Weiter wie bisher ist keine Option“ lautet das Fazit der bisher umfassendsten Analyse der Geschichte und Zukunft der globalen Landwirtschaft. Über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 86 Ländern recherchierten im Jahre 2008 im Auftrag der UNO und der Weltbank und sammelten ihre Schlussfolgerungen in einem Weltagrarbericht. Save Our Seeds hat seit 2003 im Aufsichtsrat des Weltagrarberichtes mitgearbeitet und die Ergebnisse des 2000 Seiten starken Werkes in einer Broschüre und im Internet für die Öffentlichkeit zusammengefasst.
Auch in vielen Vorträgen zu dem Thema will Save Our Seeds zum Nachdenken, zu Diskussionen und zum Handeln für eine gerechte, klimafeste, vielfältige, bäuerliche, und ökologische Landwirtschaft anregen.
Auch wenn die Bundesregierung nicht zu den 58 Unterzeichner-Staaten gehört, setzen sich viele der Erkenntnisse des Weltagrarberichts auch hierzulande nach und nach gegen vielerlei Widerstand durch. Die industriellen Agrarmodelle des letzten Jahrhunderts taugen nicht, um Hunger und Fehlernährung, Klimawandel, Ressourcenknappheit, Artenschwund und Umweltverschmutzung zu überwinden und globale Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit durchzusetzen. Überall auf der Welt zeichnet sich ein Wandel ab - werden wir ihn rechtzeitig gemeinsam vollziehen?
Konferenz gentechnikfreier Regionen Europas

292 Regionen, Departments, Woiwodschaften und Bezirke, 4713 Gemeinden und zehntausende Landwirte in allen Ländern Europas haben ihr Territorium inzwischen zu gentechnikfreien Regionen erklärt. In erster Linie bedeutet dies, alles rechtlich Mögliche zu unternehmen, um den Anbau von GVO in den jeweiligen Regionen und Territorien zu verhindern. Ebenso ermöglicht es gentechnikfreies Einkaufen, die Vermeidung von gentechnisch veränderten Futtermitteln und mit der Herkunftsbezeichnung ihrer Region auch die Garantie zu verbinden, dass ihre Produkte ohne Gentechnik hergestellt werden.
Einmal im Jahr treffen sich Landwirte, Politiker, Unternehmer, Vertreter der Zivilgesellschaft, Wissenschaftler und Gentechnik-Aktivisten auf Einladung von Save Our Seeds zum Erfahrungsaustausch, zur Debatte über gemeinsame Strategien, um gemeinsam Flagge zu zeigen und das Selbstbestimmungsrecht der Regionen Europas zu verteidigen.


