News
01.11.2011 | permalink
BASF plant Gentech-Pommes
Dank BASF bald Pommes aus Gentechnik-Kartoffeln? Photo:Simone Knorr
Die BASF hat die Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Kartoffel beantragt. Die „Fortuna“ ist laut BASF gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent und soll in der EU zum Anbau als Lebens- und Futtermittel zugelassen werden. Die BASF plant damit das zweite GVO-Knollen-Projekt in Europa. Letztes Jahr wurde die Gentechnik-Kartoffel "Amflora" in der EU zum Anbau zugelassen, sie wird jedoch nur auf wenigen Hektar angebaut, Stärke-Hersteller lehnen ihre Verwendung größtenteils ab, das es längst gentechnikfreie Alternativen gibt. Laut einer Greenpeace-Umfrage unter Pommes-Herstellern wäre auch die neue BASF-Kreation unbeliebt. Greenpeace gibt obendrein zu bedenken, dass die Gentech-Kartoffel gentechnikfrei wirtschaftenden Herstellern durch Kontrollen und Waren-Trennung erhebliche Kosten verursachen würde und von Verbrauchern abgelehnt werde.
n-tv.de: Zulassung als Lebensmittel beantragt: BASF bringt die Gen-Kartoffel raus
top agrar: BASF beantragt Zulassung für GVO-Speisekartoffel
SPIEGEL ONLINE: Umstrittene Knolle: BASF hält an Gen-Kartoffel Amflora fest
PM Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen): Gen-Kartoffel Fortuna wird BASF kein Glück bringen
GABOT: Minister Bonde lehnt Genkartoffel ab
28.10.2011 | permalink
Kaum Chance für Kommissions-Vorschlag über nationale Anbauverbote
John Dalli (Malta), EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz ist zuständig in Sachen Gentechnik; Quelle: EU-Kommission
Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten will nicht selbst über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auf ihrem Territorium entscheiden. "Unser Vorschlag hat keine Mehrheit im Rat", sagte Ladislav Miko, Generaldirektor für Verbraucherschutz und Gesundheit der Kommission, am Freitag. Die Kommission stellte zwei Evaluierungen der gegenwärtigen Gentechnikgesetzgebung vor. Sie bestätigten ihre Vorschläge, sagte EU Kommissar John Dalli. Die bereits im März veröffentlichten Evaluierungen konstatieren jedenfalls, dass die gegenwärtige Gesetzgebung nicht funktioniere.
Dow Jones: Kaum Chance für Vorschlag zur Renationalisierung des GVO-Anbaus
Europäische Kommission: EUROPA - Press Releases - Genetisch veränderte Organismen (GVO): EU-Vorschriften laut Bewertungsberichten auf dem richtigen Weg
Europäische Kommission: EU GMO Evaluation - website
Europäische Kommission: EU GMO food and feed evalutation documents
Infodienst: Kommissions-Vorschläge zum EU-Gentechnikrecht
27.10.2011 | permalink
Demo gegen Patente auf Brokkoli, Brot & Bier
Im Oktober demonstrierten 300 Menschen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere in München. Foto: no-patents-on-seeds.org
Gestern demonstrierten 300 Menschen in München gegen die Praxis der Patentierung von Pflanzen und Tieren. Nachdem das Patentamt letzte Woche angekündigt hatte, ein Patent auf Brokkoli bestehen zu lassen, forderte das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut“ von Agrarministerin Aigner, rechtliche Schritte dagegen einzuleiten. Die Verbände kritisieren den Ausverkauf von Lebensgrundlagen an Agrar-Konzerne. Ruth Tippe von der Initiative „Kein Patent auf Leben“ beobachtet die Patent-Vergaben des Amtes genau und deckt auf, dass sogar bereits Patentanträge auf Brot, Bier und Nudeln vorliegen. Dass derartige Patente durchgewunken werden, wundert sie nicht, denn das Patentamt finanziert sich über die Vergabe der Patente und hat damit ein Interesse daran, möglichst viele Patente zu erteilen.
11.10.2011 | permalink
Regierungs-Beirat empfiehlt: Kein Patent auf Leben
Kein Patent auf Leben
Der wissenschaftliche Beirat des Landwirtschaftsministeriums spricht sich in einer aktuellen Stellungnahme gegen die Patentierung von Erzeugnissen aus, die auf herkömmlichen Züchtungsverfahren beruhen, d.h. gegen „Patente auf Leben“.
Hintergrund: Am 26.10. entscheidet das Europäische Patentamt (EPA) in München über die Patentierung von Brokkoli, am 8.11. über Tomaten. Die Initiative „Keine Patente auf Saatgut“ fordert eine grundlegende Änderung im Europäischen Patentrecht um Verfahren zur Züchtung, Zuchtmaterial, Pflanzen und Tiere und daraus gewonnene Lebensmittel von der Patentierbarkeit auszuschließen und ruft zur Demonstration vor dem EPA auf.
10.10.2011 | permalink
NRW tritt EU Netzwerk gentechnikfreier Regionen bei
www.gmo-free-regions.org; Wir arbeiten dran!
Als 54. Regionalregierung ist am 10.10.2011 Nordrhein-Westfalen dem Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. „Das Ziel des Netzwerks entspricht der erklärten Absicht der Landesregierung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, NRW gentechnikfrei zu halten“, sagte Umweltminister Remmel bei der Unterzeichnung in Brüssel.
04.10.2011 | permalink
Amerikaner fordern ein Recht auf Wissen über Gentechnik
Genfrei Gehen goes America
Am Samstag ist der Right2Know March in New York City gestartet. Die Fortführung des „Genfreien Gehens“ von Initiator Joseph Wilhelms fordert eine gesetzlich festgeschriebene Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in den USA. Zum Auftakt des Marsches wurde einer Vertreterin der Vereinten Nationen eine Erklärung des Bio-Weltdachverbandes IFOAM für eine Welt ohne Gentechnik-Lebensmittel überreicht. 20% der in den USA hergestellten Lebensmittel enthalten gentechnisch veränderte Zutaten, ohne dass Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf davon erfahren. Bei Mais, Soja, Zuckerrüben und Baumwolle beträgt der Anteil von gentechnisch veränderten Pflanzen an der Gesamtanbaufläche um die 90%. Insgesamt wachsen in den USA auf 67 Millionen Hektar Gentechnik-Pflanzen. Höchste Zeit, um die Bevölkerung auf die Gentechnik-Problematik aufmerksam zu machen. Was Joseph Wilhelm bei seiner über 500 km langen Wanderung nach Washington D.C. erlebt, berichtet er täglich in seinem Online-Tagebuch.
21.09.2011 | permalink
„Earth Open Source“: Roundup verbieten
Großflächiger Herbizideinsatz (Photo:Volker Gehrmann)
Die unabhängige Gruppe „Earth Open Source“ fordert die EU auf, das Herbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat vom Markt zu nehmen, bis ein erneutes Zulassungsverfahren abgeschlossen ist. In einer Studie kritisiert „Earth Open Source“, dass die Datenlage zu Roundup beim letzten EU-Zulassungsverfahren 2002 zu industriefreundlich interpretiert wurde. Spätestens seit 1998 wisse man, dass Glyphosat Fehlbildungen bei Tier-Embryonen verursacht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nimmt die durch den Bericht aufgeworfenen Fragen zwar „sehr ernst“, sieht eine neue Risikobewertung jedoch nicht als notwendig an. So bezeichnet das BfR verschiedene Forschungen zu Glyphosat-Folgen, wie etwa die Studie des argentinischen Embryologen Andrés Carrasco, in der er nachweist, dass Roundup Fehlbildungen bei Tieren verursacht, als zu „artifiziell“. Pestizide werden in der EU nur für 10 Jahre zugelassen, eine Neubewertung von Roundup stünde 2012 an, wurde aber auf 2015 verschoben. Das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat wird sowohl von europäischen Hobbygärtnern als auch in starkem Maße auf Mais- und Sojafeldern des amerikanischen Kontinents eingesetzt. Dort werden von Monsanto vertriebene gentechnisch manipulierte Sorten angebaut, die den Roundup-Giftregen im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen überleben. Monsanto und weitere Saatgut-Konzerne drängen verstärkt darauf, ihre gentechnisch veränderten, Glyphosat-resistenten Sorten auch in Europa verkaufen zu dürfen.
19.09.2011 | permalink
Bayer weitet Gentechnik-Saatgut-Geschäft aus
Greenpeace Aktivisten protestierten vor der indischen Bayer-Zentrale gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. (Photo: Greenpeace)
Bayer CropScience will seinen Geschäftszweig mit gentechnisch veränderten Pflanzen weiter ausbauen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen in den nächsten vier Jahren auf 400 Millionen Euro steigen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Um das „BioScience Geschäft“ mit Saatgut- und Pflanzeneigenschaften auszuweiten, sollen andere Saatgut-Unternehmen aufgekauft werden. Von der Euro-Schuldenkrise merke der Konzern nichts, sagte Vorstandsmitglied Scheitza in einem Interview. Bei Saatgut sei die Nachfrage groß und der Markt wachse viel stärker als im Pflanzenschutzbereich. Pflanzengifte, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als extrem gefährlich eingestuft werden, will Bayer vom Markt nehmen. Was Sandra E. Peterson, Chief Executive Officer von Bayer CropScience als einen Schritt im „anhaltenden Engagement für eine nachhaltige Landwirtschaft“ des Konzerns bezeichnet, ist Kritikern zufolge eine längst überfällige Maßnahme. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die BAYER AG ihr Versprechen, die Wirkstoffe der obersten Gefahrenklasse bis zum Jahr 2000 vom Markt zu nehmen, gebrochen hat. Viele Menschenleben hätten in der Zwischenzeit gerettet werden können! Beschämend ist zudem, dass sich der Konzern erst entschloss, diese chemischen Zeitbomben auszumustern, als sie nicht mehr genügend Profit abwarfen“, so Philipp Mimkes von der Coordination gegen Bayergefahren (CBG). Mindestens 40.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen der Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel. Die CBG fordert, dass auch das von Bayer hergestellte Glufosinat-Ammonium, der Wirkstoff des Breitbandherbizids Liberty, vom Markt genommen wird. Das von deutschen Behörden verbotene Herbizid ist in Argentinien zugelassen und soll dort in Kombination mit herbizidresistenten gentechnisch veränderten Sojabohnen angewendet werden.
13.09.2011 | permalink
Polen fordert Einigung über GVO-Anbauverbote
Foto: Europäisches Parlament
Polen will während seiner EU-Ratspräsidentschaft bis Ende 2011 eine Einigung über den Vorschlag der EU-Kommission vorantreiben, nationale Anbauverbote für GVOs zu ermöglichen. Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe des Rates ist am 15. September.
Am 5. Juli 2011 stimmt das Europäische Parlament mit großer Mehrheit für eine rechtssichere und umfassende Regelung des Anbau-Verbots von gentechnisch veränderten Organismen durch einzelne EU-Mitgliedsstaaten. Die Europaabgeordneten haben wesentliche Änderungsvorschläge zum ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission angenommen und die Verbotsgründe auf Umweltrisiken, wissenschaftliche Unsicherheiten sowie volkswirtschaftliche Schäden ausgeweitet. Der Entwurf fordert die Kommission auf, den einstimmig gefällten Beschluss des Umweltministerrats vom Dezember 2008 umzusetzen, die Mängel der bisherigen EU-Zulassungsverfahren zu beheben sowie verbindliche Haftungs- und Koexistenzregeln einzuführen. Zuvor hatten mehr als 60.000 Menschen einen von 13 Organisationen initiierten Online-Appell unterzeichnet.
09.09.2011 | permalink
Frankreich will Anbauverbot für Gentechnik-Mais aufrechterhalten
Laut dem Europäischen Gerichtshof (EUGH) hat Frankreich das nationale Anbauverbot für den Gentechnik-Mais MON810 auf Grund einer falschen Rechtsgrundlage verhängt. Nun will die Umweltministerin den Fehler korrigieren. Frankreich begründete sein Verbot zunächst mit der Schutzklausel der Richtlinie 2001/18/EG, die laut EUGH veraltet ist. Jetzt entscheidet der französische Staatsrat (Conseil d’État) über die Aufhebung des nationalen Anbauverbotes. Wird das Verbot aufgehoben, kündigte die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet an, sich im nächsten Schritt auf die zulässige Verordnung (1829/2003) zu beziehen, um den Gentechnik-Mais in Frankreich weiterhin zu verbieten. Das Anbauverbot in Deutschland betrifft die Entscheidung des luxemburgischen Gerichtes nicht, da sich das nationale Anbauverbot ohnehin schon auf die richtige Verordnung bezieht.
Gerichtshof der Europäischen Union: Der Gerichtshof äußert sich zu den Voraussetzungen, unter denen die französischen Behörden den Anbau der Maissorte MON 810 vorübergehend verbieten durften
le monde: Maïs OGM : la France prête à prendre une 'nouvelle clause de sauvegarde' si necessaire
agrarheute: EuGH: Frankreich muss MON810-Verbot neu begründen
Infodienst: Hintergrund MON 810-Mais


