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12.09.2017 |

Studie: Bio-Böden speichern mehr Kohlenstoff und zwar langfristiger

Bioboden
Bioböden enthalten mehr organische Bodensubstanz und Huminstoffe (Foto: CC0)

Ökologisch bewirtschaftete Böden speichern größere Mengen an Kohlenstoff und dies zudem langfristiger als konventionell bewirtschaftete Äcker. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Studie aus den USA, die von Wissenschaftlern der Northeastern University gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation „The Organic Center“ durchgeführt wurde. Die Forscher fanden heraus, dass ökologisch bewirtschaftete Böden einen höheren Anteil an Huminstoffen aufweisen, weshalb sie atmosphärischen Kohlenstoff besonders effektiv und langfristig im Boden binden können. Die Studie, die am 1. Oktober im Fachjournal „Advances in Agronomy“ erscheinen wird, bescheinigt Bio-Böden ein 26% größeres Potenzial Kohlenstoff langfristig zu speichern als Böden unter konventioneller Bewirtschaftung. Die Autoren betonen, dass es bereits zahlreiche Studien gebe, welche die positiven Auswirkungen des Ökolandbaus auf die organische Bodensubstanz belegten. Doch dies sei die erste wissenschaftliche Untersuchung, die sich umfassend mit der langfristigen Kohlenstoffspeicherung im Boden unter verschiedenen Anbausystemen USA-weit beschäftigte.

Das Team der Northeastern University verglich mehr als 1000 Bodenproben von Biobetrieben und konventionell wirtschaftenden Betrieben, wobei unterschiedliche Anbaumethoden, Feldfrüchte und Bodentypen berücksichtigt wurden. Als Datengrundlage diente sowohl das „National Soil Project“, das seit 2008 vor allem den Bodenkohlenstoffgehalt konventionell bewirtschafteter Böden misst, als auch 659 Bodenproben von Biobetrieben aus 39 US-Bundesstaaten aus den Jahren 2015 und 2016. Die Wissenschaftler gelangten zu dem Ergebnis, dass auf den Ökobetrieben der Kohlenstoffgehalt der Böden höher war und zwar um 13%. Besonderes Augenmerk schenken sie jedoch den Huminstoffen, die beim Abbau von abgestorbenem, organischem Material entstehen. „Wir haben uns nicht nur den Gesamtkohlenstoffgehalt angeschaut, sondern auch die Bodenkomponenten, die einen stabilen Pool an organischem Kohlenstoff aufweisen – Huminstoffe. Dies vermittelt uns ein akkurates und präzises Bild von der stabilen, langfristigen Kohlenstoffbindung im Boden“, sagte Dr. Jessica Shade, Leiterin des Wissenschaftsprogramms von „The Organic Center“. Die Studie ermittelte einen höheren Anteil von Fulvo- und Huminsäuren in ökologisch bewirtschafteten Böden. Im Schnitt war der Anteil von Huminsäuren – jenen Bodenbestandteilen, die eine hohe Stabilität aufweisen und daher Kohlenstoff langfristig speichern – im Ökolandbau um 44% höher. Der Anteil an Fulvosäuren im Boden war auf Biohöfen 150% höher als auf konventionellen Betrieben.

Die Autoren schreiben dem Ökolandbau daher eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels zu. Huminstoffe seien widerstandsfähig gegen Bodendegradation und hielten sich mehrere hundert oder gar tausende Jahren im Boden. Je höher der Gehalt von Huminstoffen im Boden, desto länger speichern Böden Kohlenstoff und entziehen diesen der Atmosphäre. „Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial des Ökolandbaus, die Kohlenstoffbindung in Böden zu steigern und so zur Verringerung einer der Hauptursachen des Klimawandels beizutragen“, sagte Dr. Shade. Laut „The Organic Center“ tragen im Ökolandbau häufig zum Einsatz kommende Praktiken, wie abwechslungsreiche Fruchtfolgen, der Anbau von Zwischenfrüchten zur Gründüngung oder die Nutzung von Mist und Kompost wahrscheinlich auch zu einer Erhöhung des Anteils von Huminstoffen im Boden bei. Dr. Geoffrey Davies von der Northeastern University sagte dem Nachrichtenmagazin Civil Eats: „Was ich nun gerne als nächstes herausfinden möchte, ist ob Huminstoffe in ökologisch bewirtschafteten Böden mit jenen in konventionellen Böden übereinstimmen.“ Sollten sie sich unterscheiden, wäre dies Dr. Davies zufolge ein weiteres Anzeichen dafür, dass wir mit Praktiken der konventionellen Landwirtschaft wie dem Einsatz von Mineraldünger „der Natur zuwiderlaufen“. (ab)

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