Online-Befragung zu sauberem Saatgut

Folgenabschätzung der Europäischen Kommission zu Kennzeichnungs-Grenzwerte bei der gentechnischen Verunreinigung von Saatgut.

©Fotografenname: gerald, www.pixelio.de
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Von Mai bis Juli 2007 führte die EU-Kommission eine "Online-Befragung zu Kennzeichnungsgrenzwerten für zufälliges oder technisch unvermeidbares Vorhandensein von genehmigten gentechnisch verändertem Saatgut in herkömmlichem Saatgut" durch, in der die zuständigen Behörden sowie Interessenvertreter von Industrie,Landwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen angesprochen wurden. Die Ergebnisse wurden jetzt bei einem Treffen mit Interessenvertretern am 23. April 2008 vorgestellt. Sie zeigen, dass sich eine breite Mehrheit der InteressenvertreterInnen dafür ausspricht, dass maximale Saatgut-Reinheit weiterhin in der Gesetzgebung festgeschrieben bleibt. Insgesamt hatten 234 VertreterInnen von Behörden, Landwirtschaftsverbänden, der Saatgutindustrie und von NGOs sowie einzelne Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Die Ergebnisse dieser Umfrage, die in Kürze auf der Webseite der Kommission veröffentlicht werden, zeigen: 70% aller Antwortenden glauben, dass mit der Höhe des Kennzeichnungsschwellenwerts auch die Menge der GVO Pflanzen steigen würde, die sich unbeabsichtigt mit möglicherweise schädlichen Effekten in die Umwelt aussäen. Eine Mehrheit von 60% wies die These zurück, dass es unmöglich sei, völlige Gentechnikfreiheit zu erreichen. 70% waren nicht damit einverstanden, Kennzeichnungsschwellenwerte einfach nur so niedrig anzusetzen, wie es "machbar und proportional" wäre Die Akzeptanz für verschiedene Kennzeichnungsschwellenwerte wurde abgefragt. Die höchste Zustimmung erreichte der Wert von 0,1%, während andere Schwellenwerte von 0,3 oder 0,5% von 70% der TeilnehmerInnen abgelehnt wurden. Die Kommission plant, eine Folgenabschätzung von mehreren möglichen Optionen der Festlegung eines Schwellenwertes bis Juni fertig zu stellen. Dann wird es von der politischen Diskussion abhängen, welche Option umgesetzt wird. Zusätzlich wurden zwei Studien zu dem Thema in Auftrag gegeben. Die eine soll die allgemeine Anbausituation in der Europäischen Gemeinschaft analysieren und wir vom Institute for Prospective Technological Studies in Sevilla durchgeführt. Die andere soll den gegenwärtigen Stand der Kontrolle und der festgestellten Gentechnik-Verunreinigungen von Saatgut in den Mitgliedsstaaten erfassen und wird vom britischen Central Science Laboratory durchgeführt, das auch das dortige Seed Audit Programme durchführt.

Hintergrund
"Save Our Seeds" hat zusammen mit den EU-Vertretungen von Greenpeace, Freunden der Erde, IFOAM (Verband der Bio-Bauern und Unternehmen) der Coordination Paysanne Europeénne (Europäische Kleinbauernorganisationen) und EFFAT (Verband der Lebensmittel- und Landwirtschafts-Gewerkschaften) einen  Protestbrief an den zuständigen Umwelt-Kommissar Dimas und die Generaldirektion Umwelt geschrieben. Wir haben darauf eine erste  Antwort der Kommission erhalten.
Wir haben die Kommission aufgefordert, vor Abschluß der Folgeabschätzung alle Betroffenen zu einem Hearing einzuladen. Dies betrifft nicht allein unmittelbar mit Saatgut und dessen Einsatz befaßte Züchter, Vermehrer, Landwirte und Gärtner, sondern auch alle anderen Lebens- und Futtermittel verarbeitenden und verkaufenden Unternehmen und deren Interessensvertretungen. Es betrifft aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher, deren Wahlfreiheit durch generell zulässige Verunreinigungen des Saatgutes und damit der Lebensmittel nachhaltig beschnitten würden.

Adresse der zuständigen Abteilung:
European Commission, Directorate General Enivronment,
B.3, Biotechnology, Pesticides and Health
Avenue de Beaulieu, 5
B-1160 Bruxelles
Belgique/België
Email:  env-seed-label (at) ec.europa.eu

 Online-Fragebogen und unserer Antworten auf die Befragung (in Englisch)

 Zusätzliche Kommentare und Informationen (ebenfalls in Englisch) von Save Our Seeds.

  Englische Version unseres Protestbriefes

  Antwort der Kommission

 

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