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22.03.2011 | permalink
Erneut Millionenstrafe für Bayer wegen Gentech-Reis-Skandal
Der Gentechnik-Reis LL62 von Bayer Crop Science ist gegen das hauseigene Spritzmittel Glufosinat resistent. Photo: Christian Seidel / pixelio.de
Der Bayer-Konzern ist zu einer Strafe von 136 Millionen US-Dollar verurteilt worden. 11,8 Millionen gehen an die Reismühle Riceland Foods. Zusätzliche 125 Millionen müssen als Strafgeld gezahlt werden wegen besonders rücksichtslosem Verhalten. Zu der Verunreinigung kam es 2006, als der Gentechnik-Reis von Bayer Crop Science LL 601 in Langkornreis entdeckt wurde. Der LL601 wurde zuvor zu Versuchszwecken angebaut. Amerikanische Reis-Bauern blieben daraufhin auf ihrem Reis sitzen, weil der Reis nicht als Lebensmittel zugelassen war und Europa und Japan Einfuhrsperren verhängten. Auch in den vergangenen Jahren gab es bereits Urteile, in denen Bayer zu Millionen-Strafen verurteilt wurde. So bekamen im April letzten Jahres 12 Bauern Recht, die Schadensersatz forderten.
22.03.2011 | permalink
Gentech-Mais in Mexiko
Seit 2009 das Moratorium für den Anbau von Gentechmais in Mexiko, der Heimat dieser Pflanze, faktisch gekippt wurde, erhielten Monsanto, Dow AgroScience, Pioneer Hi Breed
und Syngenta 67 Genehmigungen für die experimentelle Aussaat von Gentech-Mais in
diversen Provinzen auf einer Gesamtfläche von fast 70 Hektar. Ein Bericht der mexikanischen Zeitung "La Journada2, übersetzt vom Nachrichtenpool Lateinamerika.
18.03.2011 | permalink
Protest erfolgreich: Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut
Aktion heute morgen vor dem Bundesrat: Dort wurden 65.000 Unterschriften an die Ministerpräsidenten übergeben. (Photo:SaveOurSeeds)
Der Protest hat gewirkt: Der Antrag zur Aufhebung der Null-Toleranz im Saatgut wurde heute im Bundesrat mehrheitlich abgelehnt. Noch am 28. Februar wurde der Antrag der Länder Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein im Agrarausschuss des Bundesrates einstimmig beschlossen. Der daraufhin ausbrechende Protest auf der Straße und im Internet bewegte schon vor dem Bundesrat-Plenum heute mehrere Ministerpräsidenten der Bundesländer dazu, sich klar für die Null-Toleranz von Gentechnik im Saatgut zu positionieren. 65.000 Unterschriften wurden gesammelt, die den Ländervertretern heute morgen bei einer Aktion vor dem Bundesrat übergeben wurden. „Diese krachende Niederlage für die Gentechnik-Lobby ist der Erfolg massiven Engagements von Bürgerinnen und Bürgern in den vergangenen Tagen“, so Astrid Goltz vom Kampagnen-Netzwerk Campact. "Ein guter Tag für die gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung!" freute sich Benedikt Härlin von der Initiative Save Our Seeds, die zusammen mit Campact den Protest organisierte. Unterstützt wurden sie von einem breiten Bündnis von Organisationen, das sich für die absolute Reinhaltung von Saatgut einsetzt und das Verursacherprinzip bei Kosten fordert, die durch jegliche Verunreinigungen mit Saatgut entstehen.
SOS, Campact: Protest erfolgreich: Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut
Save Our Seeds: Aktuelle Meldungen zur Gentechnik-Saatgut-Entscheidung im Bundesrat
SOS: Bundesrats-Initiative zur Gentechnik im Saatgut
sueddeutsche.de: Haftungsfrage: Verbotene Körner
tazblogs: Save Our Seeds – Happy hour – grosse Nullrunde
18.03.2011 | permalink
Bundesrat entscheidet heute über Null-Toleranz im Saatgut
Saatgut-Aktion vor dem Bundesrat (Photo:SaveOurSeeds)
Die Landesregierungschefs stimmen heute im Bundesrat über den Antrag Niedersachsens, Baden-Württembergs und Schleswig-Holsteins ab, der eine Aufhebung des strikten Reinheitsgebots von Saatgut vorsieht. Deshalb kamen heute morgen ca. 70 Aktivisten vor dem Bundesrats-Gebäude zusammen, um das letzte Mal an die Ministerpräsidenten zu appellieren, für die Reinhaltung des Saatguts zu stimmen. Bereits die Woche über hatten Initiativen in den Landeshauptstädten demonstriert und versucht, ihre Regierungen zu einem Statement für die Beibehaltung der Null-Toleranz von Gentechnik im Saatgut zu bringen. Nach Bremen, Brandenburg und Hessen gaben gestern auch die Regierungen in Hamburg und Bayern zu verstehen, dass sie gegen den Antrag stimmen werden. Die Entscheidung des Bundesrates heute Mittag wird mit Spannung erwartet.
17.03.2011 | permalink
Demos gegen Gentechnik im Saatgut
Saatgutaktion in Hannover, Foto: Unabhängige Bauernstimme
Bündnisse werden aktiv gegen die drohende Aufhebung der Nulltoleranz von Gentechnik im Saatgut. Heute finden Aktionen in Hamburg, Gießen, Schwerin und Stuttgart statt. Gestern zogen 30 Saatgutschützer mit Trecker, Drillmaschine und Saatgutsäcken vor den Niedersächsischen Landtag, um gegen den u.a. von der niedersächsischen Landesregierung eingebrachten Antrag im Bundesrat zu protestieren. Sie befürchten, dass die vorgeschlagenen „technischen Vorschriften“ die strenge Null-Toleranz im Saatgut aushebeln könnte. „Technische Tricks, um eine schleichende Verunreinigung des Saatguts zu legalisieren, sind fatal für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die Nulltoleranz muss ohne Wenn und Aber gelten“, so Annemarie Volling, Sprecherin des Bündnisses für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg. Das Bündniss fordert die Länder auf, den Antrag im Bundesrat zurückzuziehen.
Morgen findet in Berlin eine Protestaktion zur Entscheidung der Landesregierungen vor dem Bundesrat statt. Mittlerweile haben bereits die Länder Bremen, Brandenburg und Hessen zugesagt, dem Antrag am Freitag nicht zuzustimmen.
Unterdessen wurde in Nordrhein-Westfalen verunreinigtes Saatgut aus dem Verkehr gezogen. In vier von 16 Proben wurde der zum Anbau verbotene Gentechnik-Mais MON 810 gefunden.
Bündnis: Keine technischen Tricks - Saatgut muss gentechnikfrei bleiben!
proplanta.de: NRW-Behörden ziehen gentechnisch verändertes Mais-Saatgut aus dem Verkehr
Potsdamer Neueste Nachrichten: Rot-Rot: Dissens zur Gentechnik mit Machtwort beigelegt
Informationsdienst Gentechnik: Saatgutaktion
SOS: Bundesrats-Initiative zur Gentechnik im Saatgut
top agrar online: Bundesrat entscheidet über GVO-Lockerung beim Saatgut
16.03.2011 | permalink
Brandenburg gegen Aufweichung der Nulltoleranz
Nach einigen internen Diskussion hat die rot-rote Landesregierung von Brandenburg entschieden: Sie stimmt im Bundesrat gegen eine Aufweichung der Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut.
15.03.2011 | permalink
Bremen wird gegen die Lockerung der Null-Toleranz im Saatgut stimmen
Saatgut-Demo in Bremen mit Erfolg: Bremen wird am Freitag gegen den Antrag stimmen. Foto: Renate Richter
Rund 15 Aktivisten des Netzwerks "Campact" und des "Bremer Bündnisses gegen Gentechnik" haben sich am Dienstag Früh vor dem Rathaus in Bremen versammelt, um gegen eine mögliche Lockerung des Verbots von Gentechnik im Saatgut zu demonstrieren. Sie forderten Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) auf, klar Stellung gegen den Einsatz von Gentechnik im Saatgut zu beziehen. Senatssprecher Herrmann Kleen, der sich zu den Demonstranten gesellte, versprach: "Bremen wird am Freitag in Berlin gegen eine Lockerung des Verbots stimmen. Schließlich führen wir seit Januar 2011 einen Titel als Gentechnikfreie Region – und das soll auch in Zukunft so bleiben."
Mittlerweile haben über 55.000 Menschen den Online-Appell "Nein zu Gentechnik im Saatgut" unterzeichnet, in dem sie ihre Landesregierungschefs dazu auffordern, sich am Freitag im Bundesrat gegen Gentechnik einzusetzen.
15.03.2011 | permalink
Gemeinsame Pressemitteilung von SOS und Campact
Saatkorn
Mehr als 53.000 Menschen haben innerhalb weniger Tage den Online-Appell "Nein zu Gentechnik im Saatgut" unterzeichnet, so Save Our Seeds und Campact in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung. Ein Bündnis von bürgergesellschaftlichen Organisationen, Anbauverbänden der ökologischen Landwirtschaft und gentechnikfreien Regionen mobilisiert nun über die Website www.saatgut-retten.de für den Erhalt der Nulltoleranz bei Saatgut.Die 19 Organisationen und Initiativen fordern, weiterhin jede gentechnische Verunreinigung von Saatgut zu verhindern und kontaminiertes Saatgut unverzüglich aus dem Verkehr zu ziehen.
14.03.2011 | permalink
Gentechnik: Baden-Württemberg rudert in Saatgutfrage zurück
Benedikt Haerlin setzt sich mit Save our Seeds schon seit Jahren für die Reinhaltung des Saatgutes ein. Weitere Informationen: www.saveourseeds.org
Dem baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium wird seitens der Landtagsgrünen vorgeworfen, nicht mehr für die Reinheit des Saatgutes einzustehen. Das Ministerium weist den Vorwurf zurück und teilte am Wochenende mit, dies entbehre jeglicher Grundlage. Vergangene Woche hatte Baden-Württemberg gemeinsam mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein eine Änderung der Verwaltungsvorschrift im Bundesrat gefordert, eine „praktikable technische Lösung für die Nulltoleranz bei Saatgut baldmöglichst zu definieren“. Das Ministerium verschanzt sich nun hinter der Argumentation, es gäbe in der Bundesrepublik Deutschland keine einheitlich festgelegten Regeln zur labortechnischen Untersuchung von eventuell gentechnisch verändertem Saatgut. Es gäbe auch keine einheitliche Vorgehensweise bei der Beprobung, Untersuchung und Interpretation der Ergebnisse. Eine Forderung nach einem Grenz- oder Toleranzwert bei Saatgut sei dies jedoch nicht. Nach Angaben von Benedikt Haerlin von Save our Seeds existieren bereits einheitliche Verfahrensregeln. Seiner Einschätzung nach zielt das Ministerium vornehmlich darauf ab, Ergebnisse so interpretieren zu können, dass der Nachweis von GVO im Saatgut bei den Stichproben der Länderbehörden nicht in jedem Falle zu einer Aberkennung der Saatgutzulassung führt. Dennoch begrüßt er die Klarstellung aus Baden-Württemberg, fordert jedoch die Bundesländer dennoch auf, den Antrag abzulehnen und zu dokumentieren, dass sie es mit der Einhaltung der Nulltoleranz in der Praxis weiterhin ernst meinen.
04.03.2011 | permalink
Salus verleiht auch dieses Jahr Journalistenpreis zum Thema Agro-Gentechnik
Der Salus-Journalistenpreis zeichnet kritische Beiträge zum Thema Agro-Gentchnik aus, Preisstifter ist Otto Greithner. (Photo:Salus)
Die Firma Salus schreibt auch dieses Jahr ihren Journalistenpreis aus. Ausgezeichnet werden durch den Preis Beiträge, die sich kritisch mit dem Thema Agro-Gentechnik auseinandersetzen. Der Preis wurde letztes Jahr ins Leben gerufen und war ein großer Erfolg. Daher hat der Stifter des Preises und Inhaber des Naturarzneimittel-Herstellers Salus Otto Greither den Preis von 5.000 auf 6.500 Euro mit der Begründung erhöht: "Die Agro-Gentechnik ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Das möchten wir mit der Anhebung der Dotierung unterstreichen. Die Wettbewerbsbeiträge vom letzten Jahr haben uns gezeigt, dass Journalisten dieses komplexe Thema mit hohem persönlichen Einsatz und beeindruckender Professionalität verfolgen." Zu den Gewinnern des Preises im Jahr 2010 zählten Manfred Ladwig, Redakteur beim SWR Fernsehen, Kristin Oeing, freie Journalistin und der freie Journalist Klaus Faißner.


