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10.11.2009 | permalink

Führende EFSA-Mitarbeiterin wechselt zu Gentechnik-Konzern

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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit besitzt eine zentrale Rolle im EU-weiten GVO-Genehmigungsprozess. Zweifel an der Kompetenz und Unabhängigkeit von EFSA bestehen jedoch praktisch seit ihrer Gründung im Jahr 2002. Insbesondere der Verdacht, Fachleute der Prüfungskommission seien eng mit der Gentechnik-Lobby verwoben und Gefälligkeits-Gutachten daher kein Einzelfall brachte die Glaubwürdigkeit der EU-Behörde ins Wanken. Dieser Verdacht scheint sich erneut zu bestätigen. Offensichtlich hat die Leiterin der Abteilung Gentechnik, Suzy Renckens, die die EFSA in dieser Funktion von 2002-2007 vertrat nun offiziel die Seiten gewechselt und sich in den Dienst des Gentechnik-Großkonzerns Syngeta gestellt. Bereits 2008 war Renckens im Rahmen einer Expertenanhörung offiziell für Syngenta aufgetreten. Inzwischen soll sie dort, laut Aussagen des Konzerns als „Head Biotech Regulatory Affairs“ für Europa, Afrika und den Nahen Osten tätig sein. „Dieser Vorgang ist ein erhebliches Problem für EFSA. Erstens ist jetzt offensichtlich, dass sogar Mitarbeitern in zentralen Funktionen die nötige Distanz zur Industrie fehlt. Zweitens muss sich die Behörde fragen lassen, warum sie bei so ungewöhnlichen Vorgängen die Öffentlichkeit nicht umfassend informiert. Es gibt keinerlei Transparenz über die Umstände für diesen direkten Wechsel von der Behörde zur Industrie,“ sagt Christoph Then, Geschäftsführer der Expertengruppe Testbiotech e.V. Erst kürzlich war die Arbeit der europäischen Lebensmittelbehörde ins Visier der öffentlichen Kritik geraten. In einem Gutachten hatte EFSA der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 erneute Unbedenklichkeit bescheinigt, im Anschluss waren von den Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Global 2000 gravierende Fehler im Gutachten der Behörde aufgedeckt worden. "Wir haben hier wieder einmal ein Gefälligkeitsgutachten der EFSA, das mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun hat. Die Mängel der Risikobewertung sind immanent. Diese Stellungnahme ist als reines Zugeständnis an die Biotech-Industrie zu werten, urteilte damals Jens Karg,Sprecher der Umweltschutzorganisation Global 2000 über die Stellungnahmen der EFSA.

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