Willkommen bei "Save Our Seeds"
Konventionelles und biologisches Saatgut soll auch weiterhin frei bleiben von gentechnisch veränderten Organismen. Gentechnik darf Landwirten und Verbrauchern nicht aufgezwungen werden. Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern ein Reinheitsgebot für Saatgut.
Der Stand der Dinge
Die Europäische Kommission plant seit nunmehr 7 Jahren die Einführung von Grenzwerten für die "zufällige oder technisch unvermeidbare" Verunreinigung von herkömmlichem Saatgut mit gentechnisch veränderten Sorten. Eine Richtlinie, die bis zu 0,3 % GVO in Saatgut von Mais und Raps ohne Kennzeichnung vorsah, sollte im September 2004 verabschiedet werden. Doch nach heftigen Protesten zog die Kommission in letzter Minute den Vorschlag zurück und überläßt das Problem nun den neuen EU-Kommissaren.Der seit Ende 2004 zuständige Kommissar für Umwelt, Stavros Dimas, hat seither keinen neuen Vorschlag vorgelegt und selbst öffentlich bezweifelt, daß Grenzwerte sinnvoll und erforderlich sind. Offiziell hält die EU Kommission jedoch daran fest, daß ein Vorschlag zur Festlegung von Grenzwerten erarbeitet wird.
News und Action
EFSA gibt grünes Licht für MON 810

Die umstrittene gentechnisch veränderte Maissorte Mon 810 von Monsanto hat gute Chancen, in der EU weiter eine Anbauerlaubnis zu erhalten. In einem kürzlich veröffentlichten Gutachten, zur neuerlichen Sicherheitsprüfung von MON 810, bescheinigte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) der Maispflanze Unbedenklichkeit. Mit dieser Entscheidung setzt sich die Behörde über alle Zweifel hinweg, die von wissenschaftlicher Seite zunehmend geäußert wurden. Insbesondere die Vollständigkeit und Aussagekraft der Monsanto-Studien wurde aus wissenschaftlicher Sicht immer wieder bezweifelt. Die Anbauzulassung für MON 810 war Anfang 2007 ausgelaufen. Monsanto beantragte umgehend eine Wiederzulassung. Erst im April diesen Jahres war Deutschland dem Beispiel von Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und der Schweiz gefolgt und hatte den Anbau von MON 810 verboten. Ob die positive Bewertung der EFSA zwangsläufig zu einer EU-weiten Zulassung des gentechnisch veränderten Maises führen mss ist inzwischen auch innerhalb der EU-Kommission umstritten. Erst kürzlich hatten 13 der 27 Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, sich dafür ausgesprochen die Entscheidung über eine Anbauzulassung zukünftig den einzelnen EU-Mitgliedsländern zu überlassen. Auch die Tatsache, dass der Saatgutkonzern Monsanto offensichtlich über Insiderinformationen verfügt und die Ergebnisse ihrer eigenen Sicherheitsbehörde bereits einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung durch die EFSA zu Werbezwecken auf seiner Webseite lanciert dürfte bei Ministern und Komission auf wenig Gegenliebe stoßen.
Weiterführende Informationen:
EFSA befürwortet Wiederzulassung von Gen-Mais MON810 (Greenpeace).
Video: Gentechnik
Wer nutzt die Weltsaatgutbank?

Longyearbyen auf Spitzbergen, ein Ort von knapp zweitausend Einwohnern beherbergt seit Februar 2008 die Weltsaatgutbank. Wenn in einigen Jahren die Einlagerung im Eis beendet ist sollen insgesamt 4,5 Millionen Pflanzensamen aus aller Welt die Nahrungsmittelvielfalt der Zukunft sichern. In der Dauerkälte norwegischer Permafrostböden werden sie vor Naturkatastrophen, Kriegen und dem Klimawandel geschützt überdauern. Die Idee mit Hilfe der Saatgutbank Bauern und Züchtern Zugang zur weltweiten Vielfalt an Kulturpflanzen zu geben, ist eigentlich keine schlechte. Doch wer wird dieses Angebot nutzen? Landwirte und Züchter, die die Biodiversität auf ihren Äckern bewahren wollen? Oder große Saatgutkonzerne, die sich im Eilschritt Pflanzen und deren Bestandteile patentieren lassen und im wachsenden Maße auf landwirtschaftliche Monokulturen setzen.
Weiterführende Informationen:
Pflanzensamen im Eistresor (BR-Online)




