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06.08.2010 | permalink
Erfolg um Nachbaugebühren erringen Bauern beim Bundesgerichtshof
Erfolg für Bauern (Photo:bundesgerichtshof)
„Der Versuch der STV (Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH Bonn), beliebig über Jahre zurück Nachbaugebühren einzutreiben und damit die Verjährung außer Kraft zu setzen, ist sang- und klanglos vor dem Bundesgerichtshof gescheitert,“ so Georg Janßen (IG Nachbau & AbL). Die IG Saatgut stützt sich auf Artikel 8 Absatz 3 der EU-Nachbauverordnung, demzufolge die STV nur für das laufende Wirtschaftsjahr und bis zu drei vorangegangene Jahre ein Auskunftsersuchen stellen darf. Der Bundesgerichtshof empfahl den STV-Anwälten nun in der mündlichen Verhandlung, nicht auf ein Urteil zu bestehen, sondern die Klage wegen Aussichtslosigkeit fallen zu lassen. Dem folgte die STV. rückwirkend die STV Saatgut-Nachbaugebührenansprüche geltend machen darf.
04.08.2010 | permalink
Naturland fordert CMS-Verbot für den Öko-Anbau
Naturland
„Kleine Gentechnik“ bezeichnet Naturland die CMS-Hybriden, da bei diesem
spezielle Pflanzenzüchtungs-Verfahren artfremde Zellen miteinander verschmelzen. Während die EU-Öko-Verordnung hier eine Ausnahme macht, distanziert sich der Bioverband scharf von dieser Technologie.
30.07.2010 | permalink
Vielfalt gegen Hunger – Saatgutkarawane durch die Schweiz
The Seed Caravan in Switzerland (Photo:swiss aid)
Zwei Wochen lang zogen Bauern und Saatgutexperten aus Indien, dem Niger, Guinea Bissau und Nikaragua durch die Schweiz. Unterwegs thematisierte die internationale Saatgutkarawane die Notwendigkeit von vielfältigem, lokaladaptiertem und GMO-freiem Saatgut.
Lesen Sie mehr dazu in der gemeinsamen Abschlusserklärung...
29.07.2010 | permalink
Symbolische Feldbefreiung geglückt
Feldbefreiung auf Amflora-Acker(Photo:gendreck-weg)
Trotz massiver Polizeipräsenz gelang es 7 Feldbefreiern ein Feld in Zepkow im Müritzkreis von einigen Säcken der Gen-Kartoffel Amfora zu befreien. Mit dieser symbolischen Aktion kämpfen die Aktivisten der Initiative Gendreck-weg gegen die großflächige Verbreitung eines Risiko-Produktes der BASF. Der Agrochemiekonzern hat mit der Vermehrung der Amflora Fakten geschaffen und ruft nun zum Dialog auf. Den aber wollen die Widerständler erst führen wollen, wenn der „Gendreck weg“ ist.
23.07.2010 | permalink
Mit illegalem Gentechnik-Mais kontaminiertes Saatgut von Pioneer wurde auch in Irland ausgesät
Auf mehreren Freisetzungsflächen mit konventionellem Mais der irischen Regierung wurde bei Routine-Untersuchungen festgestellt, dass etwa 300 Pflanzen pro Hektar mit dem Gentechnik-Mais NK603 von Monsanto kontaminiert waren. Das Saatgut stammte von der Firma Pioneer Hi-Bred, genau wie im aktuellen Saatgut-Skandal in Deutschland. Das Unternehmen beteuert auch in diesem Fall seine Unschuld. Die Flächen wurden bereits vernichtet, bevor der Mais blühte. Es ist allerdings unklar, ob das kontaminierte Saatgut auch an Landwirte in Irland verkauft wurde.
23.07.2010 | permalink
Aktion: Saatgut soll gentechnikfrei bleiben
Eine Verunreinigung von 0,1% bedeutet, dass pro Hektar 100 gentechnisch veränderte Mais-Pflanzen wachsen.
Die Aussaat von gentechnisch verunreinigtem Saatgut hat dieses Frühjahr für einige Schlagzeilen gesorgt. Statt den Einsatz der Gentechnik auf dem offenen Feld grundsätzlich zu verbieten und so den Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft zu unterstützen, wollen Befürworter der Gentechnik einen sogenannten Schwellenwert für Saatgut einführen und ein bißchen Gentechnik im Saatgut erlauben. Im Gespräch ist ein Schwellenwert von 0,3 % GVOs im Saatgut. Dies hört sich zwar nach wenig an, bedeutet in der Praxis jedoch, dass 300 versteckte Gentechnik-Maispflanzen pro Hektar wachsen könnten. Der gleiche Schwellenwert von 0,3 % GVOs für Rapssaatgut würde bedeuten, dass sogar 1.500 bis 2.100 Gen-Rapspflanzen pro Hektar unerkannt wachsen könnten. Ohne reines gentechnikfreies Saatgut wäre die gentechnikfreie Landwirtschaft innerhalb weniger Jahre unmöglich.
Der Arbeitskreis Gentechnik-Freies Metzingen/Ermstal wehrt sich mit einer neuen Unterschriftenliste gegen die schleichende Einführung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Die Unterschriftenliste kann hier runtergeladen werden. Für alle, die das Anliegen gentechnikfreies Saatgut unterstützen möchten, aber nicht Unterschriften sammeln können, gibt es mit den beigefügten Brief-Vorlagen auch die Möglichkeit, selbst an Frau Aigner und Frau Merkel zu schreiben. Einfach ausdrucken, Name, Adresse und Datum einfügen und abschicken.
16.07.2010 | permalink
Saatgut-Skandal: Transparenz nur in Mecklenburg-Vorpommern
Maissaatgut Foto: SaveOurSeeds
Mecklenburg-Vorpommern geht mit gutem Beispiel voran und legt gegenüber Greenpeace und Bioland die Flächen offen, auf denen dieses Frühjahr mit Gentechnik verunreinigter Mais wuchs. Die Informationen sind für benachbarte Imker, Landwirte und Saatguthersteller wichtig, wenn sie sich vor Gentechnik schützen wollen. Andere Länder haben bisher keine Angaben darüber gemacht, wo der verunreinigte Mais ausgesät wurde. Greenpeace und Bioland fordern die Veröffentlichung der Flächen im Standortregister.
Die Firma Pioneer, von der das Saatgut stammt, ist nach wie vor nicht bereit, die betroffenen Landwirte bedingungslos zu entschädigen. Der Deutsche Bauernverband kritisiert, dass das Unternehmen sich auch nicht auf einen Kompromiss-Vorschlag einlässt, nach dem die Landwirte dem Unternehmen im Gegenzug ihre möglichen Ansprüche gegenüber den Behörden abtreten würden. Die Landwirte müssen nun einzeln entscheiden, ob sie gegen Pioneer klagen wollen.
02.07.2010 | permalink
Wulff im Visier der Staatsanwaltschaft
Im Zusammenhang mit dem Saatgutskandal wurden strafrechtliche Vorermittlungen gegen den neuen Bundespräsidenten eingeleitet. Wegen Verstoßes gegen das Gentechnikgesetz hat die Staatsanwaltschaft Hannover Christian Wulff sowie die niedersächsische Agrarministerin Astrid Grotelüschen und den niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander im Visier. Das internationale Netzwerk „Aktion GEN-Klage“ sieht die Niedersächsische Landesregierung in der Verantwortung für die illegale Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen und erstattete letzte Woche Strafanzeige. Nach der Aussaat des mit dem verbotenen Monsanto Konstrukt verunreinigten Maissaatgutes auf bundesweit mindestens 2000 Hektar, werden die Schäden mittlerweile auf über 1,3 Millionen Euro beziffert. Gleichzeitg verurteilte das Würzburger Landgericht die Feldbefreierin Cécile Lecomte zu 40 Tagessätze à 15 Euro. Diese hatte vor 2 Jahren widerrechtlich Pflanzen von einem mit gentechnisch veränderten Mais (MON 810) bestelltem Feld entfernt. Nun bleibt abzuwarten, ob das illegale Ausreißen einzelner Pflanzen härter geahndet wird, als die illegale Aussaat gentechnisch-kontaminierten Saatguts auf 2000 Hektar.
29.06.2010 | permalink
Landwirte sind stinksauer
der Umbruch hat begonnen. (Photo: Lemken)
Allen Grund zum Ärgern haben dieser Tage die vom Saatgutskandal betroffenen Bauern. 2000 Hektar (ha) Mais werden nun bundesweit umgebrochen oder wandern frühzeitig in die Biogasanlage, da sie Spuren der gentechnisch veränderten Sorte NK603 von Monsanto enthalten. Mit 600 bis 900 bzw. 400 bis 600 ha hat es die Bauern in Bayern und Badem-Württemberg besonders hart getroffen. Die Zuordnung der Flächen fällt schwer, da die Betriebe unterschiedliches Saatgut verwendet haben. Fest steht, dass bei zwei Maispartien aus Niedersachsen Verunreinigungen von 0,03 % mit NK 603 festgestellt wurden. Während Pioneer diese Ergenisse noch anzweifelt, betont ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover, dass man gegen geprobt habe. „Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse wasserdicht sind“, sagte der Sprecher. Der Biokreis plädiert dafür, dass im Zweifelsfall alle Flächen umgebrochen werden, damit mögliche Schäden von gentechnikfreien und vor allem von Bioflächen auszuschließen sind. Das Unterpflügen muss aus diesem Grund schnellstens erfolgen. Doch wenn dieser Tage der Bauer seinen grummelnd Trecker anlässt, nörgelnd den Pflug anspannt und sauer ins Maisfeld fährt, so weiß er, dass die Aussichten auf Entschädigung denkbar schlecht stehen. …stinksauer eben.
23.06.2010 | permalink
Beirat des Landwirtschaftsministerium fordert Ende der Saatgut-Reinheit
GVOs in Maissaatgut
Der wissenschaftliche Beirat des Landwirtschaftsministeriums fordert in einer Stellungnahme zur Koexistenz gentechnischer und gentechnikfreier Landwirtschaft unter anderem, aus Kostengründen einen Grenzwert für Saatgut-Verunreinigungen von 0,3% einzuführen, obwohl er selbst darauf hinweist, dass dies eine Koexistenz erheblich erschweren wird und derart hohe Verunreinigungen bisher kaum vorgekommen sind. Ausserdem solle der Kennzeichnungsgrenzwert von 0,9% für Lebensmittel unabhängig davon ob die Verunreinigung vermeidbar wäre festgeschrieben werden.

AbL: Erneuter Erfolg der Bauern beim Bundesgerichtshof
SWISSAID: SWISSAID - Saatgutkarawane
saveourseeds.org: Saatgut-Skandal 2010
