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20.12.2011 | permalink

Bundesamt verbietet Pestizid-Zusatzstoff, aber nicht Fertigprodukt

Trecker Spritzmittel Foto: stock.xchng, mordoc

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat sechs Zusatzstoffe für Pestizide verboten. Es handelt sich um tallowaminhaltige Stoffe, die Risiken für Menschen und Umwelt bergen. Werden sie Pestiziden zugesetzt, erhöht das deren Toxizität. Zwar dürfen die Tallowamine nicht mehr einzeln verkauft werden, fertig gemischte Pestizide bleiben jedoch weiterhin auf dem Markt. Dies bestätigte ein Sprecher des BVL gegenüber der taz. Für Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Johannes Remmel ist dies ein Skandal. Der Unterschied zwischen dem gesonderten Verkauf und dem Verkauf von fertigen Pestiziden ist nicht nachvollziehbar. Weiterhin verkauft werden dürfte beispielsweise das Totalherbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat, das schon seit Längerem in der Kritik steht. Besonders ausgiebig kann Roundup auf gentechnisch veränderten Pflanzen gespritzt werden, die gegen das Gift resistent sind. Als Tierfutter importiert gelangen diese Pflanzen auch hierzulande in die Nahrungskette.

20.12.2011 | permalink

Forderung nach Neubewertung von Glyphosat

Die Forderung nach einer Neubewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat bleibt Thema im Bundestag. Die Forderung nach einer Neubewertung von Glyphosat bleibt Thema im Bundestag.(Photo: Rainer Sturm/ Pixelio)

Nachdem am vergangenem Donnerstag ein Antrag zur Änderung des Düngegesetzes von CDU/CSU, FDP und SPD bei Enthaltung von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen angenommen wurde, bleibt die Forderung nach einer Neubewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat weiter Thema im Bundestag. Laut Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner, machen Hinweise auf Gesundheits- und Umweltrisiken von Glyphosat sowie dessen zunehmender Einsatz eine neue Bewertung und eine zwischenzeitliche Aussetzung der Zulassung notwendig. Auf Ablehnung stieß der Antrag beim CDU-Abgeordneten Alois Gerig und der agrarpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan. Gerig zeigte sich überzeugt, „dass bei sachgerechter Anwendung von Glyphosat kein Anlass zur Sorge besteht“.

17.12.2011 | permalink

Vorwürfe gegen Roundup erhärtet

Neue Untersuchungen der Nationalen Universität von Rio Cuarto in Argentinien bestätigen Vorwürfe, die bereits vor 2 Jahren von Prof. Carrasco aus Buenos Aires erhoben wurden: Das weltweit meistgebrauchte Pestizid "Roundup" (Glyphosat) kann Erbschäden, Fehlgeburten und weitere Gesundheitsschäden verursachen.

14.12.2011 | permalink

Mit Trommeln und Pfeifen gegen Gentechnik

Protest vor KWS Hauptversammlung GenWitz: Protest vor KWS Hauptversammlung

Zu ihrer jährlichen Aktionärsversammlung sind die Verantwortlichen der Einbecker KWS Saat AG heute nur durch die Hintertür gekommen. Der Haupteingang des Saatgut-Konzerns war durch eine Sitzblockade versperrt. "Gentechnik sucht Hintertürchen", so das Motto der Demonstranten, die für eine Landwirtschaft ohne gentechnisch verändertes Saatgut eintreten.

13.12.2011 | permalink

Koalition trödelt mit Patent-Antrag

Stoppt Patente auf Leben! Demo-Aktion Infoticker Stoppt Patente auf Leben! Infodienst-Aktion auf der Agrar-Demo in Berlin am 22.1.2011.

Patente auf Pflanzen und Tiere müssen verhindert werden, darüber scheinen sich alle einig zu sein. Auch der wissenschaftliche Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums warnte kürzlich vor den Gefahren der Patentierung von Lebewesen und forderte eine rechtliche Klarstellung, dass herkömmliche Züchtungsverfahren nicht patentiert werden dürfen. Die politischen Aktivitäten im Bundestag konzentrieren sich seit letztem Jahr auf einen interfraktionellen Antrag. Nun sind bereits über eineinhalb Jahre vergangen, ohne dass der Antrag in das parlamentarische Verfahren eingebracht wurde. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Matthias Miersch, und der Agro-Gentechnik-Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, wenden sich daher heute in einem offenen Brief an die Koalitionsfraktionen, die ihrer Meinung nach für das nur zögerliche Vorankommen des Prozesses verantwortlich sind. Wertvolle Zeit sei verloren gegangen, in der weiterhin fragwürdige Patente erteilt werden. Die Abgeordneten lassen der Regierungskoalition noch bis Weihnachten Zeit, einen beschlussfähigen Antragsentwurf vorzulegen und wollen ansonsten im Januar einen eigenen Antrag einbringen.

09.12.2011 | permalink

UN rügt GV-Soja Einsatz in Argentinien

GV-Soja Anbau in Argentinien Soja(Photo:Franz Haindl/Pixelio)

Am 13. November reichten die argentinische NGO GRR und die Gründerin des internationalen Netzwerkes Aktion GENKlage, Christiane Lüst, einen gemeinsamen Parallelbericht beim UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte ein. Der Bericht erhebt Anklage gegen Argentinien und dessen Anbau von genetisch veränderter Soja, welcher die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der argentinischen Bevölkerung verletzt. Nach dreiwöchiger Sitzung hat das UN-Komitee nun die „Concluding Observations“ veröffentlicht, in der es die argentinische Regierung auffordert, Menschenrechtsverletzungen, u.a. auch verursacht durch die Nutzung von GVO in der Landwirtschaft, umgehend zu stoppen und die traditionellen Anbaumethoden der indigenen Bauern zu erhalten.

09.12.2011 | permalink

Genug statt mehr

Die Welternährungskrise zwingt zum Umdenken in der Agrarpolitik: Im agrarpolitischen und -wissenschaftlichen Diskurs ist gegenwärtig ein Paradigmenwechsel zu beobachten. Zur Disposition steht das Ziel, mit stets fallendem Aufwand mehr zu produzieren.

08.12.2011 | permalink

EU-Bürgerbeauftragter kritisiert Fehler der EFSA

Mais Comic Die EFSA-Risikobewertung von Gentechnik-Pflanzen ist umstritten. (Photo:Testbiotech)

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA - European Food Safety Authority) ist eigentlich für eine unabhängige Risikobewertung von Lebens- und Futtermitteln in der EU zuständig. Genau diese Unabhängigkeit bezweifeln aber seit geraumer Zeit einige Experten. Das Institut „testbiotech“ arbeitet schon seit November 2009 an einem konkreten Fall und kann jetzt Erfolge verzeichnen. Dr. Suzy Renckens leitete bei der EFSA die Abteilung für die Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen. Danach wechselte sie direkt zu Syngenta, einem Konzern, der diese Pflanzen produziert und vermarktet. Testbiotech wendete sich in etlichen Briefen an die EFSA und zuletzt auch an den europäischen Bürgerbeauftragten. Dieser stimmte der Beschwerde nun zu und forderte, die EFSA solle zugeben, dass „sie die geltenden Regeln missachtet“ habe.

07.12.2011 | permalink

Report zeigt weltweites Versagen der Gentechnik

Vandana Shiva Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, kämpft seit Jahren in Indien und weltweit gegen Agro-Gentechnik.

Trägerin des alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, lobte heute anlässlich einer Pressekonferenz zum neuen Statusreport der globalen Zivilgesellschaft zu gentechnisch veränderter Organismen den Widerstand der gentechnikkritischen Bewegung in Europa. Die Inderin betonte den hohen Stellenwert des europäischen Marktes für Gentechnik-Produkte. Der Report „The GMO emperor has no clothes“ macht deutlich, dass sich die Ankündigungen der Agro-Gentechnikindustrie als leere Versprechungen entpuppen. Durch den Einsatz von Gentechnik-Pflanzen sind weder die Erträge gestiegen, noch die Menge an Pestiziden gesunken. Der Gentechnik-Anbau liefert keinen Beitrag zur Lösung des Hungerproblems – ganz im Gegenteil, die Zahl der Hungernden steigt weiterhin. Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast saß mit auf dem Podium und sah sich in ihrer Haltung bestätigt, in der Gentechnikfreiheit einen Wettbewerbsvorteil durch höhere Qualität zu sehen. Künast forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, sich weiterhin für ein Verbot des Gentechnik-Maises einzusetzen. Auch Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE sieht in der Gentechnik keine Wunderwaffe gegen den Welthunger. In einer Pressemitteilung anlässlich der Konferenz erklärte sie: „Gentech-Pflanzen werden oft für den Export angebaut und verdrängen damit einheimische Nahrungsmittelproduktion vom Acker“.
Ebenso bestätigte die SPD auf ihrem jüngsten Parteitag erneut die kritische Haltung gegenüber der Agro-Gentechnik. In einem Beschluss vom Montag erklärt sie die klare Ablehnung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen. Er sei nicht kontrollierbar, werde von der Bevölkerung nicht akzeptiert und seine langfristigen Folgen seien wissenschaftlich noch nicht geklärt.

06.12.2011 | permalink

Feldbefreier freigesprochen

Feldbefreiung Amflora Feldbefreiung auf Amflora-Acker(Photo:gendreck-weg)

Heute wurde im Amtsgericht in Waren ein Gentechnikgegner freigesprochen, der 2010 in Bütow gentechnisch veränderte Kartoffelpflanzen aus dem Boden gerissen hatte. Dort wurde auf 15 Hektar die umstrittene Amflora Kartoffel im Auftrag der BASF-Tochter "Plant Science" angebaut. Da eine Umzäunung des gesamten Feldes fehlte, sei ein widerrechtliches Betreten nicht erkennbar gewesen, so der Richter. Der Feldbefreier wurde also vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen. Auch Sachbeschädigung könne man ihm nicht vorwerfen, da nur 18 Pflanzen beschädigt worden sind. Der freigesprochene Aktivist sieht die Aktion als erfolgreichen symbolischen Protest.

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