Nachrichten

17.05.2011 | permalink

Monsanto erhält Patent auf Melone

Honigmelone Honigmelone als Erfindung von Monsanto? (© wrw/PIXELIO)

Der US-Konzern Monsanto hat ein europäisches Patent auf eine konventionell gezüchtete Melone erhalten. Die Melone ist resistent gegenüber einer Viruskrankheit und wurde auf herkömmliche Art und Weise gezüchtet. Melonen mit diesen Eigenschaften wurden ursprünglich in Indien entdeckt. Doch in Europa gilt sie nun als Erfindung von Monsanto. Christoph Then, Sprecher des Bündnisses Kein Patent auf Leben, spricht von einem Missbrauch des Patentrechtes, da eine Patentierung konventioneller Züchtung verboten ist. Das Verbot wurde jedoch umgangen, indem nicht das Verfahren patentiert wurde, sondern die Pflanzen selbst. Problematisch an der Patentierung ist, dass mit dem Saatgut nicht weitergezüchtet werden darf. Das Recht auf die genetische Ressourcen liegt also beim Patentinhaber. Die Initiative Kein Patent auf Leben hat deshalb einen Aufruf gestartet, den bereits 15.000 Menschen unterzeichnet haben. Sie fordern eine Änderung des europäischen Rechts, damit eine Patentierung von Tieren, Pflanzen und daraus gewonnenen Lebensmitteln verhindert wird.

11.05.2011 | permalink

Über hunderttausend Stimmen gegen Gentechnik

Campact Plakat-Aktion Bundestag Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft ab: Campact Plakat-Aktion vor dem Bundestag. (Photo: Campact)

Die BÖLW-Petition gegen die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen in der EU war ein Riesenerfolg. In den letzten sechs Wochen haben über hunderttausend Bürgerinnen und Bürger unterschrieben und es so ermöglicht, dass der Petent, Felix Prinz zu Löwenstein in einer öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss sprechen kann. Jährlich werden ca. 19.000 Petitionen eingereicht. Nur durchschnittlich zwei davon erreichen die Hürde von 50.000 Unterschriften, die für die öffentliche Anhörung nötig sind. Die Verwaltung des Bundestages hatte alle Hände voll zu tun, denn ein Großteil der Unterschriften kamen per Fax, wodurch die Geräte überlastet waren.
So viel Zulauf dürfte die Bundesregierung nicht ignorieren. Löwenstein hofft, sie durch den Erfolg der Petition dazu zu bringen, sich gegen weitere Zulassungen von Gentechnik-Pflanzen zu richten.

04.05.2011 | permalink

Sieben Prozent der Mais-Proben mit Gentechnik verunreinigt

Maisblüte Maispollen können kilometerweit fliegen. (Foto: Simone Knorr)-+-

Dieses Jahr sind in sieben Prozent der 417 Mais-Saatgut-Proben in elf Bundesländern Spuren von Gentechnik gefunden worden. Die Verunreinigungen stiegen in den letzten Jahren an. Laut einer Presseerklärung von Greenpeace und Bioland waren vor drei Jahren nur 2.1 Prozent der Proben mit gentechnisch veränderten Organismen vermischt. Der Mais kann durch Insekten, Pollen oder durch Lagerung und Transport der Ernte verunreinigt werden. Letztes Jahr wurde ein Saatgut-Skandal ausgelöst, weil Behörden die Ergebnisse der Tests nicht rechtzeitig bekannt gaben. Mehrere Landwirte hatte die mit Gentechnik verunreinigte Saat bereits ausgebracht und mussten ihre Pflanzen dann umbrechen. Da die Behörden dieses Jahr die Tests rechtzeitig durchgeführt haben, konnte das Saatgut vor der Aussaat zurückgerufen werden. In Bayern wurden am meisten Verunreinigungen gefunden (7,9%). Greenpeace und Bioland fordern die Beibehaltung der strengen Null-Toleranz für das Saatgut. Die regelmäßige Verschmutzung sei nicht akzeptabel. Im März sprach sich der Bundesrat in einer Abstimmung mehrheitlich gegen die Aufweichung der Saatgutreinheit aus, nachdem es bundesweite Proteste gegeben hatte.

19.04.2011 | permalink

Aktionstage in Brüssel gegen neue Saatgut-Gesetzgebung

Bunter Demonstrationszug durch Brüssel Bunter Demonstrationszug durch Brüssel (www.saatgutkampagne.org)

Am Wochenende fanden die ersten Internationalen Aktionstage für Saatgut-Souveränität in Brüssel statt, die von der internationalen Saatgutkampagne "Zukunft säen - Vielfalt ernten" organisiert wurden. Im Rahmen der Aktionstage wurde auch eine Petition mit mehr als 50 000 Unterschriften aus 20 Ländern an das EU Parlament übergeben. Die Petition protestiert gegen geplante Reformen der EU Gesetzgebung, mit denen die Möglichkeiten bäuerliches Saatgut zu tauschen und zu verbreiten europaweit eingeschränkt würden.
Mehr dazu unter: www.saatgutkampagne.org

12.04.2011 | permalink

Gentechnik-Funde in Schleswig-Holstein: Saatgut zurückgerufen

Mais Haufen Die Wirkung von Gentech-Mais ist sehr umstritten.(Foto:Infodienst)

Kurz vor der Mais-Anbau-Saison wurde wieder gentechnisch verändertes Maissaatgut in Proben gefunden. Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein teilt heute mit, dass Verunreinigungen in fünf von neun Proben gefunden wurden. Da in Deutschland die Null-Toleranz für Gentechnik im Saatgut gilt, darf es nicht ausgebracht werden und muss aus dem Verkehr gezogen werden. Das Handelsunternehmen kam einer entsprechenden Aufforderung des Ministeriums freiwillig nach. Ende März gab es eine gleiche Meldung aus Niedersachsen. Auch dort tauchten Funde von gentechnisch verändertem Saatgut auf, woraufhin das Saatgut zurückgezogen wurde. Letztes Jahr wurde mit Gentechnik verunreinigtert Mais versehentlich ausgesägt, weil Behörden nicht rechtzeitig über die Funde Auskunft gaben.
Der kommerzielle Anbau von gentechnisch verändertem Mais ist in Deutschland verboten. Die BASF-Gentechnik-Kartoffel wird dieses Jahr nur auf zwei Hektar angebaut. Außerdem gibt es einige Versuchs-Freisetzungen von gentechnisch veränderten Kartoffeln, Sommerweizen sowie Zuckerrüben. Informationen zu den Freisetzungs-Anmeldungen gibt es im Standortregister.

25.03.2011 | permalink

Zwergenaufstand gegen Gentechnik: Bantam’s samenfeste Vielfalt

Bantam Zwerg Vielfalt 2011 Bantam"s bunte, samenfeste Vielfalt.

Pünktlich zum Frühlingsanfang startet auch dieses Jahr die Aktion Bantam von Save Our Seeds. Golden Bantam, ein samenfester Mais setzt ein praktisches und lebendiges Zeichen gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais. Wo Bantam steht, wächst keine Gentechnik. Seit 2006 ist die Anzahl der Bantamesen, also Menschen, die Bantam in ihren Gärten oder ihren Balkonen pflanzen, auf 60.000 gestiegen. Seit zwei Jahren wächst auch das Sortiment. Der Lein „Blaues Wunder“ wurde letztes Jahr dazugenommen, eine Reaktion auf gentechnisch verunreinigten Leinsamen in Brot und Müsli, der in 36 Ländern entdeckt wurde. Zurückzuführen war die Gentechnik-Verunreinigung auf eine Sorte namens Triffid, die nirgends auf der Welt eine Zulassung besitzt. Dieses Jahr wächst das Sortiment um Kohlrabi-, Zucchini- und Sonnenblumensamen – samenfest und garantiert ohne Gentechnik. Denn samenfeste Sorten sind die Grundlage für eine weltweite Ernährungssouveränität.

22.03.2011 | permalink

Erneut Millionenstrafe für Bayer wegen Gentech-Reis-Skandal

Reiskörner Der Gentechnik-Reis LL62 von Bayer Crop Science ist gegen das hauseigene Spritzmittel Glufosinat resistent. Photo: Christian Seidel / pixelio.de

Der Bayer-Konzern ist zu einer Strafe von 136 Millionen US-Dollar verurteilt worden. 11,8 Millionen gehen an die Reismühle Riceland Foods. Zusätzliche 125 Millionen müssen als Strafgeld gezahlt werden wegen besonders rücksichtslosem Verhalten. Zu der Verunreinigung kam es 2006, als der Gentechnik-Reis von Bayer Crop Science LL 601 in Langkornreis entdeckt wurde. Der LL601 wurde zuvor zu Versuchszwecken angebaut. Amerikanische Reis-Bauern blieben daraufhin auf ihrem Reis sitzen, weil der Reis nicht als Lebensmittel zugelassen war und Europa und Japan Einfuhrsperren verhängten. Auch in den vergangenen Jahren gab es bereits Urteile, in denen Bayer zu Millionen-Strafen verurteilt wurde. So bekamen im April letzten Jahres 12 Bauern Recht, die Schadensersatz forderten.

22.03.2011 | permalink

Gentech-Mais in Mexiko

Seit 2009 das Moratorium für den Anbau von Gentechmais in Mexiko, der Heimat dieser Pflanze, faktisch gekippt wurde, erhielten Monsanto, Dow AgroScience, Pioneer Hi Breed
und Syngenta 67 Genehmigungen für die experimentelle Aussaat von Gentech-Mais in
diversen Provinzen auf einer Gesamtfläche von fast 70 Hektar. Ein Bericht der mexikanischen Zeitung "La Journada2, übersetzt vom Nachrichtenpool Lateinamerika.

18.03.2011 | permalink

Protest erfolgreich: Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut

Bundesrat-Saatgut-Aktion Aktion heute morgen vor dem Bundesrat: Dort wurden 65.000 Unterschriften an die Ministerpräsidenten übergeben. (Photo:SaveOurSeeds)

Der Protest hat gewirkt: Der Antrag zur Aufhebung der Null-Toleranz im Saatgut wurde heute im Bundesrat mehrheitlich abgelehnt. Noch am 28. Februar wurde der Antrag der Länder Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein im Agrarausschuss des Bundesrates einstimmig beschlossen. Der daraufhin ausbrechende Protest auf der Straße und im Internet bewegte schon vor dem Bundesrat-Plenum heute mehrere Ministerpräsidenten der Bundesländer dazu, sich klar für die Null-Toleranz von Gentechnik im Saatgut zu positionieren. 65.000 Unterschriften wurden gesammelt, die den Ländervertretern heute morgen bei einer Aktion vor dem Bundesrat übergeben wurden. „Diese krachende Niederlage für die Gentechnik-Lobby ist der Erfolg massiven Engagements von Bürgerinnen und Bürgern in den vergangenen Tagen“, so Astrid Goltz vom Kampagnen-Netzwerk Campact. "Ein guter Tag für die gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung!" freute sich Benedikt Härlin von der Initiative Save Our Seeds, die zusammen mit Campact den Protest organisierte. Unterstützt wurden sie von einem breiten Bündnis von Organisationen, das sich für die absolute Reinhaltung von Saatgut einsetzt und das Verursacherprinzip bei Kosten fordert, die durch jegliche Verunreinigungen mit Saatgut entstehen.

18.03.2011 | permalink

Bundesrat entscheidet heute über Null-Toleranz im Saatgut

Saatgut-Aktion vor dem Bundesrat Saatgut-Aktion vor dem Bundesrat (Photo:SaveOurSeeds)

Die Landesregierungschefs stimmen heute im Bundesrat über den Antrag Niedersachsens, Baden-Württembergs und Schleswig-Holsteins ab, der eine Aufhebung des strikten Reinheitsgebots von Saatgut vorsieht. Deshalb kamen heute morgen ca. 70 Aktivisten vor dem Bundesrats-Gebäude zusammen, um das letzte Mal an die Ministerpräsidenten zu appellieren, für die Reinhaltung des Saatguts zu stimmen. Bereits die Woche über hatten Initiativen in den Landeshauptstädten demonstriert und versucht, ihre Regierungen zu einem Statement für die Beibehaltung der Null-Toleranz von Gentechnik im Saatgut zu bringen. Nach Bremen, Brandenburg und Hessen gaben gestern auch die Regierungen in Hamburg und Bayern zu verstehen, dass sie gegen den Antrag stimmen werden. Die Entscheidung des Bundesrates heute Mittag wird mit Spannung erwartet.

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