Nachrichten

20.09.2010 | permalink

Saatgut-Diskussion in Mecklenburg-Vorpommern

Die Nulltoleranz für die gentechnische Verunreinigung von Saatgut gehört laut Minister Backhaus zu den klarsten Bestimmungen des Gentechnikrechts.

09.09.2010 | permalink

Bioökonomierat propagiert Gentechnik-Sackgasse statt nachhaltig innovativer Konzepte

Gutachten des BioÖkonomieRats 2010 Gutachten des BioÖkonomieRats 2010

Gestern übergab der BioÖkonomieRat sein Gutachten zur Bioökonomie an Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Das Gutachten soll der Regierung zur Entwicklung der künftigen Agrar-Forschungsstrategie dienen. Besetzt ist der BioÖkonomieRat einseitig und von Wirtschaftskonzernen dominiert. Der Rat sieht eine Lösung für die globalen Fragen wie Klimawandel und Welternährung in einem rein technikfixierten Ansatz mit starkem Fokus auf die Agro-Gentechnik. Aus dem Weltagrarbericht der Weltbank jedoch wird deutlich, dass sich die großindustrielle Landwirtschaft als Sackgasse erwiesen hat. Vielmehr bedarf es einer Besinnung auf vielfältige, nachhaltige kleinbäuerliche Strukturen.

08.09.2010 | permalink

Backhaus beendet Amflora-Ernte

verbotene kartoffel verbotene kartoffel (Bild: zsl)

Nach dem feierlichen Start der Amflora Ernte in Mecklenburg Vorpommern bringt Till Backhaus (SPD) die Kartoffelroder nun zum stehen. Aufgrund der Verunreinigungen der Amflora-Felder in Schweden mit der nicht zugelassenen Amadea lies Backhaus sämtliche Bestände der Saatgut Kartoffel Amflora sicherstellen. „Mein Vertrauen in das Qualitätssicherungssystem der BASF ist stark erschüttert", sagte Backhaus. BASF räumt ein, dass auch die Pflanzkartoffeln für den Acker in Mecklenburg Vorpommern kamen aus Schweden. Am heutigen Mittwoch ist die BASF nach Brüssel zur EU Kommission geladen, um für Aufklärung zu sorgen.

07.09.2010 | permalink

Illegaler Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amadea

Amflora Blüte Blüte der Gentechnik-Kartoffel Amflora (Photo:Marlies Woellner)

In Schweden entdeckte ein BASF-Mitarbeiter auf einem Feld der gentechnisch veränderten Sorte Amflora, Pflanzen der Sorte Amadea, eine Gentechnik-Kartoffel ohne Zulassung. Bei einem Kontrollgang fand er weiß blühende zwischen den sonst violett blühenden Amflora-Pflanzen. Der Vorfall liegt nun der EU-Kommission vor. Am Mittwoch muss die BASF, Entwickler beider Kartoffelsorten, sich wegen des illegalen Anbaus von Amadea in Brüssel verantworten. Der Konzern möchte die Vermischung durch die "geringe" Verunreinigung unter 0,01 Prozent kleinreden und über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sich Verunreinigungen nicht ausschließen lassen, selbst von einem Qualitätsmanagement der größten Konzerne der Welt nicht. Die SPD-Fraktion fordert daher einen Anbaustopp für Gentechnik-Pflanzen. Gentechnikkritiker befürchten eine vom Konzern gewünschte Verunreinigung, und wittern hier Bestrebungen des Konzerns den Zulassungsprozess der Gentechnik-Kartoffel Amadea zu beschleunigen. Der Antrag auf EU-Zulassung ist letzte Woche zeitgleich mit der ersten Ernte der Gentechnik-Kartoffel Amflora erfolgt. Ob auch die hiesigen 15 ha Amflora mit Amadea verunreinigt sind, kann nicht ausgeschlossen werden. Amadea ist wie Amflora eine an Amylopektin reiche Stärkekartoffel und soll diese im Laufe der Zeit ersetzen. Im Gegensatz zu ihrer Vorläuferin ist Amadea für den Nahrungsmittelbereich entwickelt worden, der im Stärkemarkt im Gegensatz zum industriellen Einsatz einen größeren Anteil einnimmt.

01.09.2010 | permalink

Lobbyisten und ihr kleines Brüderle

Lobbyisten und ihr kleines Brüderle Bild: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern

Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) hat gestern Seite an Seite mit dem BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht die Ernte der umstrittenen Gentechnik-Kartoffel Amflora eingeleitet. Schon im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass der Anbau der Amflora von der Regierung unterstützt werden soll. Ein von Greenpeace vorgelegtes Gutachten belegt die Rechtswidrigkeit der Zulassung für den Anbau, doch diese Tatsache kann den Lobbyismus der FDP nicht brechen. Brüderle´s Amtskollegin Christel Happach-Kasan, agrarpolitische Sprecherin der FDP, stellt in einem Interview bei der tageszeitung ihre positive Einstellung gegenüber Agro-Gentechnik dar und macht ihre unkritische Haltung deutlich. Weder die Tatsache dass es keine Langzeitstudien zu Gentechnik-Pflanzen gibt, noch, dass die meisten Studien von den Firmen geliefert werden, die an diesen Pflanzen verdienen, scheint eine kritische Betrachtung wert. Indes hält selbst die BASF die Knolle schon jetzt für verbesserungswürdig und hat zeitgleich mit der ersten Ernte von Amflora einen EU-Zulassungsantrag für Amadea gestellt, einer Gentechnik-Stärkekartoffel, von der sich der Konzern bessere agronomische Eigenschaften verspricht. Sie soll in der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden. Bleibt abzuwarten ob die Lobby-Kräfte bei der geplanten Markteinführung 2013/2014 noch gleich stark sind.

30.08.2010 | permalink

Die Gen-Kartoffel wird geerntet

Protestaktion gegen Amflora Ernte unter Protest (Photo:EFLM)

Trotz des internationalen Protestes und Empörung aus der Landesregierung wird nun die Gentechnik-Kartoffel, Amflora aus dem Hause BASF geerntet. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) höchstpersönlich und Vertreter des BASF Vorstandes werden die Ernte bei Zepkow (Müritzkreis) feiern. Erst letzte Woche kamen Aktivisten aus ganz Europa zusammen, um dies zu verhindern. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sprach sich auf der Protestveranstaltung des European Field Liberation Movements (EFLM) für ein Verbot der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel aus. „Man kann Vermischungen oder Verunreinigungen nicht verhindern und deshalb gibt es keine Koexistenz zwischen konventioneller Landwirtschaft, Bioanbau und Gen-Pflanzen-Anbau“, so Backhaus. Schon heute kontert die FDP-Politikerin Christel Happach-Kasan, „Die Koexistenz beider Pflanzenarten funktioniert. Es wird immer Spuren von nicht zugelassenen Sorten in Importen geben…“

23.08.2010 | permalink

Indien: Gentechnik-Aubergine wartet vor der Hintertür

aubergine re-introducing Bt brinjal?? (Photo: brixi-ix/pixelio.de)

Heftige Reaktionen hat das indische Parlament mit dem Entwurf eine neuen "Biotechnology Regulatory Authority“ (BRAI) hervorgerufen. Die Kontrolle über die Einführung von gentechnisch veränderten Pflanzen würde damit der gewählten Regierung entzogen und einem zentralistischen Kontrollapparat überlassen, so Rajesh Krishnan, der Greenpeace Kampagnen Manager. Er befürchtet die Wiedereinführung der gentechnisch veränderten Aubergine - „Bt Brinjal“.

19.08.2010 | permalink

Russlands Präsident schaltet sich in den Streit um die Saatgutkollektion in Pawlowsk ein

alblinse Alblinse

Eine älteste Samenbanken der Welt soll Luxuswohnungen weichen. 90 Prozent der im Wawilow-Insitut gesammelten Pflanzenarten in keiner anderen Nutzpflanzensammlung der Erde. Der Global Crop Diversity Trust hat eine globale Bewegung für den Erhalt der Saatgutbank in bewegung gesetzt und jetzt hat Präsident Medwedew in den Streit um die einmalige Kollektion eingeschaltet.

11.08.2010 | permalink

Landwirtschaftsministerium der Philippinen lacht über Gesundheitsgefahren durch Bt Aubergine

Joel S. Rudinas the representative of the Department of Agriculture in the Philippines (Photo:Joel S. Rudinas)

Der stellvertretende philippinische Landwirtschaftsminister Joel S. Rudinas geht nicht auf die berechtigten Sorgen gentechnikkritischer Gruppen hinsichtlich der geplanten Einführung einer Gentechnik-Aubergine ein. Über die Bedenken der Gentechnik-Kritiker zu möglichen Gesundheitsgefahren hat er gelacht und will von weiteren Feldversuchen und einer eventuellen Kommerzialisierung nicht abrücken. Doch erst Anfang des Jahres verhängte die indische Regierung ein Moratorium gegen die Gentechnik-Aubergine, da es nicht ausreichend Langzeitstudien gibt und negative Folgen für Gesundheit und Umwelt nicht ausgeschlossen werden können. Auberginen sind die wichtigsten Gemüsepflanzen auf den Philippinen. Sie werden auf einer Fläche von rund 20.000 Hektar angebaut. Die Einführung einer Gentechnik-Aubergine ist daher eine weit tragende Entscheidung. Unterstützen Sie die Petition gegen Bt Aubergine in den Philippinen!

10.08.2010 | permalink

Aigner zwischen den Stühlen

Offizielles Ohne Gentechnik Logo Offizielles Ohne Gentechnik Logo in Deutschland. Mehr Infos unter www.ohnegentechnik.org

Eine Überarbeitung des Gentechnikgesetzes müsse "vor der nächsten Aussaat im Frühjahr passieren", so fordert es Bayerns Umweltminister Markus Söder im SPIEGEL. Sowohl Söder als auch CSU-Parteichef Horst Seehofer wollen die GVOs von den Freistaats-Äckern verbannen. Doch gentechnikkritische CSU-Politiker stehen den Befürwortern in der Schwester-Partei CDU und der Koalition gegenüber. Da auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Agro-Gentechnik setzt, bleibt abzuwarten, welche Politik Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner verfolgt.

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