Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern mit "Save Our Seeds" ein Reinheitsgebot für Saatgut. ...mehr

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Termine

Vorschau auf 2010: Vom 27.-29. März 2010 findet in Graz unter dem Titel "Zukunft säen - Vielfalt ernten" das 5. Europäische Saatguttreffen statt. Erwartet werden rund 100 Personen und Initiativen aus ganz Europa. Die Veranstaltung wird von ARCHE NOAH, ÖBV-via campesina Austria, Longo Mai Österreich und dem Verein Maimun gemeinsam organisiert. Derzeit werden HelferInnen für die Organisation vor Ort und die Unterbringung internationaler Gäste in Graz gesucht. Nähere Informationen!

 

Willkommen bei "Save Our Seeds"

Konventionelles und biologisches Saatgut soll auch weiterhin frei bleiben von gentechnisch veränderten Organismen. Gentechnik darf Landwirten und Verbrauchern nicht aufgezwungen werden. Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern ein Reinheitsgebot für Saatgut.

Der Stand der Dinge

Die Europäische Kommission plant seit nunmehr 7 Jahren die Einführung von Grenzwerten für die "zufällige oder technisch unvermeidbare" Verunreinigung von herkömmlichem Saatgut mit gentechnisch veränderten Sorten. Eine Richtlinie, die bis zu 0,3 % GVO in Saatgut von Mais und Raps ohne Kennzeichnung vorsah, sollte im September 2004 verabschiedet werden. Doch nach heftigen Protesten zog die Kommission in letzter Minute den Vorschlag zurück und überläßt das Problem nun den neuen EU-Kommissaren.Der seit Ende 2004 zuständige Kommissar für Umwelt, Stavros Dimas, hat seither keinen neuen Vorschlag vorgelegt und selbst öffentlich bezweifelt, daß Grenzwerte sinnvoll und erforderlich sind. Offiziell hält die EU Kommission jedoch daran fest, daß ein Vorschlag zur Festlegung von Grenzwerten erarbeitet wird.

News und Action

EFSA gibt grünes Licht für MON 810

Die umstrittene gentechnisch veränderte Maissorte Mon 810 von Monsanto hat gute Chancen, in der EU weiter eine Anbauerlaubnis zu erhalten. In einem kürzlich veröffentlichten Gutachten, zur neuerlichen Sicherheitsprüfung von MON 810, bescheinigte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) der Maispflanze Unbedenklichkeit. Mit dieser Entscheidung setzt sich die Behörde über alle Zweifel hinweg, die von wissenschaftlicher Seite zunehmend geäußert wurden. Insbesondere die Vollständigkeit und Aussagekraft der Monsanto-Studien wurde aus wissenschaftlicher Sicht immer wieder bezweifelt. Die Anbauzulassung für MON 810 war Anfang 2007 ausgelaufen. Monsanto beantragte umgehend eine  Wiederzulassung. Erst im April diesen Jahres war Deutschland dem Beispiel von Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz gefolgt und hatte den Anbau von MON 810 verboten. Ob die positive Bewertung der EFSA  zwangsläufig zu einer EU-weiten Zulassung des gentechnisch veränderten Maises führen mss ist inzwischen auch innerhalb der EU-Kommission umstritten. Erst kürzlich hatten 13 der 27 Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, sich dafür ausgesprochen die Entscheidung über eine Anbauzulassung zukünftig den einzelnen EU-Mitgliedsländern zu überlassen. Auch die Tatsache, dass der Saatgutkonzern Monsanto offensichtlich über Insiderinformationen verfügt und die Ergebnisse ihrer eigenen Sicherheitsbehörde bereits einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung durch die EFSA zu Werbezwecken auf seiner Webseite lanciert dürfte bei Ministern und Komission auf wenig Gegenliebe stoßen.

Weiterführende Informationen:

EFSA befürwortet Wiederzulassung von Gen-Mais MON810 (Greenpeace).

Monsanto verkündet EU-Behörden-Meinung zu “Mon810″

Video: Gentechnik

Wer nutzt die Weltsaatgutbank?

Longyearbyen auf Spitzbergen, ein Ort von knapp zweitausend Einwohnern beherbergt seit Februar 2008 die Weltsaatgutbank. Wenn in einigen Jahren die Einlagerung im Eis beendet ist sollen insgesamt 4,5 Millionen Pflanzensamen aus aller Welt die Nahrungsmittelvielfalt der Zukunft sichern. In der Dauerkälte norwegischer Permafrostböden werden sie vor Naturkatastrophen, Kriegen und dem Klimawandel geschützt überdauern. Die Idee mit Hilfe der Saatgutbank Bauern und Züchtern Zugang zur weltweiten Vielfalt an Kulturpflanzen zu geben, ist eigentlich keine schlechte. Doch wer wird dieses Angebot nutzen? Landwirte und Züchter, die die Biodiversität auf ihren Äckern bewahren wollen? Oder große Saatgutkonzerne, die sich im Eilschritt Pflanzen und deren Bestandteile patentieren lassen und im wachsenden Maße auf landwirtschaftliche Monokulturen setzen. 

Weiterführende Informationen:

Pflanzensamen im Eistresor (BR-Online)

Wer profitiert von der "Arche Noah" für Kulturpflanzen?

Aktuelles

Stop the crop!

EU will neuen Gentechnik-Mais zulassen
Erstmals seit 1998 will die EU Kommission zwei neue Gentechnikmais-Sorten (Bt11 von Syngenta und 1507 von Pioneer) für den Anbau zulassen. Vor einem Jahr noch schlug Umweltkommissar Dimas deren Verbot vor. Werden die 27 Mitgliedssaaten die Zulassungen noch verhindern? ...Mehr

Farbe bekennen, Frau Aigner!

Mit dem Anbauverbot für MON 810 hat Landwirtschaftminsterin Ilse Aigner einen ersten Schritt in Richtung einer gentechnikfeien Europäischen Union getan. Allerdings machte sie unmißverständlich klar, dass es sich heirbei nicht um eine Grundsatzentscheidung handelt. In den nächsten Monaten wird in Brüssel über das Verbot für Gentechnikmais in Frankreich und Griechenland und die Zulassung von zwei neuen GVOs entschieden.  Landwirtschaftministerin Aigner wird hierbei eine wichtige Rolle spielen. ...Mehr
Senden sie einen Brief an Ministerin Aigner

 

Nein zu Gentechnik-Reis in der EU

Für rund drei Milliarden Menschen stellt Reis ein tägliches Grundnahrungsmittel dar und bildet einen lukrativen Markt, den die deutsche Firma Bayer mit ihrem gentechnisch veränderten Reis LL62 gerne erschleißen würde. Für den europäischen Markt hat Bayer bereits eine Zulassung beantragt, über die in den nächsten Monaten entschieden wird. Eine Genehmigung würde bedeuten, dass sich mit LL62  erstmals ein gentechnisch verändertes Grundnahrungsmittel auf unsere Teller schleicht, trotz Risiken und Nebenwirkungen...Mehr

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GMO-free Regions Network

Konferenz der gentechnikfreien Regionen, Lebensvielfalt und Entwicklung der Land­wirtschaft ...weiter

Infodienst Gentechnik

Gute Gründe gegen Gen­technik - Gerd das Gen erklärt warum ...mehr

Alles Bantam?

Ein Zwergen­aufstand geht durch Deutschland: Frisch, frech, fruchtbar, frei ...weiter

Planet Diversity

Der Weltkon­gress zur Zukunft von Essen und Landwirtschaft 2008 in Bonn. ...weiter